{"id":7017,"date":"2004-06-07T00:00:00","date_gmt":"2004-06-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040607-02n"},"modified":"2004-06-07T00:00:00","modified_gmt":"2004-06-06T22:00:00","slug":"nova-kongressbericht-tag-der-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-kongressbericht-tag-der-biomasse\/","title":{"rendered":"nova-Kongressbericht: Tag der Biomasse"},"content":{"rendered":"<p>Eingeladen zum &#8220;Side Event&#8221; der &#8220;renewables2004&#8221; &#8211; <b><a href=\"http:\/\/www.renewables2004.de\/en\/programme\/one_day_side_events3.asp\" >Tag der Biomasse<\/a><\/b> am 03. Juni im Wissenschaftszentrum Bonn &#8211; hatten das Bundesverbraucherministerium (<a href=\"http:\/\/www3.verbraucherministerium.de\/\" >BMVEL<\/a>) und das Ministerium f\u00fcr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (<a href=\"http:\/\/www.munlv.nrw.de\/\" >MUNLV<\/a>). Das Hessische Ministerium f\u00fcr Umwelt, l\u00e4ndliche Entwicklung und Verbraucherschutz (<a href=\"http:\/\/www.hmulv.hessen.de\/\" >HMULV<\/a>), die <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >FNR<\/a>, die <a href=\"http:\/\/www.fao.org\/\" >FAO<\/a>, die <a href=\"http:\/\/www.gtz.de\/\" >GTZ<\/a>, die Southern African Development Community (<a href=\"http:\/\/www.sadc.int\/\" >SADC<\/a>), die World Alliance for Decentralized Energy (<a href=\"http:\/\/www.localpower.org\/\" >WADE<\/a>) und weitere namhafte NGOs waren vertreten.<\/p>\n<p>Die gleichzeitig von der FNR anberaumten &#8220;Erlebnistage Bioenergie&#8221; auf dem Bonner M\u00fcnsterplatz (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-bioenergie-zu-den-renewables\/\">2004-05-19<\/a> und die vom Bundespr\u00e4sidenten er\u00f6ffnete <a href=\"http:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/\" >Woche der Umwelt<\/a> auf dem Gel\u00e4nde der Villa Hammerschmidt bescherte vermutlich der Veranstaltung insgesamt einen eher diskreten Zulauf.<\/p>\n<p>Zur Er\u00f6ffnung begr\u00fc\u00dften NRW-Umweltministerin B\u00e4rbel H\u00f6hn bzw. Herr Alexander M\u00fcller vom BMVEL. Anschlie\u00dfend pr\u00e4sentierten in der <b>Session 1<\/b> namhafte Vertreter internationaler Institutionen den bisher erreichten Stand der Forschung.  Kurz skizziert sei hier eine \u00dcbersicht:<\/p>\n<p>GERBIO-Vorstandsmitglied Michael K\u00f6ttner (<a href=\"http:\/\/www.biogas-zentrum.de\/verein\/\" >IBBJ \/ FNBB<\/a>) berichtete \u00fcber den zunehmenden Einsatz von Energiepflanzen zur Biogasgewinnung, was von Heinz-Peter Mang, ebenfalls GERBIO-Vorstandsmitglied und Projektleiter des GTZ-Projekts &#8220;<a href=\"http:\/\/www.gtz.de\/ecosan\/\" >ecosan<\/a>&#8221; mit der Schilderung von \u00f6kologischen Verfahren zur effektiven Abfall- und Abwassernutzung, welche nicht nur zur Biogaserzeugung, sondern auch der N\u00e4hrstoff-R\u00fcckgewinnung oder dem Wasserschutz dienen k\u00f6nnen, abgerundet wurde. <\/p>\n<p>Michael Brown, WADE-Vorsitzender, konnte Interessantes zur Verwertung von Bagasse, dem Sekund\u00e4rrohstoff bei der Zuckerrohrgewinnung, beitragen. Anschaulich vermittelte er das enorme Energiepotenzial des Rohstoffs \u00fcber die Raffinierung zu Ethanol und die M\u00f6glichkeiten, die die Nutzung von Bagasse speziell f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder als Potenzial zu \u00f6konomischem Wachstum der l\u00e4ndlichen Gebiete und als Option f\u00fcr sauberen Strom darstellt.<\/p>\n<p>Dr. Anna Runzheimer, Vorsitzende der Abteilung &#8220;<a href=\"http:\/\/www.hmulv.hessen.de\/ministerium\/abteilungen\/abteilung_VII\/\" >Landwirtschaft<\/a>&#8221; des hessischen Umweltministeriums, gab einen \u00dcberblick \u00fcber die Bioenergie-Agenda Hessens bzw. des vom HMULV entwickelten Gesamtkonzeptes &#8220;Biomasse zur energetischen Nutzung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume \u2013 Neue Perspektiven f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum und die Land- und Forstwirtschaft in Hessen&#8221; sowie der dazu entwickelten Umsetzungsstrategie. Als weitere Veranstaltung Hessens wurde eine <b>Exkursion<\/b> vom 4. bis 6. Juni 2004 nach Witzenhausen und in die besonders ausgew\u00e4hlte Modellregion Nordhessen angek\u00fcndigt, an der interessierte Konferenzbesucher teilnehmen k\u00f6nnen. Hierbei wird das Kompetenzzentrum <a href=\"http:\/\/www.nawaro-hessen.de\/\" >HessenRohstoffe (HeRo) e.V.