{"id":6970,"date":"2004-04-14T00:00:00","date_gmt":"2004-04-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040414-07n"},"modified":"2004-04-14T00:00:00","modified_gmt":"2004-04-13T22:00:00","slug":"boom-der-biomassekraftwerke-wird-das-holz-schon-knapp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/boom-der-biomassekraftwerke-wird-das-holz-schon-knapp\/","title":{"rendered":"Boom der Biomassekraftwerke: Wird das Holz schon knapp?"},"content":{"rendered":"<p>Entsprechende Bef\u00fcrchtungen h\u00f6rt man immer \u00f6fter, nachdem in den vergangenen zwei Jahren einige gro\u00dfe Biomassekraftwerke ans Netz gingen. Doch nur beim Altholz wird die Situation dramatisch. Gro\u00dfe Biomassekraftwerke mit 20 MW elektrischer Leistung &#8211; die Maximalgr\u00f6\u00dfe, die noch unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) f\u00e4llt &#8211; verbrauchen im Jahr etwa 120.000 bis 150.000 t Holz. Bei einem j\u00e4hrlichen Altholz-Angebot von derzeit knapp 5 Mio. t in Deutschland reicht der Brennstoff f\u00fcr 40 Anlagen. <\/p>\n<p>Wenn 2005 die Deponierung von M\u00fcll durch die TA Siedlungsabfall unterbunden wird, werden es noch ein bis zwei Millionen Tonnen mehr pro Jahr sein. &#8220;Dann reicht der Brennstoff f\u00fcr 50 Anlagen&#8221;, rechnet Norbert Dobe, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des <a href=\"http:\/\/www.altholzverband.de\/\" >Bundesverbandes der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV)<\/a> in Koblenz, vor. Zugleich gebe es aber in Deutschland bereits 70 Projekte, die in Betrieb sind, gerade gebaut oder geplant werden. Ergo: Das Altholz wird nicht f\u00fcr alle geplanten Anlagen reichen. <\/p>\n<p>F\u00fcr Kenner des Marktes keine neue Erkenntnis. Seit im Sommer 2001 die Biomasseverordnung erlassen wurde und f\u00fcr Euphorie unter Energieversorgern und Projektierern sorgte, warnt BAV-Mann Dobe vor dem absehbaren Mangel: &#8220;Ich habe die Banken schon auf die Finanzierungsrisiken hingewiesen.&#8221; Zumal Liefervertr\u00e4ge, die \u00fcber zwei Jahre hinausgehen, f\u00fcr Altholz kaum zu bekommen sind. Doch mancher Investor ignoriere schlicht die Eigenart der Rohstoffversorgung: &#8220;Altholz wird nicht hergestellt, es f\u00e4llt an&#8221;, sagt der Koblenzer Branchenexperte, &#8220;die Menge l\u00e4sst sich daher nicht einfach steigern.&#8221; <\/p>\n<p>Neben dem Risiko, k\u00fcnftig ohne Holz da zu sitzen, kann auch die Preisentwicklung des Rohstoffs die Kalkulation der Investoren schnell zu Makulatur werd en lassen. Vor Inkrafttreten der Biomasseverordnung bezahlten die Lieferanten von hoch belastetem Altholz (Kategorie A4) noch 400 bis 500 DM\/t an den Kraftwerksbetreiber. Heute sind es gerade noch 30 bis 40 EUR. Beim etwas weniger belasteten A3-Holz wird mitunter gar keine Zuzahlung mehr geleistet, f\u00fcr A1- und A2-H\u00f6lzer m\u00fcssen die Kraftwerksbetreiber l\u00e4ngst zuzahlen. Einige Unternehmen, die Alth\u00f6lzer seit Jahren allein zur W\u00e4rmegewinnung nutzen und somit nicht vom EEG profitieren, sind bereits gezwungen, auf einen anderen Brennstoff umzusteigen. <\/p>\n<p>Beim Frischholz stellt sich die Situation anders dar: &#8220;J\u00e4hrlich wachsen in Deutschland 60 Millionen Festmeter nach&#8221;, sagt Bernd Geisen vom <a href=\"http:\/\/%20www.bioenergie.de\/\" >Bundesverband Bioenergie (BBE)<\/a>, &#8220;davon werden heute erst 40 Millionen genutzt.&#8221; Zudem gebe es ein &#8220;riesiges ungenutztes Potenzial im Bereich der Anbaubiomasse&#8221;, etwa bei Pappeln. Dieses werde man nun &#8220;in einer zweiten Welle von Kraftwerksbauten&#8221; verst\u00e4rkt nutzen. Anders als Altholzanlagen, die mit Leistungen bis 20 MW das EEG voll aussch\u00f6pften, werden die Kraftwerke f\u00fcr Frischholz dezentraler entstehen. &#8220;Die zweite Welle wird Anlagen bis f\u00fcnf Megawatt hervorbringen&#8221;, sch\u00e4tzt Geisen. <\/p>\n<p>K\u00fcnftig werden Anlagen Strom erzeugen und zugleich die W\u00e4rme nutzen. Vorteil f\u00fcr Investoren: De r Markt f\u00fcr Frischholz ist berechenbarer. Die Preise sind stabiler als auf dem Altholzmarkt, und die Lieferkontrakte werden langfristiger offeriert.<\/p>\n<p>Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV) e.V,. Am Markt 221, D-56077 Koblenz-Ehrenbreitstein, Fon 0261-97244-35, Fax 0261-97244-36, E-mail <a href=\"mailto:webmaster@gebrauchtholz.de\">webmaster@gebrauchtholz.de<\/a>, Internet <a href=\"http:\/\/www.altholzverband.de\/\" >www.altholzverband.de<\/a> &#8211; Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE), Godesberger Allee 142-148, D-53175 Bonn, Fon 0228-8198-140, Fax 0228-8198-205, E-mail <a href=\"mailto:info@bioenergie.de\">info@bioenergie.de<\/a>, Internet <a href=\"http:\/\/www.bioenergie.de\/\" >www.bioenergie.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/interseroh-positioniert-sich-im-biomasse-sektor\/\" >2003-12-06<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomassekraftwerke-nachhaltige-dreckschleudern\/\" >2002-12-11<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/konkurrenz-im-bereich-der-biomassekraftwerke\/\" >2002-12-13<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entsprechende Bef&uuml;rchtungen h&ouml;rt man immer &ouml;fter, nachdem in den vergangenen zwei Jahren einige gro&szlig;e Biomassekraftwerke ans Netz gingen. 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