{"id":70711,"date":"2020-01-22T06:41:00","date_gmt":"2020-01-22T05:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=https%3A%2F%2Fwww.bmel.de%2FSharedDocs%2FPressemitteilungen%2F2020%2F006_biooekonomiepolitik.html"},"modified":"2020-01-19T18:11:47","modified_gmt":"2020-01-19T17:11:47","slug":"nationale-biooekonomiestrategie-fuer-eine-nachhaltige-kreislauforientierte-und-starke-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nationale-biooekonomiestrategie-fuer-eine-nachhaltige-kreislauforientierte-und-starke-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Nationale Bio\u00f6konomiestrategie f\u00fcr eine nachhaltige, kreislauforientierte und starke Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise sch\u00fctzt Klima und Umwelt, aber garantiert auch k\u00fcnftigen Wohlstand. Deshalb setzt Deutschland auf den Ausbau der Bio\u00f6konomie. Am heutigen Mittwoch hat das Bundeskabinett dazu die Nationale Bio\u00f6konomiestrategie beschlossen. Die Bundesregierung b\u00fcndelt darin ihre bisherigen Aktivit\u00e4ten zur Bio\u00f6konomie und stellt die Weichen f\u00fcr die weitere Gestaltung. Federf\u00fchrend dabei werden das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) sein.<\/strong><\/p>\n<p>Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner: &#8220;In der Bio\u00f6konomie steckt Zukunft \u2013 vor allem auch f\u00fcr die Land- und Forstwirtschaft. Als zentrale Rohstoffproduzenten sind unsere Bauern tragenden S\u00e4ulen der Strategie. Denn w\u00e4hrend wir viele fossile Rohstoffe importieren m\u00fcssen, wachsen die erneuerbaren bei uns um die Ecke: Auf unseren Wiesen, \u00c4ckern und in den W\u00e4ldern&#8221;, betont Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner. &#8220;Reifen aus L\u00f6wenzahn, Autot\u00fcren aus Hanffasern oder Gummistiefel aus Mais. Das sind nur einige Beispiele, die das Potential und die Praxisn\u00e4he in der Forschung verdeutlichen. Durch die Entwicklung der jetzigen Gesamtstrategie k\u00f6nnen wir bei der Entwicklung und Umsetzung solcher Vorhaben nun noch besser unterst\u00fctzen, Prozesse und handelnde Akteure besser verzahnen. In einem Bio\u00f6konomierat wollen wir unter Einbindung der Gesellschaft zudem die Grenzen und Zielkonflikte der Bio\u00f6konomie diskutieren. So darf der steigende Bedarf nach nachwachsenden Rohstoffen etwa nicht zu einer Gef\u00e4hrdung der Ern\u00e4hrungssicherung f\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p>Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: &#8220;Nicht zuletzt der Klimawandel zwingt uns zum Umdenken. Wir m\u00fcssen alles daf\u00fcr tun, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten und dabei wirtschaftlich stark zu bleiben. Die Bio\u00f6konomie ist f\u00fcr beides ein Schl\u00fcssel. Daher wollen wir mit der neuen Bio\u00f6konomiestrategie noch st\u00e4rker biologische Ressourcen, Prozesse und Systeme in allen Wirtschaftsbereichen nutzen. Der klare Fokus der Strategie liegt dabei auf der Nachhaltigkeit. Wir werden gezielt Innovationen f\u00f6rdern, die Klima, Umwelt und die Belastungsgrenzen unserer \u00d6kosysteme im Blick haben. Eine nachhaltige Wirtschaft hilft uns nicht nur unsere globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sondern sichert uns langfristig eine Spitzenposition auf den M\u00e4rkten der Zukunft.&#8221;<\/p>\n<p>Kernziel der Nationalen Bio\u00f6konomiestrategie ist eine nachhaltige, kreislauforientierte und innovationsstarke deutsche Wirtschaft. Die neue Strategie setzt den Rahmen f\u00fcr den erfolgreichen Ausbau der Bio\u00f6konomie in den n\u00e4chsten Jahren. Im Fokus der k\u00fcnftigen Forschungsf\u00f6rderung stehen die Erweiterung biologischen Wissens und die Nutzung biologischer Verfahren und Systeme. In Verbindung mit der Digitalisierung und Spitzentechnologien \u00fcber alle Disziplinen hinweg sollen neue Potenziale f\u00fcr eine nachhaltige Wirtschaft erschlossen werden. Gleichzeitig k\u00f6nnen mehr biogene Rohstoffe f\u00fcr die Industrie zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Sie werden fossile Rohstoffe ersetzen und neue nachhaltige Produkte schaffen.