{"id":68383,"date":"2019-11-13T07:32:25","date_gmt":"2019-11-13T06:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=68383"},"modified":"2021-09-09T21:26:04","modified_gmt":"2021-09-09T19:26:04","slug":"wie-sich-co2-aus-der-atmosphaere-einfangen-und-nutzen-laesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-sich-co2-aus-der-atmosphaere-einfangen-und-nutzen-laesst\/","title":{"rendered":"Wie sich CO<sub>2<\/sub> aus der Atmosph\u00e4re einfangen und nutzen l\u00e4sst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>), als Treibhausgas hauptverantwortlich f\u00fcr die Erw\u00e4rmung des Weltklimas, ist zugleich ein Rohstoff: beispielsweise zur Produktion von Chemikalien, Baustoffen und neuartigen Treibstoffen oder auch als D\u00fcnger in der Algenzucht als einer Nahrungsmittelproduktion der Zukunft. Zudem l\u00e4sst sich CO<sub>2<\/sub> ertragssteigernd auf Landfl\u00e4chen binden. Was diesbez\u00fcglich bis zum Jahr 2050 m\u00f6glich ist, das beziffert jetzt eine \u00dcberblicksstudie von Forschungseinrichtungen aus England, den USA, den Niederlanden und Deutschland, darunter das Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Institute on Global Commons and Climate Change). Die Studie wurde jetzt in der renommierten Fachzeitschrift <em>Nature<\/em> ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p>Mit Methoden der Forschungssynthese hat das Autorenteam mehr als 11.000 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema der Nutzung von atmosph\u00e4rischem CO<sub>2<\/sub> ausgewertet. Auf Basis dieser Informationen, in Kombination mit Ergebnissen einer Expertenumfrage, wurden dann Nutzungspotenziale f\u00fcr das Jahr 2050 sowie kostendeckende Preise berechnet. Die globalen Potenziale f\u00fcr die zehn wichtigsten CO<sub>2<\/sub>-Nutzungsoptionen sind durchaus beachtlich: Mit jeder Option k\u00f6nnte langfristig pro Jahr mindestens eine halbe Gigatonne atmosph\u00e4risches CO<sub>2<\/sub> gebunden werden. Allerdings begrenzen sich die Verwendungen zum Teil gegenseitig \u2013 und w\u00e4hrend das CO<sub>2<\/sub> etwa in Baustoffen f\u00fcr Jahrhunderte gebunden bleiben kann, sind es bei der Nutzung f\u00fcr den Treibstoff Methanol nur wenige Wochen.<\/p>\n<p>\u201eMan muss die Nutzungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr atmosph\u00e4risches CO<sub>2<\/sub> systematisch in den Blick nehmen\u201c, sagt Jan Minx, einer der Autoren der Studie und Leiter der MCC-Arbeitsgruppe Angewandte Nachhaltigkeitsforschung. \u201eDie Potenziale f\u00fcr die meisten industriellen Anwendungen sind zwar begrenzt. \u00a0Dennoch k\u00f6nnen von der CO<sub>2<\/sub>-Nutzung wichtige Impulse auf dem Weg zur Treibhausgasneutralit\u00e4t ausgehen. Denn sie k\u00f6nnte beispielsweise die Entwicklung von CO<sub>2<\/sub>-Entnahmetechnologien durch neue Gesch\u00e4ftsmodelle und Nischenm\u00e4rkte beschleunigen. So k\u00f6nnten perspektivisch auch die Gesamtkosten f\u00fcr den Klimaschutz fallen.\u201c<\/p>\n<p>Bei alledem bleibt das Primat des Klimaschutzes \u2013 also Emissionen zu vermeiden. Denn die Studie beendet auf fundierte Weise ein verbreitetes Missverst\u00e4ndnis: \u201eWenn wir an der einen Stelle eine Tonne CO<sub>2<\/sub> industriell nutzen, gleicht das keineswegs aus, wenn wir an anderer Stelle eine Tonne in die Atmosph\u00e4re pusten\u201c, betont Sabine Fuss, Leiterin der MCC-Arbeitsgruppe Nachhaltiges Ressourcenmanagement und globaler Wandel und ebenfalls Autorin der Studie. \u201eDenn die Nutzung geht zum Teil mit erheblichem Energieverbrauch und neuen Emissionen einher. Es ist wichtig, da genau hinzugucken und zwischen unterschiedlichen Optionen zu unterscheiden. Unsere Studie liefert einen wichtigen Beitrag dazu.\u201c<\/p>\n<p>Professor Cameron Hepburn, Direktor der Oxford Smith School of Enterprise and the Environment und Leitautor der Studie, erkl\u00e4rt: \u201eDie Entnahme von Treibhausgasen aus der Atmosph\u00e4re ist unerl\u00e4sslich, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen und das Klima zu stabilisieren \u2013 schlie\u00dflich haben wir unsere Emissionen nicht schnell genug reduziert.\u201c Er stellt klar: \u201eWir pl\u00e4dieren nicht daf\u00fcr, die Nutzung von CO<sub>2<\/sub> zu subventionieren, auch wenn sie als Anreiz f\u00fcr die Entnahme aus der Atmosph\u00e4re wirken kann. Zielf\u00fchrender ist CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung als Mittel zur Emissionsreduktionbegrenzung. Dadurch wird indirekt auch CO<sub>2<\/sub>-Nutzung in jenen F\u00e4llen gef\u00f6rdert, in denen sie dem Klima n\u00fctzt.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p>Hepburn, C., Adlen, E., Beddington, J., Carter, E., Fuss, S., Mac Dowell, N., Minx, J., Smith, P., Williams, C., The technological and economic prospects for CO2 utilisation and removal, 2019, <em>Nature<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-019-1681-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-019-1681-6<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohlendioxid (CO2), als Treibhausgas hauptverantwortlich f\u00fcr die Erw\u00e4rmung des Weltklimas, ist zugleich ein Rohstoff: beispielsweise zur Produktion von Chemikalien, Baustoffen und neuartigen Treibstoffen oder auch als D\u00fcnger in der Algenzucht als einer Nahrungsmittelproduktion der Zukunft. Zudem l\u00e4sst sich CO2 ertragssteigernd auf Landfl\u00e4chen binden. 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