{"id":6975,"date":"2004-04-13T00:00:00","date_gmt":"2004-04-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040413-06n"},"modified":"2004-04-13T00:00:00","modified_gmt":"2004-04-12T22:00:00","slug":"schweden-mist-als-treibstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schweden-mist-als-treibstoff\/","title":{"rendered":"Schweden: Mist als Treibstoff!"},"content":{"rendered":"<p><b>Am Anfang stand heftiger B\u00fcrgerprotest. Als die Stadtv\u00e4ter des s\u00fcdschwedischen Kristianstad vor etwa 15 Jahren eine M\u00fcllverbrennungsanlage errichten wollten, stie\u00dfen sie auf heftigen Widerstand zahlreicher B\u00fcrger der 75.000 Einwohner z\u00e4hlenden Kommune. Die Stadtpolitiker schalteten aber nicht auf stur, sondern dachten \u00fcber eine sinnvolle L\u00f6sung des Abfallproblems nach.<\/b><\/p>\n<p>Das erste Ergebnis war und ist ein international beachtetes Vorzeigeprojekt: In der als Ersatz f\u00fcr die M\u00fcllverbrennung errichteten Biogasanlage Kristianstad wird der Abfall der Stadt gemeinsam mit Jauche und anderer Biomasse aus der Region zu Energie und D\u00fcnger verarbeitet. Stadtverwaltung, Bauern, Industrie und Konsumenten ziehen in Kristianstad an einem Strang. Die Anlage in Karpalund verwertet auch Jauche und organischen Abfall aus der Nahrungsmittelindustrie. Das produzierte Biogas wird \u00fcberwiegend in der zentralen Fernw\u00e4rmeanlage gen\u00fctzt. <\/p>\n<p>Der Erfolg ermutigte die umweltbewussten Kommunalpolitiker zu weiteren Taten. Ziel m\u00fcsse es sein, in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden der Stadt ohne fossile Energie auszukommen. Als k\u00fcrzlich eine Gruppe \u00f6sterreichischer Umweltjournalisten und -fachleute Kristianstad besuchte, pr\u00e4sentierte man stolz das Ergebnis dieser Bem\u00fchungen. In der weit au\u00dferhalb der Stadt liegenden st\u00e4dtischen G\u00e4rtnerei, bei der ein Anschluss an das Fernw\u00e4rmenetz wirtschaftlich und \u00f6kologisch nicht besonders sinnvoll w\u00e4re, war soeben ein Pellets-Heizkessel installiert worden. &#8220;Jetzt sind alle \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude &#8211; Schulen, Krankenhaus, Rathaus und viele andere &#8211; mit Bio-Fernw\u00e4rme oder Pelletsheizungen versorgt&#8221;, berichtete Staffan Branting, der Umweltbeauftragte der Stadt, mit sichtlichem Stolz. An das immer dichter werdende Fernw\u00e4rmenetz schlie\u00dfen sich auch immer mehr private Haushalte an.<\/p>\n<p>Auch bei \u00f6ffentlichen Autobussen und st\u00e4dtischen Fahrzeugen wollte man weg von Benzin oder Diesel. Ergebnis der Bem\u00fchungen: Der Mist dient jetzt als Treibstoff. 22 \u00d6ko-Busse fahren seit Oktober 2002 mit fl\u00fcssigem Biogas und die Stadtverwaltung stellte ihren Fuhrpark ebenfalls auf Biogas-Antrieb um. Das gute Vorbild machte Schule: Auch private Unternehmen fahren mittlerweile mit fl\u00fcssigem Biogas. <\/p>\n<p>Am Ziel der W\u00fcnsche sieht sich die &#8220;No-Oil-City&#8221; damit noch nicht. Zwar habe man beim Energieverbrauch der st\u00e4dtischen Verwaltung und im \u00f6ffentlichen Verkehr viel erreicht, aber vor allem im privaten Verkehr steigen die Emissionen weiter. Also sinnen die findigen Stadtv\u00e4ter nach Entlastungsm\u00f6glichkeiten. So d\u00fcrfen umweltfreundliche Fahrzeuge, die mit Biogas oder anderen Biokraftstoffen angetrieben werden, im Stadtzentrum von Kristianstad gratis parken. F\u00fcr Benzin- und Dieselfahrzeuge ist Parken geb\u00fchrenpflichtig. <\/p>\n<p>Um den Fahrradverkehr kr\u00e4ftig zu beleben, werden Radwege bei der Schneer\u00e4umung bevorzugt und das Netz an Radwegen immer weiter ausgebaut. Dass Elektroheizungen verp\u00f6nt sind und deren Umstellung auf Fernw\u00e4rme oder Pellets gef\u00f6rdert wird, versteht sich von selbst.  Um auch elektrischen Strom mit einem guten Umweltgewissen konsumieren zu k\u00f6nnen, werden Biomasse-Kraft-W\u00e4rme-Kopplungen forciert und verst\u00e4rkt Windr\u00e4der zur Stromerzeugung in Betrieb genommen. Bisher sind es 18. Jetzt beginnt man auch, erste Erfahrungen mit Sonnenkollektoren im Wohnungsbau zu sammeln.<\/p>\n<p>Bis 2010 will man die Gesamtemissionen pro Bewohner in Kristianstad um 20 Prozent reduzieren. &#8220;Wir werden unser Ziel erreichen&#8221;, sind die Gemeindeverantwortlichen \u00fcberzeugt Und die Statistik best\u00e4tigt das: Schon jetzt liegen die Emissionen von CO aus fossilen Quellen &#8211; pro Einwohner in Kristianstad f\u00fcr die W\u00e4rmeerzeugung &#8211; bei weniger als der H\u00e4lfte des schwedischen Durchschnitts.<\/p>\n<p><b>Biogas-Anlage Kristianstad<\/b><br \/>Kristianstad (74.500 Einwohner), Schweden<br \/>Ausgezeichnet mit dem Climate Star <\/p>\n<p><b>Kontakt:<\/b> Municipality of Kristiansta<br \/>Lennart Erfors<br \/>V\u00e4stra Boulevarden 13<br \/>S \u2013 29132 Kristianstad<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:lennart.erfors@kristianstad.se\">lennart.erfors@kristianstad.se<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Am Anfang stand heftiger B&uuml;rgerprotest. 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