{"id":7012,"date":"2004-06-07T00:00:00","date_gmt":"2004-06-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040607-10n"},"modified":"2004-06-07T00:00:00","modified_gmt":"2004-06-06T22:00:00","slug":"niedersachsen-juehnde-blickt-bang-der-ernte-entgegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/niedersachsen-juehnde-blickt-bang-der-ernte-entgegen\/","title":{"rendered":"Niedersachsen: J\u00fchnde blickt bang der Ernte entgegen"},"content":{"rendered":"<p><b>Mehr als 2.500 Experten aus aller Welt treffen sich in dieser Woche in Bonn zu der internationalen Konferenz f\u00fcr erneuerbare Energien &#8220;Renewables 2004&#8221;. Mit von der Partie ist auch ein kleines Dorf in S\u00fcdniedersachsen: B\u00fcrger aus J\u00fchnde (Kreis G\u00f6ttingen) stellen dort ihr bundesweit einzigartiges Projekt &#8220;<a href=\"http:\/\/www.bioenergiedorf.de\/\" >Bioenergiedorf<\/a>&#8221; vor.<\/b><\/p>\n<p>J\u00fchnde soll das erste Dorf in Deutschland werden, das sich komplett selbst mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. F\u00fcr die J\u00fchnder B\u00fcrger ist die Einladung zu der Konferenz eine Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass sie mit ihrem Projekt eine Vorreiterrolle \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Trotzdem m\u00fcssen sie noch um ihr Bioenergiedorf bangen, denn es fehlt weizerhin der letzte Baustein f\u00fcr die Finanzierung.<\/p>\n<p>Seit drei Jahren laufen die Planungen daf\u00fcr, die W\u00e4rme- und Stromversorgung des 750-Einwohner-Dorfes auf Biomasse umzustellen. Rund 70 Prozent der Haushalte haben bereits entsprechende Vorvertr\u00e4ge unterschrieben. Insgesamt kosten die daf\u00fcr n\u00f6tigen technischen Anlagen 5,2 Millionen Euro. Einen Teil der Investition finanzieren die J\u00fchnder aus Eigenmitteln, au\u00dferdem bekommen sie F\u00f6rdergeld von der EU. Rund 1,6 Millionen Euro fehlen aber noch. Hier hofft das Dorf auf Unterst\u00fctzung des <a href=\"http:\/\/www3.verbraucherministerium.de\/\" >Bundesministeriums f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a> und des Landes Niedersachsen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die J\u00fchnder gibt es dabei ein zeitliches Problem, und das liegt in der Natur der Sache: Sp\u00e4testens Ende dieses Monats m\u00fcssen die bereits angebauten Energiepflanzen geerntet werden, die zu Biogas vergoren werden sollen. Sollte die Finanzierungsfrage bis dahin nicht gekl\u00e4rt sein, k\u00f6nnten die Landwirte die Pflanzen h\u00f6chstens noch als minderwertiges Viehfutter verwerten, sagt der J\u00fchnder B\u00fcrger und Kreislandwirt Reinhard von Werder.<\/p>\n<p>Insgesamt ist das Projekt ist nicht nur aus \u00f6kologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher und soziologischer Sicht ein aufregendes Experiment: Ein ganzes Dorf schlie\u00dft sich zu einer Energiegenossenschaft zusammen. Die Rohstoffe f\u00fcr die Erzeugung von W\u00e4rme und Strom wachsen auf den eigenen \u00c4ckern, die mehr als ein halbes Dutzend landwirtschaftlicher Betriebe mit insgesamt 400 K\u00fchen und 1.400 Schweinen schaffen sich damit ein neues wirtschaftliches Standbein als Rohstofflieferanten. Auf rund zehn Prozent ihrer Fl\u00e4chen betreiben sie daf\u00fcr eine Zwei-Kulturen-Wirtschaft. Im Herbst s\u00e4en sie dort Getreide, Raps oder H\u00fclsenfr\u00fcchte aus. Diese Pflanzen werden, anders als beim herk\u00f6mmlichen Getreideanbau, bereits rund sechs Wochen vor der Reife Ende Juni geerntet. Gleich danach kommt die zweite Kultur mit Mais, Sonnenblumen oder Senf auf die Felder, die dann im Oktober geerntet wird.<\/p>\n<p>Die abgeh\u00e4ckselten Energiepflanzen werden siliert und danach ebenso wie die G\u00fclle aus den Viehst\u00e4llen zu Biogas vergoren. Als Abfallprodukt bleibt eine eiwei\u00dfhaltige Schlempe \u00fcbrig, die als D\u00fcnger auf die Felder kommt. &#8220;Die Schlempe stinkt l\u00e4ngst nicht so stark wie die G\u00fclle&#8221;, sagt von Werder. Hauptprodukt der Anlage ist aber das Biogas, das in einem Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt wird. 3,5 Millionen Kilowatt Strom wollen die J\u00fchnder j\u00e4hrlich in das Netz einspeisen. Gleichzeitig wird Warmwasser erzeugt, das \u00fcber ein neu zu bauendes Nahw\u00e4rmenetz in die einzelnen H\u00e4user gelangt. Den gr\u00f6\u00dferen Bedarf im Winter soll ein Holzhackschnitzelheizwerk decken.<\/p>\n<p>Sogar die Baugenehmigung f\u00fcr die Anlagen haben die J\u00fchnder schon. Jetzt brennen sie darauf, los legen zu k\u00f6nnen. Eckhard Fangmeier, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der eigens gegr\u00fcndeten Bioenergiedorf-Gesellschaft, ist optimistisch: &#8220;Bislang hat sich das Landwirtschaftsministerium immer sehr kooperativ gezeigt und uns unterst\u00fctzt.&#8221;<\/p>\n<p>\u00a9 HAZ 2004 <\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioenergiedorf-juehnde-wann-ist-es-so-weit\/\" >2004-02-25<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mehr als 2.500 Experten aus aller Welt treffen sich in dieser Woche in Bonn zu der internationalen Konferenz f&uuml;r erneuerbare Energien &#8220;Renewables 2004&#8221;. 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