{"id":6866,"date":"2004-03-15T00:00:00","date_gmt":"2004-03-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040315-04n"},"modified":"2004-03-15T00:00:00","modified_gmt":"2004-03-14T22:00:00","slug":"naturfasern-auf-dem-vormarsch-einsatzbereich-der-lfi-technik-auf-naturfasern-erweitert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturfasern-auf-dem-vormarsch-einsatzbereich-der-lfi-technik-auf-naturfasern-erweitert\/","title":{"rendered":"Naturfasern auf dem Vormarsch: Einsatzbereich der LFI-Technik auf Naturfasern erweitert"},"content":{"rendered":"<p>Wer die mechanischen Eigenschaften von Polyurethan-Formteilen verbessern will, ist heute bei weitem nicht mehr nur auf Verst\u00e4rkungen aus Glas- oder Kunstfasern angewiesen: Naturfaser-verst\u00e4rkte Polyurethan-Bauteile bieten Eigenschaftsprofile, die denen ihrer Pendants mit Glasfaser-Innenleben durchaus vergleichbar sind. Ihre Fertigung wird jetzt deutlich vereinfacht: Die <a href=\"http:\/\/www.krauss-maffei.de\/\" >Krauss-Maffei Kunststofftechnik GmbH<\/a>, M\u00fcnchen, hat die bereits lange etablierte LFI-Technik unter der Bezeichung &#8221;NFI&#8221; &#8211; Natural Fiber Injection &#8211; nun auch f\u00fcr den Einsatz von Flachs, Hanf oder Sisal fit gemacht. <\/p>\n<p>Beim bekannten LFI-Verfahren von Krauss-Maffei &#8211; aktuelle Einsatzgebiete sind zum Beispiel die Instrumententafeltr\u00e4ger der 5er- und 7er-BMWs sowie des Mercedes SL &#8211; wird das Polyurethan-Rohgemisch bereits im Mischkopf mit Glasfasern vermischt. Dadurch wird im Vergleich zum umst\u00e4ndlicheren Impr\u00e4gnieren von Glasfaser-Mattenware nicht nur deren umst\u00e4ndliches Handling vermieden: Die direkte Benetzung der Fasern sorgt auch f\u00fcr eine optimale Haftung der Polyurethan-Matrix am Verst\u00e4rkungsmaterial. Fasermenge bzw. L\u00e4nge k\u00f6nnen zudem je nach Bedarf eingestellt werden und somit &#8211; zum Beispiel f\u00fcr die Verst\u00e4rkung mechanisch besonders beanspruchter Stellen &#8211; auch im Formteil variieren. <\/p>\n<p>Diese Vorteile lassen sich nun auch f\u00fcr die Herstellung Naturfaser-verst\u00e4rkter Formteile nutzen. Denn diese Verst\u00e4rkungsstoffe helfen nicht nur, Marktanteile bei umweltbewussten Kunden zu sichern: ihre E-Module und H\u00f6chstzugkraftdehnungen liegen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von Glas, ihre Festigkeiten sind zum Teil denen von Polyester und Polyamid 6 ebenb\u00fcrtig. Im Vergleich zu glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoffbauteilen sind daher mit den leichten und auch kostenseitig konkurrenzf\u00e4higen Naturfasern nach Expertenansicht zus\u00e4tzliche Gewichtseinsparungen um 15% m\u00f6glich &#8211; bei ansonsten vergleichbarem Eigenschaftsprofil. <\/p>\n<p>Zentrale Innovation des NFI-Verfahrens von Krauss-Maffei ist das von Grund auf neu entwickelte Naturfaser-Schneidwerk. Denn Naturfasern k\u00f6nnen &#8211; anders als Glasfasern &#8211; nicht gebrochen werden. Im NFI-Schneidwerk geschieht das Abl\u00e4ngen der Naturfasern (auf 5, 10, 15 und 20 Millimeter) daher durch eine speziell entwickelte Anordnung aus zwei ineinandergreifenden Zahnr\u00e4dern, die auch den Transport des Rovings vornehmen. Der NFI-Mischkopf selbst arbeitet nach dem effektiven Hochdruck-Gegenstrominjektionsprinzip: Nachdem die PUR-Komponenten vermischt wurden, werden die Fasern luftunterst\u00fctzt in das Zentrum des PUR-Stroms bef\u00f6rdert. Die hierbei eingebrachte Luft expandiert und sorgt f\u00fcr eine besonders feinteilige und effektive Benetzung der Naturfasern, die simultan mit dem PUR-Gemisch in das offene Werkzeug eingetragen werden. Zur effektiveren Fl\u00e4chenabdeckung kann der Spr\u00fchstrahl der Prozesseinheit auch oszillieren. <\/p>\n<p> Die PUR-Austragsleistungen der aktuellen LFI\/NFI-Mischk\u00f6pfe von Krauss-Maffei liegen bei rund 80 bis 300 g\/s (LFI\/NFI-22\/28-MK8) bzw. 250 bis 500 g\/s (LFI\/NFI-30\/36-MK12); der Naturfaser-Anteil kann etwa 40% erreichen. Die Naturfaser-Austragsleistungen liegen beim derzeitigen Entwicklungsstand &#8211; bedingt durch die Zugfestigkeit des nat\u00fcrlichen Materials &#8211; bei rund 80 g\/s. Damit lassen sich bereits heute Formteile, die bislang im LFI-Verfahren mit Glasfaserhilfe hergestellt wurden, in vergleichbarer Qualit\u00e4t auch in NFI-Technik produzieren. Bei einer charakteristischen Bauteilmasse von 4.000 Gramm betr\u00e4gt die typische NFI-Austragszeit rund 20 Sekunden (Zykluszeit pro Werkzeug: zwei bis vier Minuten). Die mit dem Naturfaser-Aufbau erzielbaren Zugfestigkeiten, E-Module und Kerbschlagz\u00e4higkeiten liegen bei ca. drei bis vier Millimeter dicken Bauteilen (Dichtebereich von 700 bis 1.100 kg\/m<sup>3<\/sup> ) in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 32 bis 38 N\/mm<sup>2<\/sup> , (Zugfestigkeit), 3.000 bis 4.500 N\/mm<sup>2<\/sup>  (E-Modul) und 10 bis 30 kJ\/m<sup>2<\/sup> (Schlagz\u00e4higkeit). Die Umstellung von LFI auf NFI ist dank der Modulbauweise der Krauss-Maffei-Anlagentechnik jederzeit m\u00f6glich.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-tagungsbericht-konstruktionswerkstoffe-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/\" >2003-11-13<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer die mechanischen Eigenschaften von Polyurethan-Formteilen verbessern will, ist heute bei weitem nicht mehr nur auf Verst&auml;rkungen aus Glas- oder Kunstfasern angewiesen: Naturfaser-verst&auml;rkte Polyurethan-Bauteile bieten<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6866","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6866"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6866\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6866"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}