{"id":72139,"date":"2020-03-03T07:26:13","date_gmt":"2020-03-03T06:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=72139"},"modified":"2020-02-27T15:17:16","modified_gmt":"2020-02-27T14:17:16","slug":"ganzheitliche-bewertung-von-daemmstoffalternativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ganzheitliche-bewertung-von-daemmstoffalternativen\/","title":{"rendered":"Ganzheitliche Bewertung von D\u00e4mmstoffalternativen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Welcher D\u00e4mmstoff ist der beste? Diese Frage ist im Bauwesen \u00e4u\u00dferst beliebt und kann letztlich nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Konstruktion beantwortet werden. Insbesondere fehlte es bislang an einer ganzheitlichen \u00dcbersicht, die Bauherren und Planer in die Lage versetzt, die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der verschiedenen D\u00e4mmstoffalternativen in ihrer \u00d6kobilanz zu erkennen und dabei die anschlie\u00dfende Entsorgung nicht au\u00dfer Acht lassen zu m\u00fcssen. Eine solche Untersuchung wurde Ende 2019 vom ifeu (Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg) und dem natureplus e.V. vorgelegt. Das Forschungsprojekt \u201e<a href=\"https:\/\/www.ifeu.de\/wp-content\/uploads\/Bericht-D%C3%A4mmstoffe-web.pdf\" target=\"_blank\">Ganzheitliche Bewertung von verschiedenen D\u00e4mmstoffalternativen<\/a>\u201c wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (dbu) und vom Umweltministerium Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rdert. Am 21. Februar werden die Ergebnisse der Forschung im Rahmen des Wiener BauZ!-Kongresses erstmals vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<h3>Von der Wiege bis zur Bahre<\/h3>\n<p>Mit dieser Studie wurde eine umfassende \u00f6kologische Bewertung von D\u00e4mmstoffalternativen insbesondere im Hinblick auf m\u00f6gliche zuk\u00fcnftige Entsorgungswege der D\u00e4mmstoffe (von der \u201eWiege bis zur Bahre\u201c) durchgef\u00fchrt. Bewertet wurden die g\u00e4ngigsten D\u00e4mmstofftypen auf Basis mineralischer, nachwachsender und synthetischer Rohstoffe, verglichen wurde ihre Anwendung in unterschiedlichen Bauteilen zur Erf\u00fcllung vorgegebener Anforderungen hinsichtlich des W\u00e4rme- und K\u00e4lteschutzes. Die \u00d6kobilanzdaten der D\u00e4mmstoffe f\u00fcr die Herstellungsphase wurden nach der Recherche verschiedener Datenbanken vom natureplus-Partner IBO Wien \u00fcbernommen. Anschlie\u00dfend wurden vom ifeu die Abfall\u00f6kobilanzen erstellt, bei denen neben den Aufbereitungslasten auch die jeweiligen Nutzeneffekte durch die Sekund\u00e4rprodukte bzw. Energiegewinnung quantifiziert und in die Bilanzierung einbezogen wurden. F\u00fcr jeden D\u00e4mmstoff erfolgte eine Ermittlung der aus \u00f6kologischer Sicht g\u00fcnstigsten Entsorgungsoption. Diese Entsorgungsoptionen wurden in die Produkt\u00f6kobilanzen einbezogen und zudem die endg\u00fcltige Beseitigung des D\u00e4mmstoffmaterials ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<h3>Stoffliche Verwertung findet kaum statt<\/h3>\n<p>Aus den Abfall\u00f6kobilanzen aller D\u00e4mmstoffe zeigen sich in den meisten F\u00e4llen die spezifischen Vorteile einer stofflichen Verwertung und damit der Sinn einer R\u00fcckf\u00fchrung der Abfallmassen in den Wirtschaftskreislauf. Die aufbereiteten Altmassen aus den D\u00e4mmstoffen k\u00f6nnen zu (anderen) Produkten weiterverarbeitet oder auch als Rohstoff in die urspr\u00fcngliche Produktion zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Insbesondere die stoffliche Verwertung von synthetischen und manchen mineralischen D\u00e4mmstoffen verkleinert signifikant den \u00f6kologischen Rucksack, den diese Produkte aus der Produktionsphase mitbringen. Auch bei Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen macht eine stoffliche Verwertung zumeist Sinn, wenngleich ihr Einsatz als Ersatzbrennstoff in Zementwerken aus Sicht des Klimaschutzes derzeit noch vorteilhafter ist, solange dort stattdessen Steinkohle verfeuert wird. Die stoffliche Verwertung der D\u00e4mmstoffe wird in der Praxis jedoch erst vereinzelt oder zu Forschungszwecken praktiziert. Daher kommt der Bericht zu dem Schluss, die Forschung und Entwicklung m\u00f6glicher stofflicher Verwertungen sollte in der Industrie und im Bereich der Abfallentsorgung vorangetrieben werden.<\/p>\n<h3>Im Ergebnis Vorteile f\u00fcr D\u00e4mmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen<\/h3>\n<p>Wenn am Produktlebensende \u2013 entgegen der heutigen Praxis \u2013 eine stoffliche Verwertung erfolgt, schneiden Einblasd\u00e4mmstoffe sowie flexible Matten auf Hanf- oder Jutebasis am besten ab, sofern alle D\u00e4mmstofftypen eingesetzt werden k\u00f6nnen, darauf folgen Polystyrol-EPS-Platten und Holzfasermatten. Dort wo, wie z.B. auf der Au\u00dfenwand, nur plattenf\u00f6rmige D\u00e4mmstoffe eingesetzt werden k\u00f6nnen, schneidet EPS am besten ab, sofern das EPS derart stofflich verwertet wird, dass in einer Folgeanwendung EPS-K\u00fcgelchen eingespart werden.<\/p>\n<p>Wenn die Entsorgung am Lebensende wie im Status Quo erfolgt und der energetische Nutzen bei der Abfallverbrennung eingerechnet wird, bleiben die o.g. Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen f\u00fchrend, jedoch verschlechtert sich Polystyrol und verbessern sich im Trockenverfahren hergestellte Holzfaser-D\u00e4mmplatten, die an der Au\u00dfenwand sogar an die erste Stelle r\u00fccken. Ohne Anrechnung des energetischen Nutzens verlieren Holzfaserplatten und EPS-D\u00e4mmstoffe ihre Vorteile gegen\u00fcber anderen platten- und mattenf\u00f6rmigen D\u00e4mmstoffen.<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Forschungsbericht steht in der natureplus Mediathek unter <a href=\"https:\/\/www.natureplus.org\/index.php?id=32\" target=\"_blank\">https:\/\/www.natureplus.org\/index.php?id=32<\/a> zum Herunterladen bereit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welcher D\u00e4mmstoff ist der beste? Diese Frage ist im Bauwesen \u00e4u\u00dferst beliebt und kann letztlich nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Konstruktion beantwortet werden. 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