{"id":71060,"date":"2020-01-28T06:55:04","date_gmt":"2020-01-28T05:55:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=71060"},"modified":"2020-01-27T20:39:37","modified_gmt":"2020-01-27T19:39:37","slug":"eu-setzt-fuer-den-green-deal-auf-biooekonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-setzt-fuer-den-green-deal-auf-biooekonomie\/","title":{"rendered":"EU setzt f\u00fcr den Green Deal auf Bio\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"<p>This article is part of our special report Die \u201eneun Ziele\u201c der GAP und die Bio\u00f6konomie.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission und die Mitgliedsstaaten wollen verst\u00e4rkt das Konzept der \u201eBio\u00f6konomie\u201c nutzen: So sollen gerade im Bereich Landwirtschaft die politischen Priorit\u00e4ten umgesetzt werden, die im Mittelpunkt der neuen EU-Umweltpolitik und des Green Deal stehen.<\/p>\n<p>In einer Rede vor dem Landwirtschaftsausschuss des kroatischen Parlaments in Zagreb betonte Agrarkommissar Janusz Wojciechowski k\u00fcrzlich, die Bio\u00f6konomie stelle \u201eeine gro\u00dfe Chance\u201c f\u00fcr die EU-Landwirtschaft dar, eine entscheidende Rolle f\u00fcr den Erfolg des europ\u00e4ischen Green Deal zu spielen.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir unsere Wirtschaft dekarbonisieren wollen, m\u00fcssen wir mehr Biomasse produzieren, um damit Energie und biobasierte Materialien und Chemikalien herzustellen,\u201c so Wojciechowski weiter.<\/p>\n<p>Auf dem EU-Ratstreffen zu den Themen Landwirtschaft und Fischerei im vergangenen Dezember hatte der polnische Kommissar bereits betont, die Vorteile, die die Bio\u00f6konomie bieten k\u00f6nne, seien \u201evoll und ganz\u201c im Einklang mit den politischen Priorit\u00e4ten, die den Kern des Green Deal ausmachen. F\u00fcr die Erreichung dieser Ziele sei die Bio\u00f6konomie daher ein wichtiger Faktor.<\/p>\n<p>Was die praktische Seite der Entwicklungsstrategie betrifft, so wolle man sich auf die Anwendung eines sektor\u00fcbergreifenden, koh\u00e4renten und ganzheitlichen Ansatzes, aber auch auf die f\u00fcr die Bio\u00f6konomie entscheidende \u201eterritoriale Dimension\u201c konzentrieren: \u201eDie Rolle der politischen Entscheidungstr\u00e4ger auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene ist sehr wichtig, um die Entwicklung lokal verwurzelter Wertsch\u00f6pfungsketten zu gew\u00e4hrleisten \u2013 aber innerhalb eines globalen strategischen Rahmens,\u201c erl\u00e4uterte er.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Kommissars ist die F\u00f6rderung dieser Art von (lokalen) Wertsch\u00f6pfungsketten, in die die Prim\u00e4rerzeuger vollst\u00e4ndig und erfolgreich integriert sind, au\u00dferdem eine Voraussetzung, um mehr qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze und Innovattions-Know-How auf dieser Produktionsebene zu schaffen.<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie wird dar\u00fcber hinaus ausdr\u00fccklich als Teil der neun Hauptziele der reformierten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) genannt. Somit werden alle Mitgliedsstaaten in nationalen Strategiepl\u00e4nen darlegen m\u00fcssen, wie sie diese EU-weiten Ziele, einschlie\u00dflich eben der F\u00f6rderung der Bio\u00f6konomie, mit den Instrumenten der GAP erreichen wollen.<\/p>\n<p>\u201eDas vorgeschlagene neue Umsetzungsmodell bietet den Mitgliedsstaaten die M\u00f6glichkeit, ma\u00dfgeschneiderte und st\u00e4rker ergebnisorientierte Ma\u00dfnahmen in diesem Bereich zu entwickeln,\u201c zeigte sich Wojciechowski optimistisch.<\/p>\n<p>Motivationssch\u00fcbe<\/p>\n<p>Die Aktualisierung der Bio\u00f6konomiestrategie durch die EU-Kommission im Oktober 2018 hatte der Entwicklung des Rahmenwerks neuen Schwung verliehen.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich vor acht Jahren als ein Mittel zur Verringerung der Abh\u00e4ngigkeit Europas vom Erd\u00f6l konzipiert, wurde in der aktualisierten Fassung der Kommission die Bio\u00f6konomiestrategie von der Produktion von Biokraftstoffen auf jede Art \u201ebiobasierter Industrie\u201c ausgedehnt.