{"id":71136,"date":"2020-01-31T06:42:31","date_gmt":"2020-01-31T05:42:31","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fbioreaktor-kuh-antikoerper-aus-der-kuh-ersetzen-antibiotika.html"},"modified":"2020-01-31T12:36:54","modified_gmt":"2020-01-31T11:36:54","slug":"bioreaktor-kuh-antikoerper-aus-der-kuh-ersetzen-antibiotika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioreaktor-kuh-antikoerper-aus-der-kuh-ersetzen-antibiotika\/","title":{"rendered":"Bioreaktor Kuh &#8211; Antik\u00f6rper aus der Kuh ersetzen Antibiotika"},"content":{"rendered":"<p><strong>Komplexe Lebensmittel wie Milch enthalten zahlreiche Einzelkomponenten, die f\u00fcr medizinische, ern\u00e4hrungstherapeutische oder technologische Zwecke genutzt werden k\u00f6nnen und damit die Wertsch\u00f6pfung im Vergleich zum herk\u00f6mmlichen Produkt signifikant steigern. So k\u00f6nnen mithilfe der sogenannten Milchproteinfraktionierung, einer speziellen Membrantechnik, aus der Milch gezielt geimpfter K\u00fche Antik\u00f6rper gewonnen werden, die im Falle von Antibiotika-Resistenzen Anwendung finden. Antik\u00f6rper spielen bei der Infektionsabwehr eine zentrale Rolle. Sie erkennen und markieren in den K\u00f6rper eingedrungene Krankheitserreger und aktivieren daraufhin das Immunsystem.<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen eines Projekts der <a href=\"https:\/\/www.aif.de\/innovationsfoerderung\/igf-industrielle-gemeinschaftsforschung.html\" target=\"_blank\">Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)<\/a> haben Dr. Hans-J\u00fcrgen Heidebrecht und Prof. Dr. Ulrich Kulozik vom Zentralinstitut f\u00fcr Ern\u00e4hrungs- und Lebensmittelforschung (<a href=\"https:\/\/www.ziel.tum.de\/\" target=\"_blank\">ZIEL<\/a>) an der <a href=\"https:\/\/www.tum.de\/\" target=\"_blank\">Technischen Universit\u00e4t (TU) M\u00fcnchen<\/a> diese Fraktionierungsmethode jetzt wesentlich verbessert. Mithilfe der von ihnen entwickelten neuartigen Mikrofiltrationsmembranen ist es m\u00f6glich, spezifische Antik\u00f6rper aus der Milch abzutrennen und soweit anzureichern, dass sie unter anderem als Ersatz f\u00fcr Antibiotika eingesetzt werden k\u00f6nnen. Das Projekt war im November 2019 unter den drei Finalisten bei der Wahl zum <a href=\"https:\/\/www.aif.de\/aif\/otto-von-guericke-preis.html\" target=\"_blank\">Otto von Guericke-Preis der AiF<\/a>. Der Preis wird einmal im Jahr f\u00fcr herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) mit \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>Medikamente auf Milchbasis<\/h3>\n<p>Durch die Ergebnisse des IGF-Projekts, das vom AiF-Mitglied <a href=\"https:\/\/www.aif.de\/aif\/mitglieder\/mitglieder-steckbriefe\/formular\/detail\/23.html\" target=\"_blank\">Forschungskreis der Ern\u00e4hrungsindustrie e.V. (FEI)<\/a> koordiniert wurde, ist der gesamte Prozess der Milchproteinfraktionierung deutlich effizienter geworden und er\u00f6ffnet neue Anwendungsm\u00f6glichkeiten. So kann dieser innovative Ansatz perspektivisch zur Entwicklung von Medikamenten auf Milchbasis \u00fcberall dort eingesetzt werden, wo es ein empfindliches Mikrobiom-Gleichgewicht gibt und dieses Gleichgewicht nicht mit unspezifischen Antibiotika zerst\u00f6rt werden soll.