{"id":69742,"date":"2019-12-18T07:26:56","date_gmt":"2019-12-18T06:26:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=69742"},"modified":"2021-09-09T21:23:46","modified_gmt":"2021-09-09T19:23:46","slug":"daenemark-plant-kuenstliche-energieinsel-zur-herstellung-von-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/daenemark-plant-kuenstliche-energieinsel-zur-herstellung-von-wasserstoff\/","title":{"rendered":"D\u00e4nemark plant k\u00fcnstliche Energieinsel zur Herstellung von Wasserstoff"},"content":{"rendered":"<p>D\u00e4nemarks Regierung will eine k\u00fcnstliche Insel mit riesigen Hochsee-Windparks bauen. &#8220;Diese Insel wird es m\u00f6glich machen, erneuerbaren Strom im gro\u00dfen Stil umzuwandeln und die Energie zu speichern&#8221;, sagte D\u00e4nemarks Klima- und Energieminister Dan J\u00f8rgensen dem SPIEGEL am Rande der Weltklimakonferenz in Madrid. Er erwartet, dass das Megaprojekt zwischen 200 und 300 Milliarden d\u00e4nische Kronen (rund 27 bis 40 Milliarden Euro) kosten wird. Noch vor 2030 soll es in Betrieb gehen.<br \/>\nAnzeige<\/p>\n<p>J\u00f8rgensen zufolge sollen im Meer rund um die k\u00fcnstlich aufgesch\u00fcttete Insel Windfarmen mit einer Spitzenleistung von 10 Gigawatt hochgezogen werden. Das entspr\u00e4che rund 1000 der heute leistungsf\u00e4higsten Hochseewindr\u00e4der. Zum Vergleich: die bislang weltgr\u00f6\u00dfte Offshore-Anlage hat 1,2 Gigawatt. Der so erzeugte Strom w\u00fcrde laut Regierung ausreichen, um zehn Millionen Haushalte zu versorgen &#8211; mehr als D\u00e4nemark Einwohner hat. Per Unterseekabel soll die Elektrizit\u00e4t zur Insel geleitet &#8211; und dort mit sogenannten &#8220;Power-to-X&#8221;-Technologien in speicherbare Energietr\u00e4ger wie Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe oder Gas umgewandelt werden.<\/p>\n<p>Wie es hei\u00dft, sollen die Standortsuche und das Genehmigungsverfahren bis 2021 abgeschlossen sein und danach die Bauarbeiten beginnen. Ob alles so gelingt wie geplant, ist noch unklar. Schlie\u00dflich sind die technischen Herausforderungen bei einem so gro\u00dfen Projekt auf offener See enorm. Und &#8220;Power-to-X&#8221; ist noch sehr teuer. J\u00f8rgensen erwartet wegen der Gr\u00f6\u00dfe der geplanten Anlagen jedoch eine dramatische Kostenersparnis.<\/p>\n<p>Die Energieinsel soll das Herzst\u00fcck der neuen d\u00e4nischen Klimastrategie werden. Am Freitag hatte ein Parteienb\u00fcndnis unter F\u00fchrung der sozialdemokratischen Regierung den sogenannten Klimaakt beschlossen. Er verpflichtet D\u00e4nemark, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 70 Prozent zu verringern. Ziel ist, das Land bis 2050 klimaneutral zu machen. &#8220;Wir werden 2028 in unserem Stromnetz 100 Prozent erneuerbare Energien haben&#8221;, k\u00fcndigte J\u00f8rgensen gegen\u00fcber dem SPIEGEL an.<\/p>\n<p>Hinter dem Klimaakt steht eine breite gesellschaftliche Mehrheit. Acht der zehn im Parlament vertretenen Parteien unterst\u00fctzen ihn; zusammen stellen sie 167 der 179 Abgeordneten. &#8220;Sowohl der d\u00e4nische Wirtschaftsverband wie auch Greenpeace sind daf\u00fcr&#8221;, sagte J\u00f8rgensen.<\/p>\n<p>Dieser \u00fcbergreifende Konsens ist eine Trumpfkarte bei der Suche nach Kapitalgebern. Denn nichts hassen Investoren mehr als pl\u00f6tzliche politische Kehrtwenden. Doch selbst ein Regierungswechsel k\u00f6nnte die Beschl\u00fcsse vom Freitag nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen, erkl\u00e4rte J\u00f8rgensen. &#8220;Alle Parteien, die eine k\u00fcnftige Regierung anf\u00fchren k\u00f6nnten, unterst\u00fctzen ihn. Und sie sind an den Deal gebunden.&#8221; Zu etwa 90 Prozent soll das Inselprojekt von privaten Investoren finanziert werden, der Minister ist zuversichtlich, dass es gelingt.<\/p>\n<p>Geld st\u00fcnde jedenfalls bereit. Allein die d\u00e4nischen Pensionsfonds verwalten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg rund 450 Milliarden Euro. Und wegen der extrem niedrigen Zinsen d\u00fcrsten sie nach Anlagem\u00f6glichkeiten, die ihnen ein bisschen Rendite bieten.<\/p>\n<p>Offshore-Windparks gelten als interessante Investments, da sie ziemlich konstante Mengen Strom und damit berechenbare Ertr\u00e4ge liefern. Dank enormer technischer Fortschritte in den vergangenen Jahren sind die Kosten stark gesunken. Manche neuen Hochseewindparks kommen ganz ohne Subventionen aus. Laut Jorgensens Ministerium erzeugen sie bereits billigeren Strom als Kohle- oder Atomkraftwerke.<\/p>\n<p>D\u00e4nemark ist schon jetzt eine Offshore-Windmacht. Vor der K\u00fcste entstand 1991 die erste Anlage dieser Art. Heute betreibt der Energiekonzern \u00d8rsted den weltgr\u00f6\u00dften Hochseewindpark. Und Vestas z\u00e4hlt zu den Weltmarktf\u00fchrern bei der Herstellung der Turbinen.<\/p>\n<p>Ein rein nationales Projekt soll die Energieinsel aber nicht werden. Im Gegenteil: Die D\u00e4nen werben um ausl\u00e4ndische Geldgeber und Partner, wie etwa den deutsch-spanischen Windanlagenbauer Siemens Gamesa. Der Standort steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass der Park Dutzende Kilometer vor der K\u00fcste errichtet werden soll &#8211; wo mehr Wind weht und die teils mehr als 200 Meter hohen T\u00fcrme niemanden st\u00f6ren. Die besten Bedingungen k\u00f6nnte die Nordsee bieten: Sie ist windverw\u00f6hnt und stellenweise recht flach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00e4nemarks Regierung will eine k\u00fcnstliche Insel mit riesigen Hochsee-Windparks bauen. &#8220;Diese Insel wird es m\u00f6glich machen, erneuerbaren Strom im gro\u00dfen Stil umzuwandeln und die Energie zu speichern&#8221;, sagte D\u00e4nemarks Klima- und Energieminister Dan J\u00f8rgensen dem SPIEGEL am Rande der Weltklimakonferenz in Madrid. 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