{"id":69473,"date":"2019-12-09T07:26:36","date_gmt":"2019-12-09T06:26:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=69473"},"modified":"2021-09-09T21:24:19","modified_gmt":"2021-09-09T19:24:19","slug":"wirtschaftsministerium-setzt-auch-auf-klimaschaedlichen-blauen-wasserstoff-aus-erdgas-und-bereitet-moeglicherweise-neue-laufzeitverlaengerung-von-akws-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wirtschaftsministerium-setzt-auch-auf-klimaschaedlichen-blauen-wasserstoff-aus-erdgas-und-bereitet-moeglicherweise-neue-laufzeitverlaengerung-von-akws-vor\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsministerium setzt auch auf klimasch\u00e4dlichen blauen Wasserstoff aus Erdgas und bereitet m\u00f6glicherweise neue Laufzeitverl\u00e4ngerung von AKWs vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Leserinnen und Leser,<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Debatten um Wasserstoff als Energietr\u00e4ger der Zukunft rei\u00dfen nicht ab. W\u00e4hrend Forschungsministerin Karliczek die L\u00f6sung in gr\u00fcnem Wasserstoff, produziert mit Solarstrom aus der Sahara, sieht, setzt das Wirtschaftsministerium weiterhin auf blauen Wasserstoff aus klimasch\u00e4dlichem Erdgas.<\/strong><\/p>\n<p>Dies zeigten die Aussagen von Staatssekret\u00e4r Barei\u00df auf dem parlamentarischen Abend \u00fcber \u201edie industriepolitischen Anforderungen an eine zukunftsorientierte Nationale Strategie Wasserstoff (NSW)\u201c, gemeinsam ausgerichtet vom Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und der Clean Energy Partnership (CEP) am 25. November in Berlin.<\/p>\n<p>Zum Thema blauer Wasserstoff und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien war sich das Podium aus\u00a0Johann Saathoff (MdB, SPD) Werner Diwald (DWV), J\u00f6rg Starr (CEP\/Audi), Andreas Rupieper (Linde) und Calum McConnell (ITM) einig: Wasserstoff muss auf Erneuerbaren Energien basieren. Er sollte zudem m\u00f6glichst rasch mit deutschen Wind- und Solaranlagen gespeist werden. Erst nachdem die heimischen M\u00f6glichkeiten deutlich in Richtung 100% erneuerbare Energien entwickelt worden sind, k\u00f6nnen auch Wasserstoffimporte eine Rolle spielen. Dass es dazu gute M\u00f6glichkeiten gibt, zeigte die letzte Woche in Berlin stattgefundene erfolgreiche Konferenz Desertec von DII auf.<\/p>\n<p>Dagegen will sich Thomas Barei\u00df, Staatssekret\u00e4r im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), alle Optionen offen halten und nennt auf dem parlamentarischen Abend explizit auch Wasserstoff auf Basis von importiertem Erdgas mit CO2-Abscheidung und -speicherung.<\/p>\n<p>Dabei ist Wasserstoff aus Erdgas auf Grund der hohen Methanemissionen bei Erdgasf\u00f6rderung und -transport h\u00f6chst klimasch\u00e4dlich, selbst mit der teuren und unrealistischen Option CCS.<\/p>\n<p>Staatssekret\u00e4r Barei\u00df beklagte sogar den Ausstieg aus der Atomkraft, da dieser in Baden-W\u00fcrttemberg angeblich zu 7 TWh Stromimporten aus Frankreich gef\u00fchrt haben soll. Barei\u00df ignoriert dabei die Realit\u00e4t, dass sich seit dem Merkel\u2019schen Ausstiegsbeschluss der Nettostromimport aus Frankreich von 14 TWh in 2010 auf gut 8 TWh in 2018 deutlich verringert hat und, dass Deutschland im gesamten Stromhandel in 2018 mit allen Nachbarn im Gegenteil mit 46 TWh zuletzt einen sehr hohen Export\u00fcberschuss erzielt hat. Dieser lag vor dem Atomausstiegsbeschluss in 2010 mit 6 TWh noch um 40 TWh geringer. Von zunehmenden Importen durch den Atomausstieg kann also keine Rede sein. (<a href=\"https:\/\/www.energy-charts.de\/energy_de.htm?source=import-export&amp;period=annual&amp;year=2018\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Siehe Energy Charts des Fraunhofer ISE)<\/a>.<\/p>\n<p>Solche Aussagen sind h\u00f6chst bedenklich und besorgniserregend, in \u00e4hnlicher Art dienten sie bereits 2009 zur Vorbereitung der Laufzeitverl\u00e4ngerung der Atomkraft unter Kanzlerin Merkel. Der Abgeordnete Barei\u00df spielte damals als Energiepolitischer Sprecher eine wichtige unterst\u00fctzende Rolle in der CDU-Bundestagsfraktion.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Wachsamkeit gefragt, denn m\u00f6glicherweise bereitet das BMWi eine erneute Laufzeitverl\u00e4ngerung vor und Barei\u00df testet mit solchen \u00c4u\u00dferungen die Stimmung dazu aus.<\/p>\n<p>Die gnadenlose Reduzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren, aktuell insbesondere der Windkraft, ist jedenfalls eine klare, unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahme bei der Vorbereitung einer neuen AKW-Laufzeitverl\u00e4ngerung um vermeintlich fehlende Strommengen zu decken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leserinnen und Leser, Die Debatten um Wasserstoff als Energietr\u00e4ger der Zukunft rei\u00dfen nicht ab. 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