{"id":6995,"date":"2004-04-05T00:00:00","date_gmt":"2004-04-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040405-03n"},"modified":"2004-04-05T00:00:00","modified_gmt":"2004-04-04T22:00:00","slug":"stroh-als-daemmstoff-bestens-geeignet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/stroh-als-daemmstoff-bestens-geeignet\/","title":{"rendered":"Stroh als D\u00e4mmstoff bestens geeignet"},"content":{"rendered":"<p><b>Wien, 26.03.2004<\/b> &#8211; Ein Forschungsprojekt im Rahmen der &#8220;Fabrik der Zukunft&#8221;- einer Initiative des BMVIT &#8211; stellt Stroh ein gutes Zeugnis als D\u00e4mmstoff im vorgefertigten Holzbau aus. Es wurden Qualit\u00e4tskriterien festgelegt und bereits Erstpr\u00fcfungen f\u00fcr die technische Zulassung der Strohkleinballen-D\u00e4mmung durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Zertifizierung und Markteinf\u00fchrung sucht das Projektteam nun Unternehmen, die am Vertrieb des D\u00e4mmstoffes Stroh interessiert sind und sich am Projekt beteiligen wollen. <\/p>\n<p>Stroh wird schon seit langem als Baustoff verwendet, zum Beispiel als Wandbildner oder als D\u00e4mmstoff. Erstmals wurde nun im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Verfahren entwickelt, dass Stroh speziell f\u00fcr vorgefertigte Wand- und Dachbauteile einsetzbar macht. An vier Pilotprojekten wurde praktisch vorgef\u00fchrt, wie die Anwendung erfolgen kann. <\/p>\n<p>Mag. Heidi Adensam vom \u00d6sterreichischen \u00d6kologie-Institut: &#8221;Stroh ist nicht nur ein kosteng\u00fcnstiger, regional verf\u00fcgbarer und \u00f6kologisch sinnvoller Baustoff, sondern erf\u00fcllt auch die wesentlichen Erfordernisse eines D\u00e4mmstoffes&#8221;. Aufgrund seiner guten W\u00e4rmed\u00e4mmeigenschaften kann Stroh sogar im Passivhaus eingesetzt werden. Die Strohballen werden bei der entwickelten Vorgehensweise bereits in der Zimmerei in die Wandteile gef\u00fcllt und die vorgefertigten Bauteile auf der Baustelle zusammen gesetzt. Der Aufwand f\u00fcr den Einbau bei der vorgefertigten Bauweise ist mit konventionellen D\u00e4mmstoffen vergleichbar. <\/p>\n<p><b>Bisher kritisch beurteilt wurde Stroh hinsichtlich Schimmelbildung, Brandverhalten und seine Setzung im Bauteil. Diese kritischen Punkte konnten in Projekt relativiert werden:<\/b> <\/p>\n<p>\u00b7 Schimmelbildung ist &#8211; so die Bewertung des Instituts f\u00fcr Baubiologie und \u00d6kologie &#8211; bei der verwendeten und untersuchten Konstruktion nachweislich nicht gegeben. <\/p>\n<p>\u00b7 Das Brandverhalten und die Setzung im Bauteil ist mit anderen D\u00e4mmstoffen vergleichbar <\/p>\n<p><b>Pilotprojekte mit Stroh<\/b> <br \/>In dem Forschungsprojekt wurden nach diesem Verfahren vier unterschiedliche Bauvorhaben, zwei Neubauten und zwei Althaussanierungen mit Stroh ged\u00e4mmt. <\/p>\n<p>Eine Serienwand mit Strohballen wurde f\u00fcr die Au\u00dfenw\u00e4nde und Dachelemente in einem Passivhaus-Neubau in Perchtoldsdorf entwickelt und eingesetzt, die gesamte Fassade und das Flachdach wird in einem Einfamilienhaus-Neubau in Thal bei Graz mit Strohballen ausgestattet. Beim Anbau in einem bestehenden Einfamilienhaus in Wien Oberlaa ist die S\u00fcdostwand als