{"id":72278,"date":"2020-03-02T06:41:12","date_gmt":"2020-03-02T05:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=72278"},"modified":"2020-03-02T08:03:48","modified_gmt":"2020-03-02T07:03:48","slug":"stroh-ist-ein-knapper-wertstoff-und-kein-abfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/stroh-ist-ein-knapper-wertstoff-und-kein-abfall\/","title":{"rendered":"Stroh ist ein knapper Wertstoff und kein Abfall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Getreidestroh ist knapp. Die vielf\u00e4ltigen Einsatzbereiche machen Getreidestroh zu einer nachgefragten Ressource. Dazu geh\u00f6ren der Humusaufbau f\u00fcr den Klimaschutz und die Verbesserung der Bodenqualit\u00e4t im konventionellen wie im \u00d6kolandbau, die Verwendung als Strukturfutter, der steigende Einstreubedarf und die Erweiterung von Fruchtfolgesystemen mit Blattfr\u00fcchten wie zum Beispiel K\u00f6rnerleguminosen. Die Herstellung von Biokraftstoffen wird sich als Nutzungspfad hinten anstellen m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-72281\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/GdW_0820.jpg\" alt=\"GdW_0820\" width=\"545\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/GdW_0820.jpg 549w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/GdW_0820-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 100vw, 545px\" \/>Damit hinterfragt die Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) die aktuelle politische Bevorzugung von Biokraftstoffen aus Reststoffen, wenn Getreidestroh als Rohstoffquelle genannt werde. Dieses ist ein Handelsgut und sei zum \u201eNulltarif\u201c nicht zu haben. Im Gegenteil: Getreidestroh werde zwischen 95 bis 120 EUR je Tonne gehandelt. Tendenziell stiegen die Preise, insbesondere dann, wenn witterungsbedingt eine Strohbergung nicht m\u00f6glich oder der Strohertrag ohnehin gering sei, betont der Verband. Aus Sicht der UFOP geh\u00f6re Getreidestroh als Strukturverbesser in die \u201eCO<sub>2<\/sub>-Senke\u201c Boden f\u00fcr die Bildung von Dauerhumus. Au\u00dferdem werde der \u201eAnbaufl\u00e4chenbedarf\u201c zu wenig beachtet.<\/p>\n<p>Die UFOP hinterfragt auch, warum die Treibhausgas(THG)-Bilanz von Bioethanol aus Stroh besser sein solle als aus Anbaubiomasse. Stroh sei ein Wertstoff, deshalb m\u00fcsse der Aufwand f\u00fcr die Produktion, D\u00fcngung, Kraftstoff usw. nach den internationalen \u00d6kobilanzregeln auf das Korn und den Strohanteil verteilt werden. Getreidestroh als Rohstoff mit einem THG-Wert von \u201e0\u201c g CO<sub>2<\/sub>\/MJ zu bevorzugen sei nicht sachgerecht. Die UFOP mahnt den Korrekturbedarf in der RED II an, die infolge des \u201eEuropean Green Deals\u201c \u00fcberpr\u00fcft werden soll.<\/p>\n<p>Anpassungsbedarf sieht die UFOP auch bei Biokraftstoffen aus Raps\u00f6l. Hier m\u00fcsste die Proteinkomponente dem Biokraftstoffanteil gutgeschrieben werden. Die Politik ignoriere geradezu die Option, mit einer solchen Anrechnung f\u00fcr die in der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr die Biokraftstoffherstellung genutzten Kulturarten wie Raps, Getreide, Mais und Zuckerr\u00fcben einen Absatzmarkt und damit Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr die Ackerbaubetriebe zu sichern.<\/p>\n<p>Die UFOP fordert die Bundesregierung auf, f\u00fcr Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die sich naturgem\u00e4\u00df an den Anforderungskriterien f\u00fcr einen nachhaltigen Anbau orientieren m\u00fcssen. Hier seien infolge der Umsetzung der RED Zertifizierungssysteme und -verfahren etabliert, die als gesetzlich verbindliche Marktzugangsregelung sch\u00e4rfere internationale Standards setzen als die sogenannten \u201eSustainable Development Goals \u201c. Diese m\u00fcssten auch f\u00fcr Biokraftstoffe aus Reststoffen gelten. Denn die UFOP erwarte, dass infolge der bestehenden Regelungen Biokraftstoffe aus Reststoffe auch aus Drittstaaten importiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Getreidestroh ist knapp. Die vielf\u00e4ltigen Einsatzbereiche machen Getreidestroh zu einer nachgefragten Ressource. Dazu geh\u00f6ren der Humusaufbau f\u00fcr den Klimaschutz und die Verbesserung der Bodenqualit\u00e4t im konventionellen wie im \u00d6kolandbau, die Verwendung als Strukturfutter, der steigende Einstreubedarf und die Erweiterung von Fruchtfolgesystemen mit Blattfr\u00fcchten wie zum Beispiel K\u00f6rnerleguminosen. 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