<\/p>\n<p>Die Strategie befasst sich nun mehr mit dem Konzept der Kreislaufwirtschaft im Allgemeinen als lediglich mit der Energienutzung. Erkl\u00e4rtes Ziel ist es, die bereits recht dynamischen europ\u00e4ischen Bio-Sektoren weiter zu st\u00e4rken und auszubauen.<\/p>\n<p>Nach der Ver\u00f6ffentlichung der aktualisierten Strategie wurden im Jahr 2019 dann zwei hochrangig besetzte Konferenzen zur Bio\u00f6konomie von den EU-Ratspr\u00e4sidentschaften Rum\u00e4niens und Finnlands veranstaltet.<\/p>\n<p>Unter rum\u00e4nischer F\u00fchrung wurde der Fokus vor allem auf Forschungs- und Innovationsaspekte gerichtet, beispielsweise mit Blick auf eine st\u00e4rkere Verzahnung mit dem aktuellen Forschungsprogramm \u201eHorizon 2020\u201c und dem folgenden \u201eHorizon Europe\u201c.<\/p>\n<p>Die Agrarforschung sollte wieder in die Diskussion \u00fcber Bio\u00f6konomie eingebracht werden, forderte der rum\u00e4nische Landwirtschaftsminister Petre Dea im vergangenen Juni bei einem informellen Treffen mit anderen zust\u00e4ndigen EU-Ministerinnen und -Ministern. Seiner Ansicht nach sei die Forschung ein wichtiger Treiber f\u00fcr die Landwirtschaft der Zukunft.<\/p>\n<p>In der Debatte wurde auch mehrfach auf die Notwendigkeit hingewiesen, sicherzustellen, dass die Landwirte auch tats\u00e4chlichen Zugang zu diesem neuen Wissen erhalten und es entsprechend nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Finnlands und Kroatiens EU-Vorsitze<\/p>\n<p>Die finnische Pr\u00e4sidentschaft setzte die Diskussion fort und wies dabei nachdr\u00fccklich darauf hin, dass alle EU-Mitgliedsstaaten voneinander lernen, bew\u00e4hrte Praktiken miteinander teilen und den Grundsatz \u201eNiemand darf zur\u00fcckgelassen werden\u201c anwenden sollten.<\/p>\n<p>Die finnische Regierung hob au\u00dferdem die entscheidende Rolle hervor, die nicht nur den Landwirten, sondern auch den Waldbesitzern bei der Verwirklichung einer europ\u00e4ischen Kreislaufwirtschaft und Bio\u00f6konomie zukommt. Schlie\u00dflich w\u00fcrden sie eine aktive Rolle bei der Bew\u00e4ltigung der mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen spielen.<\/p>\n<p>Die Landwirtschaftsministerinnen und -minister betonten auch mehrfach, dass der aus den biobasierten Wertsch\u00f6pfungsketten resultierende Mehrwert zu gleichen Teilen zwischen den beteiligten Akteuren, einschlie\u00dflich der Landwirte, aufgeteilt werden sollte. So erkenne man an, dass sie ein integraler Bestandteil dieser Wertsch\u00f6pfungsketten sind.<\/p>\n<p>Eine dritte Konferenz zur Bio\u00f6konomie ist nun f\u00fcr Ende April w\u00e4hrend der derzeitigen kroatischen EU-Ratspr\u00e4sidentschaft geplant, teilte ein kroatischer Diplomat gegen\u00fcber EURACTIV.com mit.<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie wird dar\u00fcber hinaus ausdr\u00fccklich im Programm der kroatischen Pr\u00e4sidentschaft erw\u00e4hnt, zusammen mit einem Schwerpunkt auf Familienbetrieben und jungen Landwirten.<\/p>\n<p>Auch bei seinem k\u00fcrzlichen Besuch in Zagreb unterstrich Kommissar Wojciechowski, dass die Bio\u00f6konomie gerade f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische Familienbetriebe eine gro\u00dfe Hilfe und Chance sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Noch interessanter d\u00fcrfte derweil sein, dass w\u00e4hrend der kroatischen Ratspr\u00e4sidentschaft eine Evaluierung der \u00fcberarbeiteten EU-Bio\u00f6konomiestrategie, zwei Jahre nach ihrer Verabschiedung, ansteht.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang soll die Umsetzung der Strategie \u2013 auch \u00fcber den Agrarsektor hinaus \u2013 \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>This article is part of our special report Die \u201eneun Ziele\u201c der GAP und die Bio\u00f6konomie. 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