{"id":7042,"date":"2004-05-28T00:00:00","date_gmt":"2004-05-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040528-05n"},"modified":"2004-05-28T00:00:00","modified_gmt":"2004-05-27T22:00:00","slug":"biomasse-hat-das-zeug-zur-neuen-nummer-eins-der-regenerativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-hat-das-zeug-zur-neuen-nummer-eins-der-regenerativen\/","title":{"rendered":"Biomasse hat das Zeug zur neuen Nummer eins der Regenerativen"},"content":{"rendered":"<p>Windr\u00e4der und Solaranlagen \u2013 das hat oft im Kopf, wer an erneuerbare Energien denkt. Das gr\u00f6\u00dfte Potenzial bietet aber ein anderer Energietr\u00e4ger: die Biomasse. Sie kann bis 2030 gut 14 Prozent des deutschen Energiebedarfs decken, so viel wie Braun- und Steinkohle zusammen. Und: Klima- und Naturschutz sind dabei keine unvereinbaren Ziele. Zudem hat die F\u00f6rderung erneuerbarer Energien sehr positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Es k\u00f6nnten bis 2030 netto \u00fcber 200.000 Jobs geschaffen werden. Vor allem f\u00fcr den strukturschwachen l\u00e4ndlichen Raum bestehen hier gro\u00dfe Chancen, mit der Bereitstellung von Bioenergie neue Besch\u00e4ftigungsfelder zu erschlie\u00dfen. Das sind die zentralen Ergebnisse eines vom Bundesumweltministerium gef\u00f6rderten und vom \u00d6ko-Institut e.V. geleiteten Projektes. Die neue Studie betrachtet Chancen und Potenziale der Biomasse und ist jetzt, rechtzeitig vor der Internationalen Konferenz f\u00fcr Erneuerbare Energien, abgeschlossen worden.<\/p>\n<p>&#8220;Mit dem Forschungsvorhaben sollte eine nachhaltige Perspektive f\u00fcr eine lange bekannte, aber wenig beachtete Energieform erarbeitet werden&#8221;, sagt Projektleiter Uwe R. Fritsche, Koordinator des Forschungsbereichs Energie &#038; Klimaschutz im Darmst\u00e4dter B\u00fcro des \u00d6ko-Instituts. Sein Forschungsteam hat dazu Stoffstromanalysen vorgenommen, eine \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Technologie-Datenbank erstellt, Zukunftsszenarien entwickelt und politische Empfehlungen formuliert. &#8220;Wir zeigen, dass Bioenergie k\u00fcnftig die Nummer eins der Regenerativen werden kann&#8221;, sagt Fritsche. Dabei bringt Biomasse aus Abf\u00e4llen und Reststoffen k\u00fcnftig etwa genauso viel Energie wie der nachhaltige Energiepflanzenanbau.<\/p>\n<p>Eine zentrale Aufgabe des Projekts war der Entwurf von Zukunftsszenarien. Was kann Bioenergie unter verschiedenen Rahmenbedingungen leisten? Erstmals wurde eine integrierte Analyse der Entwicklungen in Forst- und Land- sowie Abfallwirtschaft unter dem Blickwinkel Nachhaltigkeit vorgenommen. Als Vergleich diente ein Referenzszenario, das heutige Trends fortschreibt. Die Empfehlungen der ExpertInnen m\u00fcndeten in ein Nachhaltigkeitsszenario, das m\u00f6glichst viel Bioenergie ber\u00fccksichtigt, gleichzeitig aber einen starken Umwelt- und Naturschutz sowie viel Besch\u00e4ftigung erlaubt. &#8220;Ein wesentliches Ergebnis ist, dass Klimaschutz sowie Natur- und Landschaftsschutz durch die Nutzung von Bioenergie gleichzeitig erreicht werden k\u00f6nnen und es sogar Synergien gibt&#8221;, stellt Projektleiter Fritsche fest.<\/p>\n<p> Das Forschungsprojekt zeigt: Werden die Potenziale an Rest- und Abfallstoffen sowie die Fl\u00e4chen zum Anbau von Energiepflanzen konsequent genutzt, so k\u00f6nnen bis 2030 16 Prozent des Stroms, zehn Prozent der W\u00e4rme und gut 15 Prozent des Treibstoffs f\u00fcr Autos aus Biomasse erzeugt werden. Damit l\u00e4sst sich der Aussto\u00df an Treibhausgasen um gut 65 Prozent vermindern. Dabei werden gleichzeitig hohe Anforderungen an den Umwelt- und Naturschutz gestellt.<\/p>\n<p>Au\u00dfer den jetzt vorliegenden Ergebnissen steht f\u00fcr Politik, Forschung und andere Akteure ein EDV-Werkzeug zur Verf\u00fcgung, das die Entwicklung solcher Strategien unterst\u00fctzt (<a href=\"http:\/\/www.oeko.de\/service\/bio\" >www.oeko.de\/service\/bio<\/a>).