{"id":71187,"date":"2020-02-03T07:26:59","date_gmt":"2020-02-03T06:26:59","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=71187"},"modified":"2021-09-09T21:22:31","modified_gmt":"2021-09-09T19:22:31","slug":"spanischer-oelkonzern-repsol-will-klimaneutral-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/spanischer-oelkonzern-repsol-will-klimaneutral-werden\/","title":{"rendered":"Spanischer \u00d6lkonzern Repsol will klimaneutral werden"},"content":{"rendered":"<p>Als erster \u00d6l- und Gaskonzern der Welt will Repsol aus Spanien bis 2050 klimaneutral werden. Der Vorstand des sechstgr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Unternehmens in der Branche hat k\u00fcrzlich nicht nur eine ausgeglichene CO2-Bilanz 2050 versprochen, sondern auch Etappenziele: minus 10 Prozent-CO2-Aussto\u00df bis 2025, minus 20 Prozent bis 2030 und minus 40 Prozent bis 2040. In die CO2-Bilanz sollen nicht nur die direkten betrieblichen Emissionen, die sogenannten Scope-1- und Scope-2-Emissionen, einflie\u00dfen, sondern auch die Scope 3, also die, die Repsol-Produkte nach dem Verkauf er\u00adzeugen.<\/p>\n<p>70 Prozent der Reduzierung seien mit der schon zur Verf\u00fcgung stehenden Technik zu meistern, hei\u00dft es aus der Konzernzentrale in Madrid. Neben Modernisierung der industriellen Verfahren ist unter anderem von \u201eAbscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2\u201c sowie \u2013 falls erforderlich \u2013 von Wiederaufforstung die Rede. Es sollen zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten an erneuerbaren Energien installiert werden. Geplant sind zwei Photovoltaikanlagen und eine Windkraftanlage mit insgesamt 1.600 Megawatt Leistung. Damit sollen vor allem konzern\u00adeigene Anlagen wie Raffinerien und Chemiewerke mit Energie versorgt werden \u2013 wo n\u00f6tig, \u00fcber den Umweg der Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff.<\/p>\n<p>\u201eRepsol wird den Fokus auf die Kreislaufwirtschaft legen\u201c, hei\u00dft es weiter. Das Ziel sei die Verdoppelung der Produktion hochwertiger Biokraftstoffe aus Pflanzen\u00f6len auf bis zu 600.000 Tonnen pro Jahr 2030. Die H\u00e4lfte davon soll aus Abfall\u00f6len und -fetten hergestellt werden.<\/p>\n<p>Der Umbau soll von einem internen CO2-Emissionshandel begleitet werden, der die\u00adjenigen Konzernteile bestraft, die das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t nicht ehrgeizig genug verfolgen. Mindestens 40 Prozent der langfristigen variablen Verg\u00fctung f\u00fcr Manager werden ebenfalls an die Dekarbonisierungsziele gebunden.<\/p>\n<p>Betriebsteile werden neu bewertet<br \/>\nWas dies f\u00fcr das \u00d6lgesch\u00e4ft bedeutet, wird erst Mitte des Jahres klar werden, wenn Repsol einen detaillierten Strategieplan vorlegt. Als erster Schritt wird Repsol den Wert einzelner Betriebsteile neu festlegen. F\u00fcr 2019 soll es zu einer Wertminderung von rund 4,8 Milliarden Euro kommen. Abgeschrieben werden vor allem Erkundungs- und F\u00f6rderprojekte in den USA und Kanada. Auf die Gewinnbeteiligung der Aktion\u00e4re werde diese Abschreibung keinen Einfluss haben, verspricht der Vorstand. Der Repsol-Aktie schadete die Ank\u00fcndigung nicht.<\/p>\n<p>Das Unternehmen hat ein weit gestreutes Gesellschafterkapital. Neben spanischen Banken und einem Baukonzern geh\u00f6ren die gro\u00dfen Aktienpakete internationalen Investmentfonds, darunter dem norwegischen Staatsfonds. Die Skandinavier haben ihre Beteiligung nach der Ank\u00fcndigung der Klimaziele verdoppelt, und auch der US-Fonds BlackRock stellt sich hinter die neue Unternehmenspolitik.<\/p>\n<p>Bei unabh\u00e4ngigen Beobachtern sto\u00dfen die Klimaziele von Repsol auf Zustimmung. \u201eDas Engagement von Repsol ist ehrgeizig und wird der globalen Herausforderung gerecht\u201c, erkl\u00e4rt Rick Heede vom Climate Accountability Institute in den USA. Die Spanier h\u00e4tten damit \u201edie Messlatte f\u00fcr andere \u00d6l- und Gaskonzerne hochgelegt\u201c. Heede ist \u00fcberzeugt, dass Repsol die Klimaneutralit\u00e4t erreichen kann. Allerdings warnt er auch vor Buchhaltertricks. \u201eRepsol kann die Scope-3-Emmissionen auf Grundlage der verkauften Produkte definieren, w\u00e4hrend wir sie auf der Grundlage des produzierten \u00d6ls und Gases festsetzen\u201c, sagt Heede.<\/p>\n<p>\u201eRund 15 Prozent der weltweiten energiebedingten Treibhausgasemissionen stammen aus dem Prozess, \u00d6l und Gas aus dem Boden zum Verbraucher zu bef\u00f6rdern\u201c, erkl\u00e4rt Fatih Birol von der unabh\u00e4ngigen Internationalen Energie-Agentur mit Sitz in Paris. Ein gro\u00dfer Teil dieser Emissionen k\u00f6nne \u201erelativ schnell und einfach gesenkt werden\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als erster \u00d6l- und Gaskonzern der Welt will Repsol aus Spanien bis 2050 klimaneutral werden. 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