<\/a> mit einem Technologiepark samt einem Markt der M\u00f6glichkeiten und Akteure in der Modellregion Nordhessen besucht. <\/p>\n<p>Zu den Biomasse-Pionieren Hessens z\u00e4hlt auch Prof. Dr. Konrad Scheffer von der Universit\u00e4t Kassel, der seine Konzepte zur Energie- sowie Wertstoffgewinnung aus feuchtsilierter Biomasse vorstellte, wobei die vollst\u00e4ndige Verwertung der Pflanzen vorgesehen ist. Aus entsprechenden &#8220;Energie&#8221;-Pflanzenarten wie Hanf (Fasern), Raps (\u00d6l), Mais (St\u00e4rke) k\u00f6nnen somit nach dem Silierprozess sowohl Wert- als auch Brennstoffe gewonnen werden.<\/p>\n<p>Das Verfahren, aus Biomasse Synthesegas zu erzeugen, welches wiederum Ausgangsstoff &#8211; z.B. per Fischer-Tropsch-Hydrierung &#8211; f\u00fcr viele weitere energetische Anwendungen ist, erl\u00e4uterte Dr. Wolfgang Steiger von der Volkswagen AG. Er berichtete \u00fcber Forschungsstand, Entwicklung und Markteinf\u00fchrung synthetischer Biomasse-Treibstoffe (z.B. <a href=\"http:\/\/www.sunfuel.de\/\" >sunfuel\u00ae<\/a>) in Deutschland, welche auf eben diesem Verfahren basieren.<\/p>\n<p>Von Interesse war auch die Vorstellung des vom hessischen Ministerium aus dem Partnerland Bulgarien geladenen Architekten Kristian G. Milenov, der in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender der Agency for Sustainable Development und EUROintegration in Sofia bei der Konferenz gastierte. Milenov zeigte insbesondere die Potenziale zur energetischen Holznutzung seines Landes auf.<\/p>\n<p>Die <b>Session 2<\/b> befasste sich nach der Mittagspause mit den politischen Rahmenbedingungen bzw. Umsetzungsstrategien zum Thema Biomasse:<\/p>\n<p>Unter Vorsitz von Dr. J\u00fcrgen Ohlhoff (BMVEL) f\u00fchrte zun\u00e4chst Dr. Gustavo Best von der FAO das Konzept der &#8220;Energisierung&#8221; (&#8220;energization&#8221;) im Kontext l\u00e4ndlichen Bioenergie-Potenzials der Entwicklungsl\u00e4nder an. Dies beinhalte die wichtige Rolle der Bioenergie f\u00fcr die Reduzierung der gegenw\u00e4rtigen Armut vieler Bev\u00f6lkerungen, wobei m\u00f6gliche Synergien zwischen Nahrungs- und Energieerzeugung bei gleichzeitiger Vermeidung m\u00f6glicher negativer Auswirkungen auf die Ern\u00e4hrungssicherstellung zu ber\u00fccksichtigen sind. Best verwies hierf\u00fcr auf die Erfordernis von entsprechenden Voraussetzungen, wie Kl\u00e4rung der Besitzverh\u00e4ltnisse, der Energie- und Agrarpolitik, der Wasser- und Waldbewirtschaftung, von Anbaupraktiken und Arbeitsverh\u00e4ltnissen sowie diverser sozialer Probleme. Hierf\u00fcr beabsichtigt die FAO besondere Aufbau- und Informationsarbeit zu leisten und Dr. Best konnte die in dieser Woche frische Gr\u00fcndung eines neuen FAO-Arbeitskreises, die <b>&#8220;UN-Energy&#8221;<\/b> bekannt geben. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fao-bioenergie-in-entwicklungslaendern-staerker-foerdern\/\" >2004-06-02<\/a>.)<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend berichtete der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel &#8211; selbst aktiver Landwirt &#8211; \u00fcber den hessischen Gesamtstatus zur Bioenergie, nannte imposante Zahlen und hob die enormen Potenziale der hessischen Forstwirtschaft hervor. Mit Stolz verwies er auf die Vorreiterrolle und Leistung hessischer Bioenergie-Anlagen und erl\u00e4uterte den Prozess zur Errichtung des neuen Kompetenzzentrums Hessen Rohstoffe e.V. in Witzenhausen, welches noch diese Woche offiziell er\u00f6ffnet wird. (Vgl. <a href=\"http:\/\/www.hmulv.hessen.de\/service\/presse\/mitteilungen\/2004\/Juni\/00205\/index.php\" >Pressemitteilung vom 2004-06-03<\/a>.)