<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr die Szenarien ist eine aktive Biomassepolitik. Die Projektpartner formulierten dazu eine Reihe von Empfehlungen. Die gerade vom Bundestag beschlossene Novelle zum Gesetz \u00fcber erneuerbare Energien beinhaltet bereits notwendige Korrekturen, etwa bei der F\u00f6rderung von Kraft-W\u00e4rme-Kopplung und innovativen Technologien \u2013 in seine Ausformulierung flossen bereits Ergebnisse des Projekts ein.<\/p>\n<p>Als einen befristeten Einstieg in das Biomasse-Zeitalter empfehlen die Projektpartner die Mitverbrennung in bestehenden Kohleheizkraftwerken. Stroh und Holzhackschnitzel ersetzen dort einen Teil der Kohle, und das neue Instrument des Emissionshandels macht die damit erzielbare CO<sub>2<\/sub>-Einsparung auch finanziell interessant. Dies ist allerdings nur eine \u00dcbergangsl\u00f6sung: &#8220;Langfristig empfehlen wir den Aufbau einer dezentralen Energieversorgung f\u00fcr den Biomasseeinsatz&#8221;, sagt Uwe Fritsche. &#8220;Nur so k\u00f6nnen eine nachhaltige Klimapolitik erreicht und die gew\u00fcnschten Besch\u00e4ftigungsimpulse ausgel\u00f6st werden.&#8221;<\/p>\n<p>Im vom Bundesumweltministerium gef\u00f6rderten Projekt <b>&#8220;Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse&#8221;<\/b> arbeiteten das Fraunhofer Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits-, Energietechnik (UMSICHT), das Institut f\u00fcr Energetik und Umwelt, Leipzig (IE), das Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung, Heidelberg (IFEU), das Institut f\u00fcr ZukunftsEnergieSysteme, Saarbr\u00fccken (IZES), die TU Braunschweig \u2013 Institut f\u00fcr Geo\u00f6kologie, die TU M\u00fcnchen \u2013 Lehrstuhl f\u00fcr Wirtschaftslehre des Landbaus und die TU Berlin \u2013 Institut f\u00fcr Landschafts- und Umweltplanung unter Leitung des \u00d6ko-Instituts als wissenschaftliche Projektpartner zusammen.<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse liefert die Brosch\u00fcre <b>&#8220;Bioenergie \u2013 Nachwuchs f\u00fcr Deutschland&#8221;<\/b>, die\u00a0<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040528-05\/bioenergie_broschuere5_2004.pdf\" >hier<\/a> kostenlos heruntergeladen werden kann. Dort ist auch <br \/>der <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040528-05\/bio-final.pdf\" >vollst\u00e4ndige Endbericht<\/a> ver\u00f6ffentlicht. In der gedruckten Version ist die Brosch\u00fcre \u00fcber das BMU (E-Mail an <a href=\"mailto:service@bmu.bund.de\">service@bmu.bund.de<\/a>) erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p><b>AnsprechpartnerInnen:<\/b><\/p>\n<p><b>Uwe R. Fritsche<\/b>, Koordinator Bereich Energie &#038; Klimaschutz<br \/>\u00d6ko-Institut Darmstadt<br \/>Tel.: 06151-81 91-24<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:u.fritsche@oeko.de\">u.fritsche@oeko.de<\/a><\/p>\n<p><b>Kirsten Wiegmann<\/b>, wissenschaftliche Mitarbeiterin Energie &#038; Klimaschutz<br \/>\u00d6ko-Institut Darmstadt<br \/>Tel.: 06151-81 91-37<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:k.wiegmann@oeko.de\">k.wiegmann@oeko.de<\/a><\/p>\n<p>Das \u00d6ko-Institut e.V. ist das f\u00fchrende Umweltforschungsinstitut im Bereich der angewandten \u00d6kologie. Es erstellt wissenschaftliche Gutachten und ber\u00e4t PolitikerInnen, Umweltverb\u00e4nde, Institutionen und Unternehmen. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erneuerbare-energien-decken-bis-mitte-des-jahrhunderts-die-haelfte-des-deutschen-energiebedarfs\/\" >2004-05-13<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-energiequelle-mit-grosser-zukunft\/\" >2004-05-05<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Windr&auml;der und Solaranlagen &ndash; das hat oft im Kopf, wer an erneuerbare Energien denkt. Das gr&ouml;&szlig;te Potenzial bietet aber ein anderer Energietr&auml;ger: die Biomasse. 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