{"id":7056,"date":"2004-05-25T00:00:00","date_gmt":"2004-05-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040525-04n"},"modified":"2004-05-25T00:00:00","modified_gmt":"2004-05-24T22:00:00","slug":"starke-nachfrage-leert-biodiesel-tanks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/starke-nachfrage-leert-biodiesel-tanks\/","title":{"rendered":"Starke Nachfrage leert Biodiesel-Tanks"},"content":{"rendered":"<p><center><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040525-04\/Biodieseltonne.jpg\" align=\"center\" BORDER=\"0\" ALT=\"Biodieseltonne\"\/><\/center><br style=\"clear:left;\"\/><b>Vorerst bis 2009 ist &#8220;Biodiesel&#8221; in Deutschland von der Mineral\u00f6lsteuer befreit. Au\u00dferdem will die EU-Kommission, dass schon 2010 fast 6% des gesamten Kraftstoffbedarfs der 25 Mitgliedsstaaten mit aus Pflanzen gewonnenen Kraftstoffen gedeckt werden. Rosige Zeiten f\u00fcr die Biodiesel-Hersteller? Nein, denn die Branche sieht dennoch in eine ungewisse Zukunft.<\/b><\/p>\n<p>Die Ware wird jetzt schon knapp, sehr knapp&#8221;. Reinhard Dreimann, Prokurist der Bremer Diersch &#038; Schr\u00f6der (D&#038;S) Mineral\u00f6l GmbH, beklagt ein bitters\u00fc\u00dfes Dilemma, in dem sich die Hersteller und H\u00e4ndler von Rapsmethylester (RME) \u2013 landl\u00e4ufig f\u00e4lschlich als Biodiesel bezeichnet \u2013 derzeit befinden: Die Nachfrage nach RME \u00fcbersteigt die vorhandenen Kapazit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser der Verknappung des Pflanzendiesels sind die gro\u00dfen Mineral\u00f6lkonzerne. Seit einigen Wochen mischen u.a. Shell\/DEA, BP\/Aral und Total\/Elf\/Fina herk\u00f6mmlichem Diesel bis zu 5% &#8220;Ackerdiesel&#8221; bei. Das allerdings nur punktuell, weil zu wenig davon lieferbar ist. Wollten sie fl\u00e4chendeckend 5% beimischen, br\u00e4uchten die \u00d6lkonzerne in Deutschland knapp 1,5 Mio. t RME j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Die Kapazit\u00e4t deutscher RME-Hersteller liegt derzeit knapp \u00fcber 1 Mio. t \u2013 und l\u00e4sst sich auch nicht beliebig ausweiten. Die <a href=\"http:\/\/www.ufop.de\/\" >Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)<\/a> beziffert die Raps-Anbaufl\u00e4che aktuell auf 1,3 Mio. ha. Der Grenzwert der \u00f6kologischen Vertretbarkeit liegt nach Angaben von UFOP bei 1,8 Mio. ha.<\/p>\n<p>Nicht nur vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob und wie sich eine EU-Richtlinie umsetzen l\u00e4sst, nach der Pflanzenkraftstoffe 2005 schon 2% des EU-Kraftstoffbedarfs decken sollen \u2013 und in f\u00fcnf Jahren sogar 5,75%. Denn in allen anderen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft zusammen wird kaum mehr RME produziert als in Deutschland allein. <\/p>\n<p>Um Kapazit\u00e4ten f\u00fcr den gesamt europ\u00e4ischen Bedarf zu schaffen, st\u00fcnden also gewaltige Investitionen an. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Zwar ist RME bisher als einziger Bio-Kraftstoff in gro\u00dfer Menge verf\u00fcgbar, doch mit Bioethanol und sogenannten Biomass-to-Liquids (BtL) Kraftstoffen stehen zwei Konkurrenten vor dem Markteintritt, die der Biodiesel-Branche k\u00fcnftig die Rohstoffbasis streitig machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Beide Biodiesel-Konkurrenten versprechen den Landwirten, die heute Raps auf ihren Stilllegungsfl\u00e4chen anbauen, h\u00f6here Ertr\u00e4ge und Gewinne je Hektar. Dazu werden Bioethanol und BtL genau wie RME von der Mineral\u00f6lsteuerbefreiung profitieren, mit der die deutsche Bundesregierung Pflanzenkraftstoff in den Verkehr bringen will. <\/p>\n<p>Im Vergleich zieht RME hier klar den K\u00fcrzeren: weil Bioethanol zu Ottokraftstoffen gemischt wird, sind damit 65 ct\/l Steuern zu sparen, mit RME gegen\u00fcber Diesel dagegen nur 47 ct\/l . Zudem kostet RME ab Werk rund 60 ct\/l, w\u00e4hrend Bioethanol schon ab 35 ct\/l zu haben ist.<\/p>\n<p>Ob die Biodiesel-Branche ihre langfristigen strukturellen Schwierigkeiten l\u00f6sen kann, bleibt unklar. Schon heute steigen die Preise von Raps\u00f6l schneller als erwartet. Neben den hohen Rohstoffpreisen m\u00fcssen die Hersteller auch den enormen Preisverfall beim Glycerin (einem Produkt der Veresterung) kompensieren. Dessen Verkauf ist eine wichtige St\u00fctze in den Kalkulationen vieler Hersteller. <\/p>\n<p>Doch weil der Glycerinmarkt nicht mit der RME-Produktion w\u00e4chst, brechen die Preise bereits ein. Einer der gr\u00f6\u00dften Biodiesel- Hersteller, die Nevest AG aus Schwarzheide (Brandenburg), musste deshalb Ende 2003 schon Insolvenz beantragen. Nach eigenen Angaben hatte man sich im Glyceringesch\u00e4ft v\u00f6llig verkalkuliert: statt 1.000 \u20ac\/t lie\u00dfen sich zuletzt nur noch 500 \u20ac\/t erzielen.<\/p>\n<p>Trotz der Riesennachfrage nach Biodiesel und den guten gesetzlichen Rahmenbedingungen findet sich bis jetzt niemand, der die Nevest-Gro\u00dfanlage mit Jahreskapazit\u00e4t von 100.000 t RME \u00fcbernehmen will. Wegen der engen Gewinnmargen werde sich so schnell auch kein K\u00e4ufer daf\u00fcr finden, vermutete ein Brancheninsider.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ufop-forciert-den-neuen-markt-fuer-die-landwirtschaft\/\" >2004-05-24<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/insolvente-biodiesel-schwarzheide-gmbh-betrieb-wird-fortgesetzt\/\" >2004-03-16<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biodiesel-in-oekonomischer-not-probleme-bei-der-glycerinvermarktung\/\" >2004-03-01<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Vorerst bis 2009 ist &#8220;Biodiesel&#8221; in Deutschland von der Mineral&ouml;lsteuer befreit. 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