{"id":71442,"date":"2020-02-12T06:43:24","date_gmt":"2020-02-12T05:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fumwelt-naturschutz%2Fpflanzenblaetter-als-verpackungsalternative-zu-plastik.html"},"modified":"2020-02-09T15:44:36","modified_gmt":"2020-02-09T14:44:36","slug":"pflanzenblaetter-als-verpackungsalternative-zu-plastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzenblaetter-als-verpackungsalternative-zu-plastik\/","title":{"rendered":"Pflanzenbl\u00e4tter als Verpackungsalternative zu Plastik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie lassen sich Lebensmittel l\u00e4nger haltbar machen, ohne auf fossilbasierte Kunststoffverpackungen zur\u00fcckzugreifen? Seit 2018 hat die Regierung von Benin mit Blick auf die Umweltprobleme durch Verpackungsm\u00fcll nicht bioabbaubarer Plastikt\u00fcten verboten. Wissenschaftler der Universit\u00e4t Bonn entwickeln nun mit Kollegen aus dem westafrikanischen Land nachhaltige Verpackungen aus nat\u00fcrlichen Materialien wie Bananenbl\u00e4ttern. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft f\u00f6rdert das Vorhaben \u201eWALF-Pack\u201c f\u00fcr drei Jahre mit 350.000 Euro.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDa Benin zu einem der \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt geh\u00f6rt, in dem immer noch mehr als eine Million Menschen unterern\u00e4hrt sind, ist der Schutz von Lebensmitteln durch Verpackungen besonders wichtig\u201c, sagt Prof. Dr. Judith Kreyenschmidt, die Leiterin des Projektes vom Institut f\u00fcr Tierwissenschaften der Universit\u00e4t Bonn. Dieser Schutz ist vor allem beim Transport sehr wichtig, da durch fehlende oder suboptimale Verpackungen wertvolle Lebensmittel verloren gehen. Die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Nutzung von Plastik als Verpackungsmaterial kann jedoch gerade in L\u00e4ndern wie Benin, die keine Abfallwirtschaft besitzen, zu starker Umweltverschmutzung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Deshalb ist es ein Ziel des Projektes \u201eWest African local food packaging\u201c (WALF-Pack), alte Techniken der Verpackung mit Pflanzenbl\u00e4ttern weiterzuentwickeln und durch die Kombination mit neuen Technologien zu optimieren. Traditionell werden immer noch viele Lebensmittel wie zum Beispiel verschiedene Breie in Bl\u00e4ttern von Bananen oder anderen lokalen Pflanzen verpackt. Dies dient dabei nicht nur dem Schutz, Transport oder der Pr\u00e4sentation, sondern manchmal auch dem Geschmack des Produktes.<\/p>\n<p>Das Projekt verfolgt mehrere Ans\u00e4tze in der Verpackungsentwicklung: Zum einen die Weiterentwicklung der alten Techniken, zum anderen die Implementierung neuer nachhaltiger Materialien wie zum Beispiel Bioplastik in Kombination mit nachhaltigen aktiven Beschichtungen, sogenannten aktiven Verpackungen. Diese beinhalten eine aktive Komponente, die den Verderb des Lebensmittels verlangsamt. Um die optimale Entwicklung der Verpackung f\u00fcr die Gegebenheiten vor Ort zu gew\u00e4hrleisten, ist die Doktorandin Barbara G\u00f6tz regelm\u00e4\u00dfig in Benin. Dort wird die Expertise des Netzwerkes aus lokalen Verpackungsunternehmen, H\u00e4ndlern, Produzenten, Nichtregierungsorganisationen (NGO) und den Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Abomey-Calavi geb\u00fcndelt, um die L\u00f6sungen bestm\u00f6glich f\u00fcr den lokalen Markt anzupassen.<\/p>\n<h3>Verpackungen aus Wasserhyazinthen<\/h3>\n<p>Zusammen mit der NGO \u201eJeunesse Et Emplois Verts Pour Une Economie Verte\u201c (JEVEV), die aus den getrockneten St\u00e4ngeln der Wasserhyazinthe K\u00f6rbe, Taschen und andere Gebrauchsgegenst\u00e4nde herstellt, wird untersucht, ob sich diese Wasserpflanze als lokales Verpackungsmaterial eignet. Die Wasserhyazinthe ist eine invasive Wasserpflanze aus S\u00fcdamerika, die unter den Umweltbedingungen in Afrika schnell w\u00e4chst und dort die Seen und Fl\u00fcsse \u00fcberwuchert. Aus einer aktuellen Laboruntersuchung geht hervor, dass die geernteten Pflanzen nicht mit Schwermetallen belastet sind und somit einen Einsatz im Kontakt mit Lebensmitteln m\u00f6glich macht. \u201eDie NGO JEVEV m\u00f6chte in Zukunft ihr Portfolio durch die Produktion von Papier auf der Basis von Wasserhyazinthen ausweiten, um dadurch zus\u00e4tzliche \u00f6konomische Strukturen und Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und dies mit dem Arten- und Umweltschutz zu verbinden\u201c, berichtet Barbara G\u00f6tz. Diese Voraussetzungen bilden eine gute Grundlage f\u00fcr die Entwicklung einer nachhaltigen Verpackung auf Basis der Wasserhyazinthe.<\/p>\n<h3>Das Konsortium<\/h3>\n<p>Das Konsortium zu dem Nachhaltigkeitsprojekt besteht aus der Universit\u00e4t Bonn und der Universit\u00e4t Abomey-Calavi in Benin. Es wird durch ein Netzwerk von Produzenten, verarbeitenden Unternehmen, \u00f6ffentlichen Einrichtungen und Verpackungsfirmen unterst\u00fctzt. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft f\u00f6rdert das Vorhaben \u201eWALF-Pack\u201c (F\u00f6rder-KZ: 2816PROC08) f\u00fcr drei Jahre mit 350.000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie lassen sich Lebensmittel l\u00e4nger haltbar machen, ohne auf fossilbasierte Kunststoffverpackungen zur\u00fcckzugreifen? Seit 2018 hat die Regierung von Benin mit Blick auf die Umweltprobleme durch Verpackungsm\u00fcll nicht bioabbaubarer Plastikt\u00fcten verboten. Wissenschaftler der Universit\u00e4t Bonn entwickeln nun mit Kollegen aus dem westafrikanischen Land nachhaltige Verpackungen aus nat\u00fcrlichen Materialien wie Bananenbl\u00e4ttern. 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