<\/p>\n<p>Um biogene Rohstoffe effizient zu erhalten, sind neue Konzepte f\u00fcr eine kreislauforientierte Nutzung wichtig. Aufgrund ihrer nat\u00fcrlichen Eigenschaften sind nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr Kreisl\u00e4ufe besonders geeignet und sollen so den Verbrauch an Ressourcen verringern. Um die Entwicklung einer nachhaltigen Bio\u00f6konomie auch international zu st\u00e4rken, sollen die enge Verzahnung mit der Wirtschaft und l\u00e4nder\u00fcbergreifende Kooperationen ausgebaut werden. Damit die Bio\u00f6konomie zum Tragen kommt, muss sie aber vor allem gesellschaftlichen Anforderungen und Bed\u00fcrfnissen entsprechen. Daher ist es wichtig, eine offene Diskussion zu f\u00fchren und alle gesellschaftlichen Gruppen einzubinden. Deshalb ist Bio\u00f6konomie das Thema des Wissenschaftsjahres 2020.<\/p>\n<p>Die B\u00fcndelung der Bio\u00f6konomiepolitik der Bundesregierung in einer Gesamtstrategie dient dazu, die bisherigen Ziele und Ma\u00dfnahmen noch st\u00e4rker als bisher miteinander zu verbinden. Die Nationale Bio\u00f6konomiestrategie wird einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Agenda \u201eVon der Biologie zur Innovation\u201c, der sogenannten \u201eBio-Agenda\u201c, leisten.<\/p>\n<h3>Hintergrund \u2013 Was ist Bio\u00f6konomie?<\/h3>\n<p>Die Bio\u00f6konomie ist definiert als eine Wirtschaftsform, die biologische Ressourcen, Prozesse und Systeme nutzt. Zu diesen Ressourcen geh\u00f6ren Pflanzen, Mikroorganismen oder Pilze, aber vor allem auch das Wissen \u00fcber die biologischen Zusammenh\u00e4nge insgesamt. Auf dieser Grundlage werden Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen entwickelt und eingesetzt. So entstehen beispielsweise neue Chemikalien, Werk- und Baustoffe oder Medikamente. Oft ersetzen biogene Rohstoffe fossile Rohstoffe. Sie werden als nachhaltiger betrachtet, weil sie erneuerbar und in besonderem Ma\u00dfe kreislauff\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Digitalisierung und andere neue Technologien weitere M\u00f6glichkeiten schaffen, um biologische Systeme und Verfahren f\u00fcr den Menschen nutzbar zu machen. Damit werden biologische Systeme zum Vorbild f\u00fcr nachhaltige Innovationen.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung unterst\u00fctzt den Wandel von einer weitgehend auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft hin zu einer kreislauforientierten und biobasierten Wirtschaft bisher in zwei eng verzahnten Strategien: Mit der 2013 erschienenen &#8220;Nationalen Politikstrategie Bio\u00f6konomie&#8221; unter Federf\u00fchrung des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) wurden strategische Ans\u00e4tze und Ma\u00dfnahmen definiert, um den Strukturwandel zu einer Bio\u00f6konomie beispielsweise durch die Anpassung von Rahmenbedingungen zu beschleunigen. Die 2010 beschlossene &#8220;Nationale Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030&#8221; wurde federf\u00fchrend vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) umgesetzt und legte die Grundlagen f\u00fcr Innovationen in der Bio\u00f6konomie durch Forschung und Entwicklung. \u00dcber 2000 Forschungsprojekte wurden mit rund einer Milliarde Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise sch\u00fctzt Klima und Umwelt, aber garantiert auch k\u00fcnftigen Wohlstand. Deshalb setzt Deutschland auf den Ausbau der Bio\u00f6konomie. Am heutigen Mittwoch hat das Bundeskabinett dazu die Nationale Bio\u00f6konomiestrategie beschlossen. Die Bundesregierung b\u00fcndelt darin ihre bisherigen Aktivit\u00e4ten zur Bio\u00f6konomie und stellt die Weichen f\u00fcr die weitere Gestaltung. 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