Fertigteilwand mit Strohd\u00e4mmung realisiert. In Nestelbach bei Graz wird bei der Sanierung eines Hauses der gesamte Dachstuhl und die Fassade des Altbaus mit Strohballen ged\u00e4mmt. <\/p>\n<p><b>Qualit\u00e4tskriterien und Zertifizierung<\/b> <br \/>Die f\u00fcr eine europ\u00e4ische technische Zulassung notwendigen Erstpr\u00fcfungen der Stroh-Kleinballend\u00e4mmung wurde vom \u00d6sterreichischen Forschungsinstitut f\u00fcr Chemie und Technik (OFI) im November 2003 abgeschlossen. Bis zur endg\u00fcltigen Zertifizierung k\u00f6nnen Strohballen direkt vom Landwirt &#8211; am besten aus der N\u00e4he bezogen werden. <\/p>\n<p><b>Zu beachten ist dabei, dass die Qualit\u00e4t der Strohballen hinsichtlich Feuchtigkeit, Gr\u00f6\u00dfe und Dichte den angegebenen Werten entsprechen:<\/b> <\/p>\n<p>\u00b7 Gr\u00f6\u00dfe der Strohballen: L\u00e4nge: 60 bis 90 cm, Breite: 46 bis 50 cm, H\u00f6he: 36 bis 40 cm <br \/>\u00b7 Rohdichte: Obere und untere Grenze: 80 kg\/m3 bis 90 kg\/m3 <br \/>\u00b7 Feuchtegehalt des Strohs: [ 15 % <br \/>\u00b7 Unkrautbesatz: [ 0,5 gew. % <br \/>\u00b7 Restkornanteil: [ 0,4 gew. % <\/p>\n<p><b>D\u00e4mmstoffqualit\u00e4t von Stroh<\/b> <\/p>\n<p>\u00b7 W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit: lD (23\/50) = 0.046 W\/mK <br \/>\u00b7 Brandverhalten: B2 <br \/>\u00b7 Str\u00f6mungswiderstand: 0.43 kPa s\/m2 <br \/>\u00b7 Wasseraufnahme: 5 kg\/m2 <br \/>\u00b7 Setzung im Bauteil: maximal 2,3 Prozent <br \/>\u00b7 Resistenz gegen biologische Einwirkungen: Klasse 3 <\/p>\n<p>An der Entwicklung war ein interdisziplin\u00e4res Team unter der Leitung des \u00d6sterreichischen \u00d6kologie-Instituts beteiligt: Mitarbeiter der Firmen Agrar Plus, Holzbau Unfried (ehemaliger Mitarbeiter der Firma Fertighaus Johann Buhl Bauunternehmung Gesell-schaft mbH), Erwin Schwarzm\u00fcller Consults, Haus der Baubiologie. <\/p>\n<p>Ein weiterf\u00fchrendes Forschungsprojekt zur Markteinf\u00fchrung wurde beim BMVIT eingereicht und wartete auf Firmen, die sich daran beteiligen wollen. Adensam: &#8221;Wir suchen Firmen, die an einer Zertifizierung des Strohballend\u00e4mmstoffes interessiert sind und exklusiv das zertifizierte Produkt vertreiben k\u00f6nnen&#8221;. <\/p>\n<p><b>Kontakt f\u00fcr interessierte Firmen:<\/b> <br \/>Mag. Heidi Adensam <br \/>\u00d6sterr. \u00d6kologie-Institut <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:adensam@ecology.at\">adensam@ecology.at<\/a> <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/haus-der-zukunft-aus-stroh\/\" >2002-05-10<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/strohhaus-braucht-keine-beheizung\/\" >2002-09-09<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wien, 26.03.2004<\/b> &#8211; Ein Forschungsprojekt im Rahmen der &#8220;Fabrik der Zukunft&#8221;- einer Initiative des BMVIT &#8211; stellt Stroh ein gutes Zeugnis als D&auml;mmstoff im vorgefertigten<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6995","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6995"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6995\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6995"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}