{"id":71767,"date":"2020-02-19T07:26:43","date_gmt":"2020-02-19T06:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=71767"},"modified":"2020-02-14T13:04:33","modified_gmt":"2020-02-14T12:04:33","slug":"recycling-scheitert-die-plastokalypse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/recycling-scheitert-die-plastokalypse\/","title":{"rendered":"Recycling scheitert \u2013 Die \u201ePlastokalypse\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nicht sehr oft, aber hin und wieder kommt es vor, dass Fische oder Fr\u00f6sche vom Himmel regnen. Die Erdatmosph\u00e4re ist wie ein gigantischer Wind- und Wassermixer. Wo sie besonders wild wirbelt, saugen Tornados oder Wasserhosen auch mal Tiere himmelw\u00e4rts, die dort eigentlich nicht hingeh\u00f6ren. Und tragen sie an Orte, wo man sie nicht erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Plastik: Kunststoff im Regenwasser<br \/>\nInsofern w\u00e4re es kaum verwunderlich, wenn man noch in den entlegensten Winkeln der Welt auf Fluggut stie\u00dfe, das ungleich kleiner und leichter und unverg\u00e4nglicher ist als Fische und Fr\u00f6sche. Dennoch waren die Wissenschaftler des United States Geological Survey (USGS), einer Beh\u00f6rde des amerikanischen Innenministeriums, verdutzt, als sie im entlegenen Rocky-Mountain-Nationalpark auf mehr als 3000 Metern H\u00f6he eine Regenwasserprobe nahmen \u2013 und Plastik darin fanden. Sie hatten eigentlich nach ganz anderen Stoffen Ausschau gehalten. Aber unter dem Mikroskop war es nicht zu \u00fcbersehen: Plastikfasern, Plastikkr\u00fcmel, Plastikk\u00fcgelchen, blau, rot, lila. Der Fund lege nahe, so die USGS-Wissenschaftler in ihrer dazu ver\u00f6ffentlichten Studie, dass \u201edie nasse Deposition von Plastik allgegenw\u00e4rtig\u201c sei. Mit anderen Worten: Es regnet Plastik. \u00dcberall auf der Welt.<\/p>\n<p>Federleichte, fast unsichtbare, millimeter- bis mikrometerkleine Plastikpartikel, wie sie auf die Rocky Mountains herabregneten, k\u00f6nnen aus vielen Quellen stammen. Dieses \u201eMikroplastik\u201c wird beim Waschen von Kunstfaserkleidung in die Fl\u00fcsse und Meere gesp\u00fclt. Es landet als Reifenabrieb neben den Stra\u00dfen. Es entsteht, wenn gr\u00f6\u00dfere Plastikteile \u2013 Verpackungen, Flaschen, Zigarettenfilter \u2013 \u00fcber Jahre und Jahrzehnte in immer kleinere Fragmente zerfallen.<\/p>\n<p>Plastik: Weltweite Produktion bei 400 Millionen Tonnen<br \/>\nDie weltweite Jahresproduktion von Kunststoffen liegt mittlerweile bei rund 400 Millionen Tonnen; 1950 waren es noch zwei Millionen. Ein entscheidender Wegbereiter in das Wegwerfzeitalter ist Coca-Cola. Der Konzern entschied vor gut 40 Jahren, seine Zuckerbrause fortan statt in Glas- in PET-Einwegflaschen zu verkaufen. Heute spuckt der Konzern im Sekundentakt Tausende Plastikflaschen in die Welt, zehn Millionen pro Stunde, 88 Milliarden pro Jahr. Die Begeisterung der Industrie f\u00fcr Plastik ist verst\u00e4ndlich. Der Werkstoff ist g\u00fcnstig, leicht, vielseitig \u2013 und theoretisch durch einen Recyclingkreislauf wiederverwertbar. Doch die Erfahrung der zur\u00fcckliegenden Jahrzehnte zeigt: Grau ist alle Theorie. Und grauslig die Praxis: Nur neun Prozent der gesch\u00e4tzt 6,3 Milliarden Tonnen Plastikm\u00fcll, die seit 1950 angefallen sind, wurden recycelt, so eine Studie des Fachmagazins \u201eScience Advances\u201c. Der Rest wurde verbrannt, landete auf Halden oder in der Natur.