{"id":69149,"date":"2019-12-04T07:32:30","date_gmt":"2019-12-04T06:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=69149"},"modified":"2019-11-29T12:44:06","modified_gmt":"2019-11-29T11:44:06","slug":"erstes-holzhochhaus-oesterreichs-wegweisend-in-der-energieeffizienz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erstes-holzhochhaus-oesterreichs-wegweisend-in-der-energieeffizienz\/","title":{"rendered":"Erstes Holzhochhaus \u00d6sterreichs wegweisend in der Energieeffizienz"},"content":{"rendered":"<p>Im 22. Wiener Bezirk steht eines der h\u00f6chsten Holzh\u00e4user der Welt kurz vor der endg\u00fcltigen Fertigstellung. Das <a href=\"http:\/\/www.hoho-wien.at\/\" target=\"_blank\">HoHo Wien<\/a>, entworfen vom B\u00fcro R\u00fcdiger Lainer und Partner, wird zum Wahrzeichen eines der gr\u00f6\u00dften Stadtentwicklungsprojekte Europas, der Seestadt Aspern. Der dreiteilige Hauptkomplex besteht aus dem 84 Meter hohen Turm mit 24 Geschossen. Zwei weitere T\u00fcrme mit 15 und 9 Geschossen sind angedockt, so dass die Geb\u00e4ude sich gegenseitig st\u00fctzen. Hinzu kommt das 6-geschossige Nebengeb\u00e4ude HoHo Next. Auf dem HoHo Wien-Areal mit 19.500 m\u00b2 Mietfl\u00e4che finden ein Hotel sowie Restaurants, B\u00fcros, Serviced Apartments und ein Fitnessbereich Platz.<\/p>\n<p>Das HoHo Wien ist nicht nur eines der h\u00f6chsten Holzh\u00e4user der Welt. Es ist vor allem ein Leuchtturmprojekt f\u00fcr nachhaltigen Holzbau. Bei W\u00e4rmed\u00e4mmung, Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Schallschutz gleicherma\u00dfen leistungsstark, wurde es mit LEED Gold und \u00d6GNB (\u00d6sterreichische Gesellschaft f\u00fcr Nachhaltiges Bauen) Gold ausgezeichnet. Auch 6.000 m2 Isolierglas, verarbeitet mit Super Spacer Warme Kante Abstandhaltersystem von Edgetech, leisten einen Beitrag. Die 3-fach-Verglasung von Petschenig glastec GmbH erreicht einen ausgezeichneten Ug-Wert von 0,5 W\/(m\u00b2K).<\/p>\n<p>Von der Wiege bis zur Wiege \u2013 Cradle-to-Cradle \u2013 bedeutet in seiner konsequentesten Reinform, dass Rohstoffe in einem durchgehenden biologischen oder technologischen Kreislauf wiederverwendet werden, ohne umweltsch\u00e4dliche Stoffe und Abf\u00e4lle zur\u00fcckzulassen. Die Bauindustrie geh\u00f6rt zu den Branchen, in der dieses Prinzip derzeit am intensivsten diskutiert wird. Und daf\u00fcr gibt es Gr\u00fcnde. Gesch\u00e4tzt 8 % des globalen CO2-Austo\u00dfes entstehen bei der Zementproduktion. W\u00e4re die Zementindustrie ein Land, sie l\u00e4ge hinter China und den USA auf Platz 3 bei den CO2-Emissionen. Die H\u00e4lfte davon entsteht w\u00e4hrend des Prozesses, dieser Anteil k\u00f6nnte also auch nicht durch die Produktion mit regenerativ erzeugter Energie auf Null gebracht werden. Weltweit verschlingt der Bauboom den gr\u00f6\u00dften Anteil nat\u00fcrlicher Ressourcen und in der Folge stellen mineralische Bau- und Abbruchabf\u00e4lle auch den gr\u00f6\u00dften Abfallstrom dar. Nat\u00fcrliche Baustoffe wie Sand und Kies werden knapp und der unkontrollierte Abbau bringt vielerorts erhebliche Umweltfolgen mit sich.