{"id":7169,"date":"2004-06-22T00:00:00","date_gmt":"2004-06-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040622-09n"},"modified":"2004-06-22T00:00:00","modified_gmt":"2004-06-21T22:00:00","slug":"oekonews-interview-60-jahre-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oekonews-interview-60-jahre-biomasse\/","title":{"rendered":"Oekonews-Interview: 60 Jahre Biomasse"},"content":{"rendered":"<p><b>Zum Jubil\u00e4ums-Jahr des ersten Biomasse-K\u00e4mpfers \u00d6sterreichs ist Prof. Dkfm. Ernst Scheiber vom <a href=\"http:\/\/www.biomasseverband.at\/\" >\u00d6sterreichischen Biomasse-Verband<\/a> zum Held des Monats gek\u00fcrt worden<\/b><\/p>\n<p><b>Kurze Erfolgsstory<\/b><br \/>1979 Erster Kongress \u00fcber Biomasse-Nutzung <br \/>1984\/1985 Anbauversuche mit schnellw\u00fcchsigen, Bio-Sprit-tauglichen Pflanzen (Topinambur) <br \/>1995 Gr\u00fcndung des \u00d6sterreichischen Biomasse-Verbands mit Dr. Heinz Kopetz <br \/>Schwerpunktm\u00e4\u00dfig besch\u00e4ftigt er sich mit PR f\u00fcr Biomasse als Erneuerbare Energie (Treibstoff, W\u00e4rme, Strom). <br \/>Seit 1980 stieg der Anteil der Biomasse am gesamten Energieverbrauch von 4% auf derzeit rund 12%.<\/p>\n<p><b>oekonews: Wie wird man ein Biomasse-K\u00e4mpfer?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Das waren klare, rationelle \u00dcberlegungen. Im Bereich der Landwirtschaft ist das Ziel die Zur\u00fcckeroberung fr\u00fcher innegehabter Funktionen (Der Bauer als Energiewirt).<\/p>\n<p><b>oekonews: Woher kommt Ihre Motivation so hart f\u00fcr Biomasse zu k\u00e4mpfen \u2013 und was ist Ihr Ziel?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Von 100% Steuern entfallen nur 7% auf Belastung von Energien, Umwelt- und Naturverbrauch. Deshalb kann das Ziel nur heissen: Schaffung einer Kurskorrektur: Belastung von Umwelt-Raubbau, Belastung fossiler, Entlastung der Erneuerbaren Energien (EE). Meine Hauptmotivation ist die Schaffung von Einkommenschancen im l\u00e4ndlichen Raum und die Verringerung der CO<sub>2<\/sub>-Ausst\u00f6sse (Kyoto). Daran f\u00fchrt kein Weg vorbei, da sonst im Jahr 2100 die Temperatur um mindestens 1,5 Grad bis 5,8 Grad steigen wird \u2013 mit all den negativen Folgen.<\/p>\n<p><b>oekonews: Wer ist Schuld am sinkenden \u00d6kostrom-Anteil in \u00d6sterreich?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Ganz klarer Bremser sind Wirtschaftsminister Bartenstein und die Sozialpartner &#8211; mit Ausnahme der Landwirtschafts-Vertreter. Besonders Bartenstein hat sich vom Paulus in einen Saulus verwandelt. Statt der selbst ausgehandelten Kyoto-Ziele zur <sub>2<\/sub>-Reduktion haben wir bald mehr als 22% Zuwachs an CO<sub>2<\/sub>-Ausst\u00f6ssen. Zwei Akzente sind besonders daf\u00fcr verantwortlich: Der Verkehr und der W\u00e4rmemarkt. <\/p>\n<p><b>oekonews: Was \u00e4rgert Sie an \u00d6sterreichs derzeitiger \u00d6kostrom-Politik?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Wir haben Seite an Seite mit Bartenstein gek\u00e4mpft, als er Umweltminister war. Es ist unglaublich, dass er sich so ver\u00e4ndert hat. Er folgt den Bremsern auf Zuruf und denkt nicht an die, die den Fortschritt fordern. Und das, in Zeiten einer Rekordarbeitslosigkeit. Es ist ganz einfach: Im EE-Bereich sind 5 Mal mehr Arbeitspl\u00e4tze als in der Mineral\u00f6l-Wirtschaft m\u00f6glich. Besonders entt\u00e4uschend ist auch die altmodische Haltung der Industriellenvereinigung, denn die junge Industrie ist ganz klar f\u00fcr einen Umstieg des Steuersystems nach dem Vorbild der \u00d6kosozialen Steuerreform.<\/p>\n<p><b>oekonews: &#8230; und was erfreut Sie an Ihrer Arbeit?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Wenn wieder ein Werk er\u00f6ffnet wird \u2013 gegen die gr\u00f6ssten Widerst\u00e4nde. Und wenn man sich die aktuellen Zahlen ansieht, und merkt: Es geht was weiter. Auch das EU-Wei\u00dfbuch der EE, das stark von Kopetz beeinflusst wurde, stimmt optimistisch. Und wirkliche Freude kommt bei den Reaktionen auf unsere &#8220;\u00d6koenergie&#8221; zur\u00fcck (Anm. der Redaktion: Die \u00d6koenergie ist die gr\u00f6sste \u00f6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr EE). Besonders die Reaktionen der jungen Menschen sind erfrischend und geben die Kraft weiterzutun.<\/p>\n<p><b>oekonews: Was w\u00fcrden Sie als Energieminister zuerst durchsetzen?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Die \u00f6kosoziale Steuerreform. Ganz klar. Schon in der Bibel steht: Bestrafe den, der B\u00f6ses tut. Belohne den, der Gutes tut. Derzeit ist es leider umgekehrt.<\/p>\n<p><b>oekonews: Was wollen Sie unseren Lesern mitgeben?<\/b><\/p>\n<p><b><i>Ernst Scheiber:<\/i><\/b> Das wichtigste sind Politiker aller Parteien, die das Arbeitsplatz-Potential der EE erkennen und sich daf\u00fcr stark machen. Selbst die Bremser k\u00f6nnen die Zeit nicht zur\u00fcckdrehen. BP &#038; Shell proben schon den Umstieg auf Solarenergie. Und selbst Bush plant ein Ethanol-Programm. <\/p>\n<p><b>Daher: Keine Angst &#8211; die Zeit arbeitet f\u00fcr uns!<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zum Jubil&auml;ums-Jahr des ersten Biomasse-K&auml;mpfers &Ouml;sterreichs ist Prof. Dkfm. 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