{"id":68494,"date":"2019-11-18T07:20:14","date_gmt":"2019-11-18T06:20:14","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=68494"},"modified":"2021-09-09T21:26:00","modified_gmt":"2021-09-09T19:26:00","slug":"testanlage-fuer-e-fuel-so-entsteht-treibstoff-aus-co2-und-oekostrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/testanlage-fuer-e-fuel-so-entsteht-treibstoff-aus-co2-und-oekostrom\/","title":{"rendered":"Testanlage f\u00fcr E-Fuel: So entsteht Treibstoff aus CO<sub>2<\/sub> und \u00d6kostrom"},"content":{"rendered":"<p>Die Energiewende in Deutschland geht voran &#8211; allerdings gibt es beim Verzicht auf Kohle- und Atomstrom noch ungel\u00f6ste Probleme. Wie kompensiert man bei der Stromerzeugung mit Wind- und Sonnenenergie beispielsweise Produktionsspitzen und -t\u00e4ler? Schlie\u00dflich scheint die Sonne nicht dauerhaft und auch der Wind treibt die Rotorbl\u00e4tter von Windenergieanlagen nicht konstant an, wenn er zum Beispiel besonders stark weht, kommt es zu regionalen \u00dcbersch\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr beide F\u00e4lle, also \u00dcber- und Unterproduktion von Strom, braucht es effektive Speichertechnik. Doch daran mangelt es bisher. Und auch im Verkehrssektor stockt die Energierevolution: Bis der letzte Verbrennungsmotor seinen Betrieb einstellt, wird es noch dauern, bef\u00fcrchten Fachleute. (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/mobilitaet-der-zukunft-union-will-synthetische-kraftstoffe-statt-elektroautos-a-1273966.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr dazu lesen Sie hier<\/a>.)<\/p>\n<p>Ein Ansatz, um solche Probleme anzugehen, ist die Entwicklung von klimaneutralen Treibstoffen. Im Idealfall nutzen die Herstellungsverfahren \u00fcbersch\u00fcssigen Strom und produzieren daraus synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels. Am Rand von Karlsruhe ist nun weltweit die erste Versuchsanlage gestartet worden, die alle notwendigen Schritte vereint, um Treibstoff aus Strom und Luft herzustellen.<\/p>\n<p>Davon profitiert sogar der Klimaschutz. Denn der CO2-neutrale Kraftstoff wird in vier Schritten hergestellt: Zun\u00e4chst filtert die Anlage Kohlendioxid (CO2) aus der Luft. Dann werden CO2 und Wasserdampf in Wasserstoff und Kohlenmonoxid gespalten. In der dritten Phase entstehen daraus lange Kohlenwasserstoffketten. Diese werden im vierten Schritt so aufgespalten, dass Benzin, Diesel oder Kerosin hergestellt werden kann. Das Verfahren k\u00f6nnte theoretisch einen Wirkungsgrad von rund 60 Prozent erreichen. Das bedeutet, dass 60 Prozent des eingesetzten \u00d6kostroms als chemische Energie im Kraftstoff gespeichert werden.<\/p>\n<p>Mitentwickelt wurde das Verfahren am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT). Thomas Hirth sprach bei der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage in Gr\u00f6\u00dfe eines Schiffscontainers von der &#8220;Veredelung erneuerbarer Energie&#8221;.<\/p>\n<p>Die kleine Versuchsanlage hat w\u00e4hrend der ersten Erprobungen zwar schon ein Fass mit E-Fuel gef\u00fcllt, mehr als zehn Liter am Tag kommen aber nicht zusammen. In der n\u00e4chsten Stufe soll sie t\u00e4glich 200 Liter produzieren. Die Herstellung auf Industrieniveau wird innerhalb von zehn Jahren angestrebt.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Vorteil der verwendeten Technologie ist, dass sie klimasch\u00e4dliches CO2 aus der Luft zieht. Da dieses \u00fcberall auf der Welt gleich in der Luft verteilt ist, k\u00f6nnen &#8220;die Anlagen \u00fcberall auf der Welt stehen&#8221;, sagte Roland Dittmeyer vom KIT. So k\u00f6nnte auch abseits der herk\u00f6mmlichen Versorgungsinfrastruktur mithilfe von Solaranlagen oder Windkraftr\u00e4dern Treibstoff erzeugt werden, der Autos, Lastwagen, Schiffe und Flugzeuge antreibt.<\/p>\n<p>\u00dcber die zu erwartenden Kosten pro Liter E-Fuel wollen die Projektpartner mit Verweis auf den Beginn der Technologie noch nicht sprechen. Der wichtigste Faktor sei der Strompreis. Peter M\u00fcller-Baum vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau sprach von einer industriepolitischen Chance. Es sei wichtig, nicht nur technologisch Weltmarktf\u00fchrer zu sein. Solche Anlagen m\u00fcssten in Deutschland auch gebaut und betrieben werden.<\/p>\n<p>Nicht nur in Karlsruhe wird an Brennstoffen auf Strombasis gearbeitet. Am Freitag er\u00f6ffnet in Cottbus ein neues Kompetenzzentrum. Es wird sich im Auftrag des Bundesumweltministeriums mit dem Klimaschutz in energieintensiven Industrien besch\u00e4ftigen. Die Denkfabrik soll L\u00f6sungen f\u00fcr die Umstellung der Energiewirtschaft in Richtung eines niedrigeren Umsatzes von Kohlenstoff entwickeln und voranbringen, etwa in der Stahl- und Zementbranche oder in der chemischen Industrie. Das ist eine Voraussetzung daf\u00fcr, wenn Deutschland seine gesteckten Klimaziele erreichen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Energiewende in Deutschland geht voran &#8211; allerdings gibt es beim Verzicht auf Kohle- und Atomstrom noch ungel\u00f6ste Probleme. Wie kompensiert man bei der Stromerzeugung mit Wind- und Sonnenenergie beispielsweise Produktionsspitzen und -t\u00e4ler? 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