<\/p>\n<p>Das Beste aus zwei Welten: Holz-Beton-Hybridbauweise<br \/>\nVielen Architekten gilt der nachwachsende Rohstoff Holz als eine der zentralen Stellschrauben, um den CO2-Aussto\u00df der Baubranche zu senken. Zum einen ist Holz ein nat\u00fcrlicher Kohlendioxid-Speicher. Dar\u00fcber hinaus wird bei der Verarbeitung deutlich weniger Energie ben\u00f6tigt, als bei der Herstellung von Zement und Stahlbeton. Nachhaltig angebaut und recyclebar verarbeitet, ist Holz schlussendlich ein wertvolles Rohstoffdepot im Sinne des Cradle-to-Cradle-Prinzips.<\/p>\n<p>Das HoHo Wien wurde als Holz-Beton-Hybrid errichtet. Aus Gr\u00fcnden des Brandschutzes besteht das Geb\u00e4udeinnere aus einem massiven Stahlbetonkern, in dem sich Treppenhaus, Aufz\u00fcge und Versorgungssch\u00e4chte befinden. Um den Betonkern herum sind seriell vorgefertigte Massivholzkonstruktionen angeordnet. Wegen der Brandschutzauflagen wurde die Holzfassade zus\u00e4tzlich mit Eternitplatten aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen verschalt. Die Wand- und Deckenelemente aus Fichtenholz blieben im Inneren unverkleidet und behalten ihren intensiven, sinnlichen Holzcharakter.<\/p>\n<p>Alles in allem erreicht das HoHo Wien ab dem Erdgeschoss einen Holzanteil von fast 74 % und spart laut Caroline Palfy, Projektentwicklerin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der cetus Baudevelopment GmbH, gegen\u00fcber einem konventionell errichteten Geb\u00e4ude derselben Nutzungsart und Gr\u00f6\u00dfe 2.800 Tonnen CO2-\u00c4quivalente ein. Hinzu kommen die kurzen Transportwege, denn das Holz stammt ausschlie\u00dflich aus nachhaltig bewirtschafteten, heimischen W\u00e4ldern; eine der Voraussetzungen f\u00fcr die LEED-Zertifizierung in Gold. Caroline Palfy erkl\u00e4rt: \u201eDer gesamte Holzverbrauch f\u00fcr das HoHo Wien w\u00e4chst in nur einer Stunde und 17 Minuten in \u00f6sterreichischen W\u00e4ldern nach. Von den in \u00d6sterreich j\u00e4hrlich nachwachsenden 30 Millionen Kubikmeter Holz werden 26 Millionen Kubikmeter genutzt. Die restlichen 4 Millionen Kubikmeter verbleiben im Wald und vergr\u00f6\u00dfern stetig den Holzvorrat. Das bedeutet, dass in jeder Sekunde 1 Kubikmeter Holz nachw\u00e4chst.\u201c<\/p>\n<p>Die Wandelemente sind ein beeindruckendes Teamwork<br \/>\nUrspr\u00fcnglich waren raumhohe, zweifl\u00fcgelige Fensterelemente geplant. Die statischen Anforderungen an Schlagregendichtigkeit und Windfestigkeit erforderten jedoch ein Umdenken und so entwickelte der Fensterbauer Katzbeck in Zusammenarbeit mit Holzforschung Austria eine L\u00f6sung aus zweifl\u00fcgeligen Fichtenholz-Aluminiumfenstern mit Pfosten, Absturzsicherung und geteilter Unterlichte. Rund 1.100 3-fach-W\u00e4rmeschutzglaseinheiten mit UNIGLAS Top pure FLS lieferte Petschenig glastec GmbH aus Wien f\u00fcr die Fassaden. Aus schalltechnischen Gr\u00fcnden ist die au\u00dfenliegende Scheibe Verbundsicherheitsglas, die innere Einscheibensicherheitsglas. Als Warme Kante w\u00e4hlte Hanspeter Petschenig Super Spacer T-Spacer Premium Plus. Die Isolierverglasung erreicht damit einen aus w\u00e4rmeenergetischer Sicht hervorragenden Ug-Wert von 0,5 W\/m\u00b2K und der Glasrandverbund punktet mit einem Psi-Wert von 0,033 W\/mK. Der Uw-Wert f\u00fcr das gesamte Fenster betr\u00e4gt 0,78 W\/m2K, der Gesamtenergiedurchlassgrad 49%.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Vorfertigungsschritt erfolgte bei Hasslacher Norica Timber, wo die Fenster in die Wandelemente aus Brettsperrholz eingef\u00fcgt wurden, bevor Generalunternehmer Handler die Endmontage des kompletten Fassadenaufbaus \u00fcbernahm. Just in time wurden die Wandelemente angeliefert, mit dem Kran hochgezogen und montiert. Der U-Wert von 0,182 W\/m2 K der mit Eternit verkleideten, opaken Wandelemente spiegelt ebenfalls die guten W\u00e4rmed\u00e4mmeigenschaften des Geb\u00e4udes wider.