<\/p>\n<p>Selbst in Deutschland, das sich selbst den Titel des Recyclingweltmeisters verliehen hat, sieht es kaum besser aus, wie der vom Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung ver\u00f6ffentlichte \u201ePlastikatlas\u201c verdeutlicht hat. Demnach hat die offizielle deutsche Plastik-Recyclingquote von rund 40 Prozent \u2013 die restlichen rund 60 Prozent werden verbrannt \u2013 wenig mit der Menge zu tun, die dem Kreislauf tats\u00e4chlich als recycelter Kunststoff erhalten bleibt. De facto d\u00fcrfte die Recyclingquote deutlich unter 20 Prozent liegen. Denn ein Teil des in der Statistik als \u201erecycelt\u201c vermerkten Abfalls wird sp\u00e4ter von den Recyclingfirmen doch noch aussortiert und verbrannt. Zudem werden etwa 14 Prozent des deutschen Plastikm\u00fclls exportiert. \u201eDieser M\u00fcll gilt offiziell als recycelt, sofern er zum Zwecke des Recyclings exportiert wurde\u201c, erkl\u00e4rt Manuel Fernandez vom BUND, einer der Plastikatlas-Autoren. Wobei in der Regel nicht kontrolliert wird, was dann tats\u00e4chlich mit diesem M\u00fcll geschieht. Immer wieder finden sich Verpackungen aus Deutschland auf illegalen M\u00fcllkippen in Asien.<\/p>\n<p>Deutscher Plastikm\u00fcll landet dort, wo er nicht hingeh\u00f6rt<br \/>\nAuch viel vom deutschen Plastikm\u00fcll landet also dort, wo er eigentlich nicht hingeh\u00f6rt. Und gelangt, \u00fcber kleinere und gr\u00f6\u00dfere Umwege, letztlich auch auf unsere Teller und in unsere Gl\u00e4ser. Vor einigen Monaten publizierte die Universit\u00e4t von Newcastle in Australien eine Metastudie auf der Basis von mehr als 50 wissenschaftlichen Studien, die die menschliche Aufnahme von Mikroplastik untersucht hatten. Ihr zufolge k\u00f6nnte ein Mensch im globalen Durchschnitt rund 2000 Mikroplastikpartikel pro Woche zu sich nehmen, zusammengenommen bis zu f\u00fcnf Gramm Plastik \u2013 so viel wie eine Kreditkarte. Aus den Augen, in die Nahrungskette: Wir haben tats\u00e4chlich einen Plastikkreislauf in Gang gesetzt. Allerdings einen, den keiner wollen konnte.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Quelle f\u00fcr die Aufnahme von Mikroplastik ist der Studie zufolge Wasser, sowohl in Flaschen abgef\u00fcllt als auch Leitungswasser. Im Schnitt nehmen wir dar\u00fcber pro Woche 1800 Plastikteilchen zu uns. Wobei es gro\u00dfe regionale Unterschiede gibt, so finden sich im Leitungswasser der USA mehr als doppelt so viele Partikel wie im europ\u00e4ischen. In Meeresfr\u00fcchten fanden sich rund 180 Partikel, in Bier zehn.<\/p>\n<p>Also lieber Bier als Wasser trinken? Die Zahlen seien nur erste Anhaltspunkte, gibt die Hauptautorin der Studie Kala Senathirajah zu bedenken: \u201eDie Erforschung von Mikroplastik steht erst ganz am Anfang.\u201c So erscheine die Plastikbelastung im Wasser zum jetzigen Stand der Forschung besonders hoch \u2013 aber das liege auch daran, dass Wasser eben schon vergleichsweise gut untersucht worden sei: \u201eWenn wir uns weitere Speisen und Getr\u00e4nke wie Milch oder Limonade, Reis oder Brot genauer ansehen w\u00fcrden und obendrein auch den Gebrauch von Plastikutensilien in der K\u00fcche, k\u00f6nnte es sein, dass der Mikroplastikgehalt von Wasser am Ende eher moderat erscheint.