{"id":6880,"date":"2004-03-10T00:00:00","date_gmt":"2004-03-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040310-05n"},"modified":"2004-03-10T00:00:00","modified_gmt":"2004-03-09T22:00:00","slug":"alternative-treibstoffe-fuer-fahrzeuge-sind-gefragt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/alternative-treibstoffe-fuer-fahrzeuge-sind-gefragt\/","title":{"rendered":"Alternative Treibstoffe f\u00fcr Fahrzeuge sind gefragt"},"content":{"rendered":"<p><b>Berlin, 04.03.2004 &#8211; Die Belastung der Umwelt durch das Auto wird schon seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten diskutiert. L\u00e4rm, Fl\u00e4chenverbrauch durch den Stra\u00dfenbau und vor allem die Belastung der Luft durch den Schadstoffaussto\u00df stehen immer wieder am Pranger. Um die Gesundheitssch\u00e4digung durch Abgase zu verringern, werden immer strengere Grenzwerte f\u00fcr den Aussto\u00df von Schadstoffen gefordert und auch aufgestellt. Um diese Grenzwerte einzuhalten, wird viel an den Motoren gebastelt und auch \u00fcber den Einsatz alternativer Treibstoffe diskutiert. Welche Bedeutung diese alternativen Treibstoffe, wie Erdgas oder Biokraftstoffe, haben und in Zukunft haben werden, damit besch\u00e4ftigte sich in Hamburg eine Tagung von Unternehmen und Wirtschaftsverb\u00e4nden.<\/b> <\/p>\n<p>Internationale Verpflichtungen zum Abbau von Treibhausgasen und die Endlichkeit der Erd\u00f6lvorkommen &#8211; das sind nur zwei der Gr\u00fcnde, warum das britische Unternehmen Energy Exchange zu dieser europaweiten Konferenz eingeladen hatte. Rund 60 Vertreter von Treibstoffherstellern, Automobilbauern und Energieerzeugern lauschten unter anderem dem Vortrag von I\u00f1igo Sabater. Sabater erl\u00e4uterte f\u00fcr die EU-Kommission die Br\u00fcsseler Pl\u00e4ne zum Ausbau alternativer Kraftstoffe. Dazu geh\u00f6ren f\u00fcr die EU Biodiesel, Erdgas und Wasserstoff. Bis zum Jahr 2020 sollen diese ein F\u00fcnftel des herk\u00f6mmlichen Benzins und Diesels ersetzen. <br \/>Ein ehrgeiziges Ziel, meint der Londoner Unternehmensberater Alan Gelder. Um es zu erreichen, m\u00fcssten EU-Kommission, Mitgliedsstaaten und Industrie eng zusammenarbeiten: <\/p>\n<p>&#8220;Das langfristige Ziel muss sein, fl\u00e4chendeckend Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Auf dem Weg dorthin sind viele Zwischenschritte zu machen. Aus unserer Sicht als Beobachter der Mineral\u00f6lindustrie gibt es die Alternativen, aber wir sehen keinen klaren Gewinner. Verschiedene Kraftstoffe k\u00f6nnen unterschiedliche Nischen f\u00fcllen.&#8221; <\/p>\n<p>So k\u00f6nnte Alkohol aus Pflanzen die heutigen Benzin-Zusatzstoffe auf Methanolbasis ersetzen. Eine solche Beimischung biologischer Anteile lasse sich relativ schnell umsetzen, argumentiert Gelder: <\/p>\n<p>&#8220;Gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen sind schwer durchzusetzen, weil die Folgen immens w\u00e4ren. Die beste Perspektive f\u00fcr Biokraftstoffe liegt im Ersatz von Anteilen existierender Treibstoffe. Das gilt f\u00fcr Bio-Alkohol im Benzin und Bio-Diesel im normalen Diesel. Das sollte man f\u00f6rdern.&#8221; <\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem sei, dass sich Autohersteller und Kraftstoffproduzenten gegenseitig belauern. Die Autobauer sagen, sie k\u00f6nnten keine neuen Motoren entwickeln, weil das Angebot an alternativen Treibstoffen nicht ausreiche und umgekehrt. Diesen Teufelskreis will die Europ\u00e4ische Union nun mit ihren im letzten Jahr beschlossenen Verordnungen \u00fcber Biokraftstoffe durchbrechen. Die Mitgliedsstaaten m\u00fcssen nun noch in diesem Sommer erkl\u00e4ren, wie sie den Bio-Anteil steigern wollen. Ziel sind zwei Prozent im EU-Durchschnitt bis Ende kommenden Jahres. Eine wichtige Rolle spielt dabei Bio-Diesel aus Raps\u00f6l. Bisher hat er nur einen Marktanteil von unter einem halben Prozent, berichtet Raffaelo Garofalo von der Vereinigung der europ\u00e4ischen Biodiesel-Produzenten: <\/p>\n<p>&#8220;Deutschland ist f\u00fchrend bei Produktion und Vermarktung von Biodiesel. Und das wird noch zunehmen, denn neue Vorschriften erlauben in Deutschland jetzt die Beimischung von Biodiesel. Bisher durfte der nur pur eingesetzt werden. Jetzt d\u00fcrfen normalem Diesel bis zu f\u00fcnf Prozent beigemischt werden.&#8221; <\/p>\n<p>Busunternehmen oder Speditionen d\u00fcrfen ihrem Diesel demnach sogar noch erheblich mehr Bioanteile beimischen. Schon jetzt liegt der Anteil von Biodiesel nach Angaben des Bundesumweltministeriums in Deutschland bei knapp einem Prozent. <br \/>Wenn die Europ\u00e4er allerdings weiter wie in den letzten Jahren jedes Jahr 30 Prozent mehr Biodiesel erzeugen wollen, dann m\u00fcssen die Bauern deutlich mehr \u00d6lsaaten wie Raps anbauen, betont Garofalo: <\/p>\n<p>&#8220;Biodiesel darf nicht nur als zus\u00e4tzliches Ventil gesehen werden, wenn es ein \u00dcberangebot an Pflanzen\u00f6l gibt. Die Politik sollte die Biodiesel-Industrie sehen als konstanten und wachsenden Verbraucher von Pflanzen\u00f6l. Da ist die Agrarpolitik gefragt.&#8221; <\/p>\n<p>Die bisherigen F\u00f6rdergelder von 45 Euro pro Hektar seien zwar gut, lobt Garofalo. Sie reichten aber nicht aus &#8211; zumal die gemeinsame europ\u00e4ische Agrarpolitik nicht f\u00fcr die neuen EU-Mitglieder gelte. Deshalb k\u00f6nne es schon bald zu Engp\u00e4ssen bei den Rohstoffen f\u00fcr Biodiesel kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Berlin, 04.03.2004 &#8211; Die Belastung der Umwelt durch das Auto wird schon seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten diskutiert. 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