{"id":7237,"date":"2004-08-05T00:00:00","date_gmt":"2004-08-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040805-01n"},"modified":"2004-08-05T00:00:00","modified_gmt":"2004-08-04T22:00:00","slug":"pflanzenoele-noch-nicht-praxisreif","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzenoele-noch-nicht-praxisreif\/","title":{"rendered":"Pflanzen\u00f6le noch nicht praxisreif"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundestagsfraktionen haben in den letztj\u00e4hrigen Verhandlungen \u00fcber den Bundeshaushalt ausnahmslos die besondere Wettbewerbssituation der deutschen Landwirtschaft bei ihrem Hauptenergiefaktor, dem Agrardiesel, anerkannt. Im Rahmen des damaligen Vermittlungsausschusses haben sie unter anderem von einer Steuererh\u00f6hung beim Agrardiesel Abstand genommen. An den Fakten zur Wettbewerbssituation der deutschen Landwirtschaft hat sich seither nichts ge\u00e4ndert. Dies erkl\u00e4rte der Pr\u00e4sident des <a href=\"http:\/\/www.bauernverband.de\/\" >Deutschen Bauernverbandes<\/a> (DBV), Gerd Sonnleitner, in einer Pro- und Contra-Diskussion zur Steuererh\u00f6hung beim Agrardiesel gegen\u00fcber dem Landwirtschaftsblatt Weser-Ems. <\/p>\n<p>&#8220;Der Berufsstand lehnt deshalb die von Regierungskoalition und dem Bundesfinanzministerium neuerlich geplante Steuererh\u00f6hung f\u00fcr Agrardiesel um 287 Millionen Euro strikt ab&#8221;, betonte der DBV-Pr\u00e4sident. Sie w\u00fcrde die Dieselsteuer in der Landwirtschaft drastisch um 56 Prozent erh\u00f6hen und die deutschen Landwirte im europ\u00e4ischen Wettbewerb weiter schwer benachteiligen. Mit 25,56 Cent pro Liter sei der Agrardieselsteuersatz im europ\u00e4ischen Vergleich heute bereits extrem hoch gegen\u00fcber Steuers\u00e4tzen von 3,27 Cent in D\u00e4nemark oder 5,66 Cent pro Liter Agrardiesel in Frankreich. Sonnleitner erinnerte daran, dass ein durchschnittlicher Betrieb in Deutschland heute bereits rund 1.500 Euro je Jahr mehr Steuern f\u00fcr den Agrardiesel bezahle als sein Mitkonkurrent aus Frankreich. <\/p>\n<p>Die aktuellen Pl\u00e4ne der Regierung mit ihren einseitigen Steuererh\u00f6hungen und steigenden Sozialabgaben f\u00fcr die Land- und Forstwirtschaft seien nicht tragbar. Denn es werde v\u00f6llig verkannt, dass die deutschen Landwirte in der EU bereits mit die h\u00f6chsten Steuern auf ihre Produktionsmittel zahlten. Laut einer Untersuchung des M\u00fcnchner ifo Institutes zehrt in Deutschland diese Besteuerung 7 Prozent des Gewinns auf, in Gro\u00dfbritannien, Frankreich oder Italien hingegen nur 2 bis 3 Prozent. Sonnleitner forderte die Bundesregierung auf, ihre Agrarpolitik nach derselben Maxime auszurichten wie ihre Wirtschaftspolitik &#8211; und dort hie\u00dfe es Steuern und Abgaben senken, B\u00fcrokratie abbauen, um Investitionen und Arbeitspl\u00e4tze zu sichern. <\/p>\n<p>Den Vorschlag von einzelnen Abgeordneten der SPD- und Gr\u00fcnen-Bundestagsfraktion, mit Biokraftstoffen wie Pflanzen\u00f6len den landwirtschaftlichen Maschinenpark zu versorgen, nahm Sonnleitner auf. Dies sei aber kurzfristig nicht m\u00f6glich, da kein einziger Schlepperhersteller Motoren f\u00fcr Pflanzen\u00f6le freigebe. Auch praktische Erfahrungen mit hohen Ausfallquoten in einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierten 100-Schlepper-Versuchsprogramm zeigten, dass die Energieversorgung mit Pflanzen\u00f6len nicht praxisreif sei. Anders sehe das bei einigen Schleppermodellen bez\u00fcglich des Einsatzes von Biodiesel aus. Dem Landwirt, der jetzt und heute dem Wettbewerb ausgesetzt sei, nutzten technisch unausgereifte L\u00f6sungen aber nichts. Sonnleitner sprach sich nachdr\u00fccklich daf\u00fcr aus, dass Wissenschaft und Forschung an Kraftstoffen aus Biomasse bis zum praktischen Einsatz in der Landwirtschaft intensiver arbeiten m\u00fcssten.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rapsoel-schlepper-bilanzierung-der-umruestkonzepte-bisher-noch-nicht-moeglich\/\" >2004-06-29<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundestagsfraktionen haben in den letztj&auml;hrigen Verhandlungen &uuml;ber den Bundeshaushalt ausnahmslos die besondere Wettbewerbssituation der deutschen Landwirtschaft bei ihrem Hauptenergiefaktor, dem Agrardiesel, anerkannt. 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