\u201c<\/p>\n<p>Plastik: Unfreiwilliger Verzehr von Kunststoff<br \/>\nDass der unfreiwillige Verzehr von Kunststoffen gesundheitliche Gefahren mit sich bringt, ist naheliegend \u2013 allerdings lassen sie sich aufgrund der d\u00fcnnen Datenlage noch nicht absch\u00e4tzen. Wom\u00f6glich noch problematischer als das Plastik selbst d\u00fcrften verbreitete Zusatzstoffe wie Weichmacher sein, die zu Unfruchtbarkeit, Diabetes und Lebersch\u00e4den f\u00fchren k\u00f6nnen. Zudem k\u00f6nne sich das Mikroplastik aufgrund seiner chemischen Eigenschaften mit weiteren gef\u00e4hrlichen Schadstoffen anreichern, so Kala Senathirajah.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re ges\u00fcnder f\u00fcr uns alle, den riesigen Plastikm\u00fcllberg so schnell wie m\u00f6glich zu verkleinern. Nur wie? Eine M\u00f6glichkeit k\u00f6nnte darin liegen, ausrangierten Kunststoff als Energielieferanten f\u00fcr unsere Mobilit\u00e4t zu entdecken, glaubt Senathirajah: \u201eDie Gewinnung von Benzin aus Plastik ist ein Feld, das weitere Forschung wert w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p>Die Idee ist nicht ganz neu. Und im Prinzip funktioniert sie ganz gut. Die Firma Biofabrik bei Dresden hat 2019 einen Prototypen vorgestellt, der pro Tag rund 250 Kilogramm Kunststoff in Kraftstoff umwandeln kann. Eine noch gr\u00f6\u00dfere Anlage steht bereits seit 2018 in Schwechat bei Wien. Dort produziert der \u00f6sterreichische Energiekonzern OMV aus bis zu 100 Kilogramm Plastik pro Stunde synthetisches Roh\u00f6l.<\/p>\n<p>Die Gleichung ist in beiden F\u00e4llen dieselbe: Ein Kilogramm Plastik wird zu einem Liter Roh\u00f6l. Allerdings hat diese Transmutation ihre T\u00fccken. Die gr\u00f6\u00dfte: Um \u00d6l zu gewinnen, muss das Plastik auf 400 bis 500 Grad Celsius erhitzt werden \u2013 mit entsprechend gro\u00dfem Energieaufwand. Experten bezweifeln deshalb, dass dieses \u201echemische Recycling\u201c unter den heutigen Randbedingungen \u2013 g\u00fcnstiges Roh\u00f6l, klimaung\u00fcnstiger Energiemix \u2013 \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvoll ist.<\/p>\n<p>Plastik: Dem Klimawandel etwas entgegensetzen<br \/>\nWie w\u00e4re es unter diesen Umst\u00e4nden, den M\u00fcllberg durch Bioplastik zu verkleinern? Klingt doch charmant: Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen, das nach Gebrauch kompostiert werden kann. Produktion: kein Problem mehr. Entsorgung: kein Problem mehr. \u201eDurch Nutzung von biogenen Ressourcen tragen wir dazu bei, fossile Ressourcennutzung zu begrenzen und so dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen.\u201c So umriss Iris Lewandowski, Leiterin des Fachgebiets Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen an der Universit\u00e4t Hohenheim, bei der Er\u00f6ffnung des universit\u00e4tseigenen Bioraffinerie-Technikums die Hoffnung, die im Bioplastik steckt.<\/p>\n<p>Doch Bioplastik ist, Stand heute, nicht so bio wie es klingt. Werden die Pflanzen daf\u00fcr konventionell angebaut, sorgen D\u00fcnger und Pestizide eben doch f\u00fcr eine erhebliche fossile Ressourcennutzung. Und mal angenommen, wir k\u00f6nnten die 400 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr tats\u00e4chlich auf Basis von Mais, Kartoffeln und Co. erzeugen: Wo genau sollten all diese \u201enachwachsenden Rohstoffe\u201c nachwachsen? Die Abholzung von Regenw\u00e4ldern f\u00fcr \u201eBiosprit\u201c hat gezeigt, wie schief gut Gemeintes gehen kann. Zudem ist Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen nicht automatisch biologisch abbaubar. Das gilt nur f\u00fcr \u201ekompostierbares\u201c Bioplastik \u2013 und auch hier funktioniert die Kompostierung im Alltag meist nicht. Denn daf\u00fcr sind spezielle Kompostieranlagen mit hoher W\u00e4rmezufuhr n\u00f6tig. Au\u00dferhalb solcher Anlagen verrottet der Kunststoff kaum. \u201eEine T\u00fcte aus Bioplastik kann man aber im Alltag kaum von einer normalen Plastikt\u00fcte unterscheiden\u201c, so BUND-Experte Manuel Fernandez. Deshalb w\u00fcrden kompostierbare Plastikprodukte letztlich h\u00e4ufig im Restm\u00fcll landen. \u201eWenn man suggeriert, dass Bioplastik einfach weggeworfen werden kann, weil es in der Natur ja abgebaut wird, f\u00f6rdert man die Wegwerfkultur, f\u00fcr die Plastik steht, sogar noch.\u201c<\/p>\n<p>150 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen<br \/>\nEine ganze Menge von dem Plastik, das wir wegwerfen, landet im Meer. \u201eDie derzeit wahrscheinlich zuverl\u00e4ssigste Sch\u00e4tzung geht davon aus, dass bereits 150 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen gelandet sein k\u00f6nnten\u201c, sagt Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Manche Meerestiere verstricken sich in Plastikabfall. Viele fressen den M\u00fcll versehentlich.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften maritimen Plastikproblemzonen befinden sich in der N\u00e4he von K\u00fcstenmetropolen und Flussm\u00fcndungen. Global gesehen, so Gutow, sei die M\u00fclldichte im ostasiatischen Meer besonders hoch. Als Gr\u00fcnde nennt er die in der Region ebenfalls besonders hohe Bev\u00f6lkerungsdichte, das rasante Wirtschaftswachstum, mit dem das M\u00fcllmanagement nicht mithalten k\u00f6nne \u2013 und die M\u00fcllimporte aus Europa, den USA und anderen Industrienationen.<\/p>\n<p>Den auf dem Meer schwimmenden Plastikm\u00fcll h\u00e4lt Lars Gutow f\u00fcr ein im Wortsinne oberfl\u00e4chliches Problem. Der weitaus gr\u00f6\u00dfere Teil des M\u00fclls treibe unter der Wasseroberfl\u00e4che oder liege am Meeresgrund. \u201eSelbst Kunststoffobjekte aus Material, das eine geringere Dichte als Meereswasser hat, sinken fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zum Meeresgrund herab\u201c, so Gutow. Den M\u00fcll wieder vom Meeresgrund wegzubekommen \u2013 aussichtslos. M\u00fcllfischerprojekte wie \u201eThe Ocean Cleanup\u201c versuchen, zumindest das Plastik einzusammeln, das noch oben treibt. Gutow sieht solche gut gemeinten Ma\u00dfnahmen skeptisch: \u201eWenn man das wirklich substanziell machen wollte \u2013 also in dem Sinn, dass es einen Unterschied macht \u2013, m\u00fcsste man in viel gr\u00f6\u00dferem Stil vorgehen.\u201c Man m\u00fcsste, wie Gutow es nennt, \u201esehr unselektiv\u201c auf Plastikjagd gehen, mit riesigen Netzen. Doch jede Ma\u00dfnahme, die in gro\u00dfem Stil M\u00fcll aus dem Meer fischt, w\u00fcrde \u201egleichzeitig auch biologisches Material extrahieren, das in das Meer hineingeh\u00f6rt\u201c. Der Schaden f\u00fcr die Umwelt k\u00f6nnte am Ende gr\u00f6\u00dfer sein als der Nutzen.<\/p>\n<p>\u201eDie Rate, mit der die Organismen PET abbauen, ist erschreckend schlecht\u201c<br \/>\nWo bleibt, in dieser Plastokalypse, das Positive? F\u00fcr Hoffnung sorgte 2016 eine Meldung aus Japan. Wissenschaftler hatten in einer Recyclinganlage ein Bakterium entdeckt, das Wundersames vermag: Ideonella sakaiensis frisst Polyethylenterephthalat (PET) \u2013 das Material, aus dem beispielsweise Coca-Cola seine 88 Milliarden Flaschen pro Jahr produziert.