<\/p>\n<p>Die nordrhein-westf\u00e4lische Umweltministerin B\u00e4rbel H\u00f6hn schloss sich an Dietzels Ausf\u00fchrungen mit einer Status-Protokollierung der <a href=\"http:\/\/www.ea-nrw.de\/aktuell\/aktion-holzpellets.html\" >Aktion Holzpellets<\/a> an, demonstrierte Informationsmedien,  High-Tech-Pelletanlagen und verga\u00df nicht zu erw\u00e4hnen, dass NRW mittlerweile mit seiner wachsenden Anzahl an Biogasanlagen durchaus versteht, nicht nur aus Mist und G\u00fclle Gold zu machen. (Vgl. <a href=\"http:\/\/www.munlv.nrw.de\/sites\/presse\/titel_homepage.htm\" >Pressemitteilung vom 2004-06-04<\/a>.) <\/p>\n<p>Ziemlich interessant verlief die anschlie\u00dfende <b>Podiumsdiskussion<\/b>, die unter dem Thema <b>&#8220;Overcoming Barriers for the use of Biomass Energy&#8221;<\/b> von Herrn Schmitt (GTZ) moderiert wurde. Seine Fragestellung zum Start beinhaltete die Relevanz von Biomasse-Anlagen f\u00fcr die Interessen von potenziellen Investoren unter Ber\u00fccksichtigung m\u00f6glicher Hindernisse. Dr. Best (FAO) wies darauf hin, dass die Relation zwischen Landwirtschaft und Energiewirtschaft unbedingt global gel\u00f6st werden m\u00fcsse, w\u00e4hrend Michael Brown (WADE) insbesondere die derzeit rechtlichen Hemmnisse zur dezentralen Energienutzung beklagte. Minister Dietzel betonte, dass die Nutzung brach liegender Potenziale vor allem der Landwirtschaft zu besserem \u00f6konomischem Status verhelfen k\u00f6nne. Allgemeine \u00dcbereinstimmung herrschte in dem Punkt, dass der Zugang zu Information und entsprechendem Hintergrundwissen eine wichtigere Basis darstellt als die Kostenfrage. Freddie Mothlatlhedi (SADC) stellte hier klar, dass insbesondere die Entwicklungsl\u00e4nder hier ein erhebliches Defizit haben und gerade kleinere Betriebe in der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung kaum zu erreichen seien.<\/p>\n<p>Der weitere Nachmittagsverlauf befasste sich als <b>Session 3<\/b> vertiefend mit den Umsetzungsm\u00f6glichkeiten der vertretenen Organisationen.  Unter Leitung von Herrn Dr. Steffen Daebeler (FNR) stellte hier Prof. Hans Ruppert (Universit\u00e4t G\u00f6ttingen) und Frau Dr. Ing. Marianne Karpenstein-Machan schwerpunktm\u00e4\u00dfig die Aspekte des Modells <a href=\"http:\/\/www.bioenergiedorf.de\/\" >Bioenergiedorf<\/a> dar (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/niedersachsen-juehnde-blickt-bang-der-ernte-entgegen\/\" >2004-06-07<\/a>), w\u00e4hrend Dr. Best den FAO-Vorschlag &#8220;Internationaler Rahmenplan zur Bioenergienutzung&#8221; vertiefte. <\/p>\n<p><b>Anm. d. Redaktion:<\/b> Anbetrachts des prognostizierten enormen Potenzials der Biomasse als kommendem Energietr\u00e4ger war diese allerdings mit dem <a href=\"http:\/\/www.renewables2004.de\/en\/programme\/one_day_side_events3.asp\" >Tag der Biomasse<\/a> am 03. Juni als &#8220;Side Event&#8221; im Rahmen der &#8220;renewables2004&#8221; erstaunlich unterrepr\u00e4sentiert. Trotz hochkar\u00e4tiger Referenten und einer reibungslosen Programmabwicklung ist bemerkenswert, dass die Produzenten dieses Rohstoffs, n\u00e4mlich die k\u00fcnftigen &#8220;Energiewirte&#8221;, auf dieser Veranstaltung weder aktiv vertreten waren und auch keine Ansprache erfuhren. Nicht zuletzt stellte auch die Tatsache, dass bis auf eine kurze Ausnahmezeit &#8211; n\u00e4mlich w\u00e4hrend der Anwesenheit von Minister Dietzel &#8211; alle Vortr\u00e4ge und Diskussionen in englischer Sprache ohne \u00dcbersetzung abgehalten wurden, selbst f\u00fcr interessierte Landwirte mit Beobachterstatus eine erhebliche Verst\u00e4ndnisschwelle dar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040607-02\/TBP11-biomass.pdf\" >PDF-Download: Thematic background paper &#8211; Biomass<\/a>  (1.5 MB)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nrw-nr.de\/\" >NRW-Kontaktadressen Biomasse unter www.nrw-nr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eingeladen zum &#8220;Side Event&#8221; der &#8220;renewables2004&#8221; &#8211; <b>Tag der Biomasse<\/b> am 03. 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