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche und zeitsparende Serienfertigung<br \/>\nAuftrieb erh\u00e4lt der internationale Holzhochhausbau derzeit durch intelligente Fertigteil-Baukastensysteme. Auch das modulare Konstruktionsprinzip des HoHo Wien besticht durch seine Einfachheit. Der hohe Wiederholgrad einiger weniger Massivholzbauteile bietet neben der Kostensicherheit den Vorteil kurzer Bauzeiten, denn sie k\u00f6nnen witterungsunabh\u00e4ngig seriell vorgefertigt werden. Die Tragwerksplaner von RWT Plus unter Leitung von Richard Woschitz entwickelten speziell f\u00fcr das Hoho Wien einen Systemknoten, der die vorgefertigten Elemente Holz-Beton-Verbunddecke, Holzs\u00e4ule, Unterzug und Wandelement formschl\u00fcssig zusammenf\u00fcgt \u2013 weitestgehend ohne metallische Verbindungen, denn Schwei\u00dfarbeiten verbieten sich in einem Holzhaus quasi von selbst.<\/p>\n<p>Auch die aufw\u00e4ndigen technischen Vorpr\u00fcfungen in puncto Brandschutz, Schallschutz und Windsoglasten sind wegweisend f\u00fcr Nachfolgeprojekte. Laut Holzforschung Austria halten sowohl Fensterkonstruktion und Wandelement Windlasten von 4.425 Pa problemlos stand.<\/p>\n<p>\u201eDie Frage, ob man einen thermisch getrennten Fenster-Randverbund, also eine Warme Kante verbauen soll, stellt sich bei einem Nachhaltigkeitsprojekt wie dem Hoho Wien selbstredend nicht\u201c, erkl\u00e4rt Hanspeter Petschenig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Petschenig glastec GmbH, \u201eso geringe W\u00e4rmedurchlasswerte wie im HoHo Wien lassen sich auf andere Weise nicht erreichen.\u201c Der makellose, dichte Randverbund reduziert im Zusammenspiel mit dem flexiblen Material auf Basis von Silikonschaum dar\u00fcber hinaus die Belastung durch Pumpeffekte und die hohen Windlasten in 84 Meter H\u00f6he. Spannungsrisse der Dichtung sind praktisch ausgeschlossen.<\/p>\n<p>\u201eDas HoHo Wien ist wegweisend bei Energieeffizienz und Ressourcenoptimierung. Wir sind stolz, mit unserem Edgetech Super Spacer einen Beitrag leisten zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Joachim Sto\u00df Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Edgetech Europe GmbH und Vice President International Sales bei Quanex.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Isolierglasfertigung bieten flexible Spacer aber auch aufgrund der Kostenaspekte enorme Vorteile. Bei Petschenig glastec GmbH in Leopoldsdorf werden die Super Spacer Abstandhalter robotergesteuert und auf den Millimeter genau von der Rolle appliziert. \u201eUnsere automatisierte Isolierglaslinie garantiert, dass wir termingerecht und wirtschaftlich produzieren k\u00f6nnen\u201c, so Hanspeter Petschenig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im 22. Wiener Bezirk steht eines der h\u00f6chsten Holzh\u00e4user der Welt kurz vor der endg\u00fcltigen Fertigstellung. Das HoHo Wien, entworfen vom B\u00fcro R\u00fcdiger Lainer und Partner, wird zum Wahrzeichen eines der gr\u00f6\u00dften Stadtentwicklungsprojekte Europas, der Seestadt Aspern. 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