<\/p>\n<p>Allerdings hat sich die Euphorie inzwischen etwas gelegt. \u201eDie Arbeit der japanischen Kollegen ist sicherlich bahnbrechend\u201c, sagt Wolfgang Streit, Abteilungsleiter Mikrobiologie und Biotechnologie an der Universit\u00e4t Hamburg. Aber er w\u00fcrde nicht darauf setzen, dass die Natur uns beim L\u00f6sen des Plastikproblems zeitnah unter die Arme greift: \u201eDie Rate, mit der die Organismen PET abbauen, ist erschreckend schlecht.\u201c<\/p>\n<p>Zudem ist PET nur einer der sieben am weitesten verbreiteten Kunststoffe. Zwar seien inzwischen auch Organismen bekannt, die spezielle Varianten von Polyurethan (PU) zersetzen k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt Streit. Aber im Fall von Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Polyamid (PA), Polystyrol (PS) und Polyvinylchlorid (PVC): Fehlanzeige. Eher unwahrscheinlich also, dass eine Armee von kleinen plastikfressenden Helferlein die Plastokalypse abwenden wird. Die gute Nachricht ist: Es gibt eine L\u00f6sung. Sie ist so einfach wie schwer: Plastik vermeiden.<\/p>\n<p>Es gibt zahlreiche Initiativen, die zeigen, dass Alternativen zum ungehemmten Kunststoffkonsum m\u00f6glich sind, wenn man wirklich will \u2013 auf allen Ebenen. Es gibt St\u00e4dte wie Penzance in Gro\u00dfbritannien, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Verbrauch von Einwegplastik und Verpackungen in ihren Gesch\u00e4ften, Schulen und \u00f6ffentlichen Einrichtungen radikal zu reduzieren.<\/p>\n<p>Alternativen zum Plastik<br \/>\nEs gibt Produkte wie die PET-Flaschen der \u201eFrosch\u201c-Haushaltsreiniger, die zu 100 Prozent aus recyceltem Altplastik hergestellt werden. Es gibt inzwischen mehr als 150 Unverpackt-L\u00e4den in Deutschland, wo man plastikfrei einkaufen kann. Es gibt immer mehr Menschen, die versuchen, ihren Plastikm\u00fcll bewusst zu reduzieren.<\/p>\n<p>All das wird allerdings allein nicht reichen, ist Manuel Fernandez vom BUND \u00fcberzeugt. Der Einzelne sei bei einer so komplexen Angelegenheit schlicht \u00fcberfordert. \u201eUnd dass die Wirtschaft sich selbst reguliert, ist ein Irrglaube \u2013 das m\u00fcsste mittlerweile jeder verstanden haben. Da ist die Politik in der Pflicht.\u201c Das EU-weite Verbot f\u00fcr einige Einweg-Plastikartikel wie Besteck oder Wattest\u00e4bchen, das 2021 in Kraft tritt, h\u00e4lt Fernandez f\u00fcr einen guten Anfang. \u201eAber diese Liste lie\u00dfe sich betr\u00e4chtlich erweitern.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es auch Kala Senathirajah, die Autorin der \u201eKreditkartenstudie\u201c. Sie appelliert an die Politik, daf\u00fcr zu sorgen, dass Firmen ihre Produkte und deren Verpackung nicht nur f\u00fcr den kurzen Zeitraum entwickeln, den diese in Gebrauch sind. \u201eSie sollten dazu gebracht werden, f\u00fcr die gesamte Lebensdauer des Plastiks Verantwortung zu \u00fcbernehmen, von der Wiege bis zum Grab.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht sehr oft, aber hin und wieder kommt es vor, dass Fische oder Fr\u00f6sche vom Himmel regnen. Die Erdatmosph\u00e4re ist wie ein gigantischer Wind- und Wassermixer. Wo sie besonders wild wirbelt, saugen Tornados oder Wasserhosen auch mal Tiere himmelw\u00e4rts, die dort eigentlich nicht hingeh\u00f6ren. Und tragen sie an Orte, wo man sie nicht erwarten w\u00fcrde. 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