<\/p>\n<h3>Deutliche Verbesserung<\/h3>\n<p>\u201eBei der Mikrofiltration wird Milch mit Druck durch Membranen gepresst und dadurch in verschiedene Komponenten unterteilt\u201c, erkl\u00e4rt Kulozik das Verfahren. \u201eDie Methode war nicht neu. Damit aber die Antik\u00f6rper im Filtrat landen und zudem von hoher Funktionalit\u00e4t und Reinheit waren, mussten wir die Membranen deutlich verbessern. Das ist uns gelungen\u201c, freut sich der Forscher. Heidebrecht beschreibt die Gewinnung der Antik\u00f6rper. \u201eIm Prinzip setzen wir die Kuh als Bioreaktor ein und machen uns ihr Immunsystem zunutze. Indem wir die Kuh mit inaktiven menschlichen Krankheitserregern immunisieren, erzeugen wir ganz bestimmte Antik\u00f6rper in der Kuhmilch. Die reichern wir dann entsprechend an und nutzen sie f\u00fcr die orale passive Immunisierung von Menschen.\u201c In einer Pilotanwendung wurden auf diese Art schon Antik\u00f6rper gegen Krankenhauskeime erzeugt. Weitere m\u00f6gliche Anwendungen sind die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, bakteriellen Hauterkrankungen oder Karies. Derzeit ist eine gro\u00dfe Studie in Vorbereitung, um ein neues Medikament auf den Markt zu bringen.<\/p>\n<h3>Hohe wirtschaftliche Relevanz<\/h3>\n<p>Mittlerweile sind die neuen Membranen auch kommerziell verf\u00fcgbar. F\u00fcr Dr. Wolfgang Holzm\u00fcller von der Allg\u00e4uer Milei GmbH bedeuten diese einen massiven Technologievorsprung f\u00fcr das Unternehmen. \u201eDie beiden Wissenschaftler haben eine Schl\u00fcsseltechnologie weiterentwickelt, die wegweisend f\u00fcr die Milchindustrie ist. Die Projektergebnisse er\u00f6ffnen uns v\u00f6llig neue Anwendungsgebiete\u201c, betont Holzm\u00fcller. Die Milei GmbH war als einer von 19 Industriepartnern am Projektbegleitenden Ausschuss des IGF-Projekts beteiligt.<\/p>\n<p>Dr. Volker H\u00e4usser, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des FEI, weist auf die hohe Zahl der beteiligten Industriepartner bei diesem Projekt hin: \u201e19 Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen haben dieses Projekt begleitet. Allein diese Zahl zeigt, wie relevant das Projektthema f\u00fcr die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft ist.\u201c Die Ergebnisse des Projekts werden perspektivisch gesehen milliardenschwere M\u00e4rkte beeinflussen, ist sich H\u00e4usser sicher. \u201eVor allem aber werden die Ergebnisse positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben\u201c, so sein Res\u00fcmee.<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\">\n<div class=\"_brlbs-content-blocker\">\n<div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <\/p>\n<div class=\"_brlbs-caption\">\n<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br \/><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p>\n<p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p>\n<p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iQmlvcmVha3RvciBLdWggLSBBbnRpa8O2cnBlciBhdXMgZGVyIEt1aG1pbGNoIGVyc2V0emVuIEFudGliaW90aWthIiB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC93WTF2NUhVVXVodz9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlOyB3ZWItc2hhcmUiIHJlZmVycmVycG9saWN5PSJzdHJpY3Qtb3JpZ2luLXdoZW4tY3Jvc3Mtb3JpZ2luIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+<\/script><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Komplexe Lebensmittel wie Milch enthalten zahlreiche Einzelkomponenten, die f\u00fcr medizinische, ern\u00e4hrungstherapeutische oder technologische Zwecke genutzt werden k\u00f6nnen und damit die Wertsch\u00f6pfung im Vergleich zum herk\u00f6mmlichen Produkt signifikant steigern. 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