{"id":69410,"date":"2019-12-09T06:41:03","date_gmt":"2019-12-09T05:41:03","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=https%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F1163937%2Fneuer-katalysator-ressourcenschonend-kostenguenstig-und-hochselektiv.html%3FWT.mc_id%3Dca0065%26pk_campaign%3Dca0065"},"modified":"2019-12-04T19:16:17","modified_gmt":"2019-12-04T18:16:17","slug":"bayreuther-forscher-entwickeln-neuen-katalysator-ressourcenschonend-kostenguenstig-und-hochselektiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bayreuther-forscher-entwickeln-neuen-katalysator-ressourcenschonend-kostenguenstig-und-hochselektiv\/","title":{"rendered":"Bayreuther Forscher entwickeln neuen Katalysator: ressourcenschonend, kosteng\u00fcnstig und hochselektiv"},"content":{"rendered":"<p><strong>Chemiker der Universit\u00e4t Bayreuth haben ein nachhaltiges, preisg\u00fcnstiges und zugleich hochleistungsf\u00e4higes Katalyseverfahren entwickelt: Es kommt ohne seltene Edelmetalle aus und erm\u00f6glicht die zielgenaue Herstellung vieler Feinchemikalien, Naturprodukte und medizinischer Wirkstoffe. Damit er\u00f6ffnet sich ein weites Spektrum neuer M\u00f6glichkeiten, Industrieprozesse deutlich kosteng\u00fcnstiger f\u00fcr den Verbraucher und ressourcenschonend mit Blick auf k\u00fcnftige Generationen zu gestalten. In der Wissenschaftszeitschrift Science Advances stellen die Wissenschaftler ihre Forschungsarbeiten vor.<\/strong><\/p>\n<p>Katalyse ist eine Schl\u00fcsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Umso wichtiger ist ihre Nachhaltigkeit unter dem Aspekt eines sparsamen Ressourcenverbrauchs. Der bei dem neuen Verfahren eingesetzte Katalysator l\u00e4sst sich einfach und kosteng\u00fcnstig auf der Basis von h\u00e4ufig vorkommenden Metallen und handels\u00fcblicher Holzkohle herstellen. Zugleich ist er recycelbar. Wertvolle Ressourcen, beispielsweise die verwendeten Edelmetalle Iridium oder Palladium, werden hier nicht f\u00fcr die Katalyse ben\u00f6tigt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_69414\" aria-describedby=\"caption-attachment-69414\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-69414\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/153-neuer-Katalyseprozess-300x263.jpg\" alt=\" Der neue Katalyseprozess mit einem Katalysator auf der Basis von h\u00e4ufig vorkommenden Metallen und handels\u00fcblicher Holzkohle. 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Abbildung: Rhett Kempe.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei der industriellen Herstellung zahlreicher Feinchemikalien, Naturprodukte und medizinischer Wirkstoffe ist die Deoxygenierung ein entscheidender Schritt: Es kommt hier darauf an, gezielt einzelne Sauerstoffatome aus organischen Verbindungen herauszul\u00f6sen. Der neue Katalysator ist hierzu in der Lage und ben\u00f6tigt daf\u00fcr lediglich preisg\u00fcnstiges Wasserstoff-Gas \u2013 auch in dieser Hinsicht tr\u00e4gt er erheblich zur Kostensenkung bei. Dar\u00fcber hinaus gibt es einen weiteren Vorteil: Der Katalysator ist imstande, Sauerstoffatome aus komplexen Molek\u00fclen so zu entfernen, dass benachbarte funktionale Gruppen dadurch nicht ver\u00e4ndert oder zerst\u00f6rt werden. Diese hochselektive Art der Deoxygenierung ist daher einem pr\u00e4zisen chirurgischen Eingriff vergleichbar, der unmittelbar benachbartes Gewebe schont und dessen Funktionen nicht beeintr\u00e4chtigt. Folglich ist es m\u00f6glich, den neuen Katalysator im Verlauf eines l\u00e4ngeren Synthese-Prozesses erst zu einem sp\u00e4ten Zeitpunkt einzusetzen: n\u00e4mlich dann, wenn bereits komplexe funktionale Einheiten aufgebaut worden sind und nur wenige, aber entscheidende Schritte bis zum Endprodukt fehlen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Forschungsarbeiten sind ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass die Entwicklung leistungsstarker wiederverwendbarer Katalysatoren nicht auf teuren und selten vorkommenden Edelmetallen basieren muss. Unter den zentralen Aspekten der Nachhaltigkeit, der Kostensenkung und der technologischen Effizienz sind in j\u00fcngster Zeit bedeutende Fortschritte erzielt worden. Das jetzt publizierte neue Verfahren kann und soll auch dazu anregen, diesen Weg offensiv fortzusetzen. Nicht zuletzt im Hinblick auf das punktgenaue \u201aFeintuning\u2018 komplexer chemischer Strukturen liegen sicher noch \u00fcberraschende Entdeckungen vor uns\u201c, sagt Prof. Dr. Rhett Kempe von der Universit\u00e4t Bayreuth. Er hat mit seinem Team in Bayreuth die Forschungsarbeiten koordiniert und dabei eng mit Forschern am Leibniz Institut f\u00fcr Neue Materialien in Saarbr\u00fccken (INM), an der Universit\u00e4t Saarbr\u00fccken sowie der FAU Erlangen-N\u00fcrnberg kooperiert.<\/p>\n<h3>Ver\u00f6ffentlichung:<\/h3>\n<p>T. Schwob, P. Kunnas, N. de Jonge, C. Papp, H.-P. Steinr\u00fcck, R. Kempe: General and selective deoxygenation by hydrogen using a reusable earth-abundant metal catalyst. Science Advances, Vol. 5, no. 11.<br \/>\nDOI: <a href=\"https:\/\/advances.sciencemag.org\/content\/5\/11\/eaav3680\" target=\"_blank\">10.1126\/sciadv.aav3680<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chemiker der Universit\u00e4t Bayreuth haben ein nachhaltiges, preisg\u00fcnstiges und zugleich hochleistungsf\u00e4higes Katalyseverfahren entwickelt: Es kommt ohne seltene Edelmetalle aus und erm\u00f6glicht die zielgenaue Herstellung vieler Feinchemikalien, Naturprodukte und medizinischer Wirkstoffe. Damit er\u00f6ffnet sich ein weites Spektrum neuer M\u00f6glichkeiten, Industrieprozesse deutlich kosteng\u00fcnstiger f\u00fcr den Verbraucher und ressourcenschonend mit Blick auf k\u00fcnftige Generationen zu gestalten. 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