{"id":71034,"date":"2020-01-30T07:32:15","date_gmt":"2020-01-30T06:32:15","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=71034"},"modified":"2020-01-27T14:01:01","modified_gmt":"2020-01-27T13:01:01","slug":"aus-holz-mach-bioplastik-mach-holz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aus-holz-mach-bioplastik-mach-holz\/","title":{"rendered":"Aus Holz mach Bioplastik mach Holz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Konventionelle Kunststoffverpackungen basieren in der Herstellung auf Erd\u00f6l und belasten nach Gebrauch als Plastikm\u00fcll die Umwelt. Das neue Forschungsprojekt \u201eSusPackaging\u201c an der Universit\u00e4t Stuttgart will biovertr\u00e4gliche Verpackungsmaterialien entwickeln, die nachhaltig produzierte Substrate wie Fette und Kohlenhydrate als Ausgangsstoff haben und in wenigen Monaten komplett abbaubar sind. Eine Schl\u00fcsselrolle spielen dabei Bakterien.<\/strong><\/p>\n<p>Die wachsenden Plastikberge auf unserem Planeten und insbesondere in den Meeren geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Umweltproblemen weltweit. Problematisch ist hierbei vor allem, dass konventionelle Kunststoffe in der Natur h\u00e4ufig mehrere Jahrzehnte bis gar Jahrhunderte \u00fcberdauern, da sie nicht biologisch abbaubar sind. Eine L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem versprechen \u201ebioabbaubare Biokunststoffe\u201c: Diese sch\u00fctzen die Natur gleich auf doppelte Weise: Zum einen basieren sie nicht auf Petrochemie, sondern haben als Ausgangsstoffe nachhaltig produzierte Substrate wie Fette und Kohlenhydrate. Und zum zweiten k\u00f6nnen sie in der Natur innerhalb einiger Monate komplett abgebaut werden.<\/p>\n<p>Genau hier setzt das Projekt \u201eSusPackaging\u201c an. Es wird vom Institut der Mikrobiologie der Universit\u00e4t Stuttgart zusammen mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB und anderen Instituten sowie \u00f6kologisch orientierten Kosmetikkonzernen wie Wala und Weleda getragen und vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit \u00fcber 2 Mio. Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich die Entwicklung von biovertr\u00e4glichen Verpackungsmaterialien aus nachhaltigen Ausgangsstoffen zum Ziel gesetzt. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Biokunststoffe aus Polyhydroxyfetts\u00e4uren (Polyhydroxyalkanoate, PHAs). Diese werden direkt in Mikroorganismen \u2013 im konkreten Fall aus Holzabf\u00e4llen \u2013 aufgebaut. Sie sind zudem sehr gut biologisch abbaubar.<\/p>\n<dl id=\"attachment_71035\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 561px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a href=\"https:\/\/www.uni-stuttgart.de\/universitaet\/aktuelles\/presseinfo\/Aus-Holz-mach-Bioplastik-mach-Holz\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-71035\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/004_20_kreislaufwirtschaft.jpg\" alt=\"004_20_kreislaufwirtschaft\" width=\"551\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/01\/004_20_kreislaufwirtschaft.jpg 720w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/01\/004_20_kreislaufwirtschaft-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/01\/004_20_kreislaufwirtschaft-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 551px) 100vw, 551px\" \/><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Kreislaufwirtschaft: Aus Holzabf\u00e4llen entstehen mithilfe von Bakterien wertvolle Biokunststoffe, aus deren Abbauprodukten im Wege der Fotosynthese neues Holz entsteht. Foto: Universit\u00e4t Stuttgart\/IMB<\/dd>\n<\/dl>\n<h3>Aus Abf\u00e4llen werden Substrate f\u00fcr Bakterien<\/h3>\n<p>Die Projektpartner untersuchen sowohl die Produktion dieser Biopolymere, als auch deren Extraktion aus Bakterienzellen, wof\u00fcr im Fraunhofer IGB unter der Leitung von Frau Dr. V\u00e1squez-Caicedo eigens f\u00fcr das Projekt ein l\u00f6sungsmittelfreies Verfahren entwickelt wurde. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft: Hierbei wird zun\u00e4chst im Zuge der Photosynthese Wasser und Kohlendioxid als Holz fixiert. Aus den Abf\u00e4llen der Holzproduktion werden dann Substrate f\u00fcr die Bakterien und mit diesen dann die PHAs produziert, die am Ende des Abbauprozesses in der Natur wieder zu Wasser und Kohlendioxid mineralisiert werden. Experimentiert wird mit einer Vielzahl von Bakterienst\u00e4mmen, welche auf verschiedenen Nahrungsquellen wachsen und unterschiedliche PHA-Polymere herstellen k\u00f6nnen. Die Zusammensetzung der PHAs hat einen wesentlichen Einfluss auf die Verarbeitbarkeit und N\u00fctzlichkeit der Verpackungsprodukte.<\/p>\n<p>Die Forschenden konnten bereits Produktionsverfahren f\u00fcr zwei PHA-Copolymere (Polymere aus mehr als einem Baustein) entwickeln, die gut zu verarbeiten sind, und mit denen die Bakterienst\u00e4mme ebenso hohe Wachstums- sowie Produktivit\u00e4tsraten entwickelten wie auf Substraten aus reinen Kohlenhydraten. \u201eSomit konnten wir zeigen, dass diese Abfallstoffe sehr gut geeignet sind, um daraus auf dem Wege des Upscalings mit Hilfe von Bakterien hochwertige Biokunststoffe herzustellen. Dies macht den Prozess sowohl umweltschonend als auch ressourcenschonend\u201c, erkl\u00e4ren die Projektleiter Dr. Dieter Jendrossek und Dr. Felix Becker vom Institut f\u00fcr Mikrobiologie der Universit\u00e4t Stuttgart. Nun will das Team die Verfahren, die bisher im kleinen Ma\u00dfstab ablaufen, zusammen mit den Projektpartnern in einen gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab \u00fcberf\u00fchren und den Produktionsprozess optimieren. \u201eUnser Ziel sind hochwertige und umweltfreundliche Verpackungen, die beispielsweise f\u00fcr \u00f6kologische Kosmetika verwendet werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakte<\/h3>\n<p>apl. Prof. Dr. Dieter Jendrossek<br \/>\nUniversit\u00e4t Stuttgart, Institut f\u00fcr Mikrobiologie<br \/>\nTel. +49 (0) 711 685-65483<br \/>\nEmail: <a href=\"mailto:dieter.jendrossek@imb.uni-stuttgart.de\" target=\"_blank\">dieter.jendrossek@imb.uni-stuttgart.de<\/a><\/p>\n<p>Dr. Felix Becker<br \/>\nUniversit\u00e4t Stuttgart, Institut f\u00fcr Mikrobiologie<br \/>\nTel. +49 (0) 711 685-65481<br \/>\nEmail: <a href=\"mailto:felix.becker@imb.uni-stuttgart.de\" target=\"_blank\">felix.becker@imb.uni-stuttgart.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konventionelle Kunststoffverpackungen basieren in der Herstellung auf Erd\u00f6l und belasten nach Gebrauch als Plastikm\u00fcll die Umwelt. Das neue Forschungsprojekt \u201eSusPackaging\u201c an der Universit\u00e4t Stuttgart will biovertr\u00e4gliche Verpackungsmaterialien entwickeln, die nachhaltig produzierte Substrate wie Fette und Kohlenhydrate als Ausgangsstoff haben und in wenigen Monaten komplett abbaubar sind. 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