{"id":71686,"date":"2020-02-17T07:26:00","date_gmt":"2020-02-17T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=71686"},"modified":"2020-02-12T13:48:41","modified_gmt":"2020-02-12T12:48:41","slug":"regierungsberater-mit-spinnenseide-jens-klein-soll-die-biooekonomie-voranbringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/regierungsberater-mit-spinnenseide-jens-klein-soll-die-biooekonomie-voranbringen\/","title":{"rendered":"Regierungsberater mit Spinnenseide: Jens Klein soll die Bio\u00f6konomie voranbringen"},"content":{"rendered":"<p>So ein Bild w\u00fcnscht sich jedes Start-up. Bei einer Kabinettsitzung wurde ein Turnschuh durch die Reihen der Minister gereicht, hergestellt mit Hilfe von synthetischer Spinnenseide des Unternehmens Amsilk. \u201eWir sind das erste Unternehmen in Deutschland, das derartige Produkte mit Hilfe industrieller Biotechnologie herstellt\u201c, sagte Vorstandschef Jens Klein dem Handelsblatt.<\/p>\n<p>Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat den Betriebswirt in ein Beratergremium berufen, das die Entwicklung der industriellen Bio\u00f6konomie in Deutschland voranbringen soll.<\/p>\n<p>Amsilk passt gut in Zeiten, in denen alle nach Nachhaltigkeit streben. \u201eWir produzieren Fasern ohne Roh\u00f6l, am Ende der Nutzungsdauer sind die Produkte komplett abbaubar\u201c, sagt Klein. Im vergangenen Jahr schaffte sein Unternehmen wie versprochen erstmals Millionenums\u00e4tze.<\/p>\n<p>In dem Beratergremium trifft Klein jetzt auf Experten von Chemieriesen wie BASF und Evonik, f\u00fcr das er fr\u00fcher einmal gearbeitet hat. \u201eWir sind zwar noch klein, aber wir sind jetzt schon ein Leuchtturmunternehmen in diesem Bereich in Deutschland und auch dar\u00fcber hinaus\u201c, ist Klein \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Synthetisch hergestellte Spinnenseide wird heute in der Kosmetikindustrie eingesetzt, bei Implantaten und in der Modeindustrie. Bei der Gewinnung der k\u00fcnstlichen Spinnenseide werden Kolibakterien genetisch so manipuliert, dass sie in gro\u00dfen Stahltanks den Eiwei\u00dfstoff produzieren.<\/p>\n<p>Ein getrocknetes Seidenpulver kann dann zum Beispiel in Kosmetika oder in Faserform in der Textilindustrie genutzt werden. Adidas entwickelte einen Turnschuh auf Basis des Biosteel, so nennt Amsilk die synthetische Faser.<\/p>\n<p>Synthetische Seide ist widerstandsf\u00e4hig, flexibel und weich. Die nat\u00fcrliche Gewinnung von Spinnenseide \u2013 das Melken von Seidenspinnen \u2013 ist aufwendig und teuer. Zudem m\u00fcssen laut Tierschutzorganisation Peta f\u00fcr ein einziges Seidenkleid 50.000 Seidenraupen get\u00f6tet werden. Daher experimentieren einige Unternehmen mit synthetischer Seide.<\/p>\n<p>Zudem ist das Produkt zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Der Outdoor-Ausr\u00fcster North Face hat gemeinsam mit der Biotechfirma Spiber einen Parka aus k\u00fcnstlicher Spinnenseide entwickelt. Das US-Start-up Bolt Threads, das unter anderem Peter Thiel als Investor an Bord hat, brachte als erstes Produkt eine Krawatte auf den Markt.<\/p>\n<p>Allerdings ist die k\u00fcnstliche Seide noch teuer. Es muss sich erst noch beweisen, ob sie sich im Massenmarkt durchsetzt. Klein sieht viele Anwendungsgebiete, so verk\u00fcndete Amsilk vor einigen Monaten eine Partnerschaft mit dem Flugzeugbauer Airbus.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbernahme gilt als vorstellbar<br \/>\nKlein hatte in Deutschland Betriebswirtschaft studiert und in New York seinen MBA gemacht. Sp\u00e4ter arbeitete er unter anderem f\u00fcr eine Unternehmensberatung und einen Mittelst\u00e4ndler der von Evonik \u00fcbernommen wurde, f\u00fcr das er dann in F\u00fchrungspositionen t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Doch das Gestalten bei einem stark wachsenden Start-up gef\u00e4llt ihm. \u201eMan hat in so einem Umfeld viele Freiheiten\u201c, sagt er. Wenn man so eine Neuentwicklung aber weltweit skalieren wolle, k\u00f6nne eine Partnerschaft mit einem gro\u00dfen Konzern helfen. Daher gilt in Branchenkreisen auch eine \u00dcbernahme von Amsilk zum Beispiel durch einen Chemiekonzern als vorstellbar.<\/p>\n<p>Die Technologie des Biosteel, so nennt Amsilk das synthetische Produkt, basiert auf Forschungen von Thomas Scheibel, Professor f\u00fcr Biomaterialien an der Universit\u00e4t Bayreuth. Um die Entwicklung auch zu kommerzialisieren, wurde 2014 dann Klein an die Unternehmensspitze geholt.<\/p>\n<p>Hauptinvestor ist AT Newtec, eine der Investmentt\u00f6chter von Andreas und Thomas Str\u00fcngmann. Die Br\u00fcder hatten den Generikahersteller Hexal gegr\u00fcndet und geh\u00f6ren zu den aktivsten und nachhaltigsten Biotechinvestoren in Deutschland. Als Investor ist zudem der MIG Fonds an Bord. Die Eigent\u00fcmer haben bislang einen zweistelligen Millionenbetrag investiert.<\/p>\n<p>Im Bereich der industriellen Biotechnologien sieht Klein f\u00fcr Deutschland viele Chancen. \u201eWir m\u00fcssen es aber schaffen, dass noch mehr Unternehmen in diesem wichtigen Zukunftssektor in der Lage sind, ihre Entwicklung auch im gro\u00dfen Stil herauszubringen.\u201c Derzeit gebe es zum Beispiel an Forschungseinrichtungen kleine Testanlagen \u2013 und ganz gro\u00dfe bei den Chemiekonzernen.<\/p>\n<p>Was fehle, sei der Zwischenschritt \u2013 und der sei sehr kostspielig und auch sehr zeitaufw\u00e4ndig. Helfen k\u00f6nnten hier eine zielgerichtete Wirtschaftsf\u00f6rderung, gute Standortbedingungen und eine deutliche bessere Eigenkapital-Ausstattung. Alles Themen, die er nun direkt mit der Bundesregierung besprechen kann<\/p>\n<p>Mehr: Amsilk will mit synthetischer Seide das massenhafte T\u00f6ten von Raupen \u00fcberfl\u00fcssig machen. Nun stellt die Firma ihr erstes kommerzielles Textilprodukt vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ein Bild w\u00fcnscht sich jedes Start-up. Bei einer Kabinettsitzung wurde ein Turnschuh durch die Reihen der Minister gereicht, hergestellt mit Hilfe von synthetischer Spinnenseide des Unternehmens Amsilk. \u201eWir sind das erste Unternehmen in Deutschland, das derartige Produkte mit Hilfe industrieller Biotechnologie herstellt\u201c, sagte Vorstandschef Jens Klein dem Handelsblatt. 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