{"id":7078,"date":"2004-05-17T00:00:00","date_gmt":"2004-05-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040517-03n"},"modified":"2004-05-17T00:00:00","modified_gmt":"2004-05-16T22:00:00","slug":"kundgebung-gegen-die-novellierung-des-bundeswaldgesetzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kundgebung-gegen-die-novellierung-des-bundeswaldgesetzes\/","title":{"rendered":"Kundgebung gegen die Novellierung des Bundeswaldgesetzes"},"content":{"rendered":"<p>Als Antwort auf die anhaltende Diskussion um die Pl\u00e4ne zur Novellierung des Bundeswaldgesetzes hatten Wald- und Grundbesitzerverb\u00e4nde zum Tag des Wald-Eigentums aufgerufen. Die Waldbesitzer lehnen die mit der Novellierung verbundene B\u00fcrokratisierung der Waldbewirtschaftung ab. Die zu erwartenden Mehrbelastungen durch detaillierte Bewirtschaftungsvorschriften sind von den Betrieben nicht zu leisten. Gutachten in diesem Bereich gehen von &#8220;gravierenden wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr die Forstbetriebe&#8221; aus. Au\u00dferdem werden solche Bestrebungen scheitern, da sie im kleinstrukturierten Privatwald nicht umsetzbar sind und die Waldbauern bei der drohenden Kostenbelastung vielmehr die Bewirtschaftung aufgeben werden. <\/p>\n<p>Volle Unterst\u00fctzung in ihren Forderungen erhielten die Waldbesitzer vom Pr\u00e4sidenten des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner. Best\u00e4tigt f\u00fchlten sie sich in ihrer Position durch den Vortrag des Vizepr\u00e4sidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Hermann Otto Solms. Eine Novellierung von Bundesgesetzen, wie dem Bundeswald- und auch dem Bundesjagdgesetz, mache nur nach Abschluss der Arbeiten der F\u00f6deralismuskommission Sinn. Da die zuk\u00fcnftige Verteilung der Gesetzeskompetenzen zwischen Bund und L\u00e4ndern unklar sei, k\u00f6nnten derartige Pl\u00e4ne derzeit nicht seri\u00f6s betrieben werden.<\/p>\n<p>Die forstpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen hatten bereits im Vorfeld ihre Positionen zur Novellierung des Bundeswaldgesetzes deutlich gemacht. Die Abgeordneten Georg Schirmbeck (CDU\/CSU) und Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) hatten darauf hingewiesen, dass das Bundeswaldgesetz sich in den vergangenen Jahren bew\u00e4hrt habe und im internationalen Vergleich an der Spitze liege. Sie warnten vor neuen Bewirtschaftungseinschr\u00e4nkungen und einem Mehr an B\u00fcrokratie. Demgegen\u00fcber begr\u00fc\u00dften Gabriele Hiller-Ohm (SPD) und Cornelia Behm (B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen) die Novellierungspl\u00e4ne als richtige Weichenstellung und \u00f6kologischen Fortschritt.<\/p>\n<p>Mit \u00fcberw\u00e4ltigender Zustimmung wurde die <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040517-03\/Resolution.doc\" >Resolution<\/a> der Wald- und Grundbesitzer &#8220;Eigentum st\u00e4rken \u2013 Zukunft sichern&#8221; verabschiedet. Die einzelnen Punkte lauten:<\/p>\n<p>1. Privateigentum ist die Grundlage einer leistungsf\u00e4higen Wirtschaft und Garant f\u00fcr den Wohlstand der Bev\u00f6lkerung. <\/p>\n<p><b>Daher ist im l\u00e4ndlichen Raum eine St\u00e4rkung der Waldeigent\u00fcmer zur Sicherung und Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen notwendig.<\/b><\/p>\n<p>2. Die geplante Novellierung des Bundeswaldgesetzes bewirkt das Gegenteil: Weitere Regulierungen, Auflagen und Beschr\u00e4nkungen erh\u00f6hen die B\u00fcrokratie und gef\u00e4hrden die Nachhaltig-keit, die auf den drei S\u00e4ulen \u00d6kologie, \u00d6konomie und Soziales basiert. <\/p>\n<p><b>Kein Paragraphendschungel im deutschen Wald!<\/b><\/p>\n<p>3. Durch einen vermehrten Einsatz des \u00d6korohstoffes Holz als Baumaterial und Energietr\u00e4ger k\u00f6nnen endliche Ressourcen geschont und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. <\/p>\n<p><b>Nicht nur die heimische Forst- und Holzwirtschaft, sondern alle B\u00fcrger in Deutschland brauchen eine erfolgreiche Holz-Charta \u2013 jetzt!<\/b><\/p>\n<p>4. Aufgrund der D\u00fcrre des vergangenen Jahres ist in diesem Jahr mit einem extremen Anstieg von k\u00e4ferbedingten Holznutzungen zu rechnen, die zu einer Krise in der Forstwirtschaft f\u00fchren k\u00f6nnten. <\/p>\n<p><b>Wir fordern die Bundesregierung auf, die grundgesetzliche Verpflichtung zur F\u00f6rderung der Forstwirtschaft zu befolgen.<\/b><\/p>\n<p>5. Mit der Osterweiterung hat die Forstwirtschaft in der EU deutlich an Bedeutung gewonnen: Mehr als 1\/3 der Fl\u00e4che der EU sind bewaldet, schon heute gibt es europaweit \u00fcber 12 Mio. private Waldeigent\u00fcmer. <\/p>\n<p><b>Die Aufnahme der Forstwirtschaft als Politikfeld in Artikel 16 der zuk\u00fcnftigen Europ\u00e4ischen Verfassung ist dringend geboten.<\/b><\/p>\n<p>St\u00fcrmischen Beifall erhielt der Ehrengast der Wald- und Grundbesitzer, Chuck Leavell. Mit seinen musikalischen Einlagen und St\u00fccken der Rolling Stones begeisterte er die Teilnehmer. Noch eindrucksvoller war seine einfache und schl\u00fcssige Botschaft zur Forstwirtschaft. Ohne bewirtschaftete W\u00e4lder keine Holznutzung &#8211; und damit keine Holzprodukte. Die Verwendung von Holz geh\u00f6re zum Leben wie die Luft zum Atmen. &#8220;Dass ein Wirtschaftszweig mit einer so positiven \u00d6ko-Bilanz, einem derart vielseitigen Produkt und solch einem Potenzial f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze im l\u00e4ndlichen Raum durch gesetzliche Vorschriften in Ketten gelegt wird, kann ich nicht nachvollziehen,&#8221; so Leavell.<\/p>\n<p>Abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.agdw.org\/\" >www.AGDW.org<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.grundbesitzerverbaende.de\/\" >www.grundbesitzerverbaende.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Antwort auf die anhaltende Diskussion um die Pl&auml;ne zur Novellierung des Bundeswaldgesetzes hatten Wald- und Grundbesitzerverb&auml;nde zum Tag des Wald-Eigentums aufgerufen. 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