{"id":6810,"date":"2004-03-31T00:00:00","date_gmt":"2004-03-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040331-01n"},"modified":"2004-03-31T00:00:00","modified_gmt":"2004-03-30T22:00:00","slug":"pflanzenmedizin-2004-in-europa-willkommen-in-deutschland-abgewickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzenmedizin-2004-in-europa-willkommen-in-deutschland-abgewickelt\/","title":{"rendered":"Pflanzenmedizin 2004: In Europa willkommen, in Deutschland abgewickelt"},"content":{"rendered":"<p><b>M\u00fcnchen, 26.03.2004<\/b> &#8211; Paradoxer k\u00f6nnte die Situation nicht sein: W\u00e4hrend die Regierungen der USA und Gro\u00dfbritanniens die Erforschung pflanzlicher Arzneimittel mit Millionenbetr\u00e4gen f\u00f6rdern, betreibt der Gesetzgeber ausgerechnet in Deutschland, der bisherigen &#8220;Naturapotheke der Welt&#8221;, den Kahlschlag der Pflanzenmedizin. <\/p>\n<p>Gerade erst hat die EU die Schaffung eines eigenen Komitees f\u00fcr die Zulassung und gegenseitige Anerkennung von pflanzlichen Arzneimitteln beschlossen und den forschenden Herstellern dieser Pr\u00e4parate einen erweiterten gesetzlichen Schutz einger\u00e4umt. In Deutschland dagegen d\u00fcrfen Phytopharmaka \u2013 bis auf wenige Ausnahmen \u2013 nicht mehr auf Kassenrezept verordnet werden. &#8220;Ihre Hersteller werden per Gesetz aus dem Wettbewerb gekippt&#8221;, so Prof. Dr. Michael Popp, Vorsitzender des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) vor der Presse in M\u00fcnchen. <\/p>\n<p>Deutsche Unternehmen, die sich mit der Erforschung pflanzlicher Medikamente befassen, sehen sich nun einem Interessenkonflikt ausgesetzt: Zum einen erfordert Forschung hohe finanzielle Investitionen. Da aber die Kassen f\u00fcr Phytopharmaka nicht mehr aufkommen, brauchen die Hersteller das Geld verst\u00e4rkt f\u00fcr die direkte Information der Verbraucher und Patienten also f\u00fcr Werbung. &#8220;Ausgerechnet jetzt, wenn uns Europa T\u00fcren und Tore \u00f6ffnet, haben wir kein Geld mehr f\u00fcr Studien. Angesichts des wegbrechenden deutschen Marktes k\u00f6nnen wir die sich nun er\u00f6ffnenden Riesenchancen und Perspektiven innerhalb Europas kaum nutzen&#8221;. <\/p>\n<p>Dabei gibt es gute Beispiele f\u00fcr den vern\u00fcnftigen und auch kosteng\u00fcnstigen Einsatz von Phytopharmaka: So stehen derzeit in der Schweiz dem Arzt und dem Patienten rund 500 Medikamente pflanzlichen Ursprungs zur Verf\u00fcgung. 78 davon sind &#8220;kassenzul\u00e4ssig&#8221;, d.h. vom dortigen Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherung (BSV) f\u00fcr die Verordnung durch den Arzt und die Erstattung durch die Kasse zugelassen. Phytopharmaka, die nicht auf dieser Spezialit\u00e4tenliste stehen, k\u00f6nnen mit Hilfe einer Zusatzversicherung erstattet werden. \u00dcber 60 Prozent der Schweizer sind mit einer solchen Zusatzversicherung ausgestattet. <\/p>\n<p>Das KFN fordert vom deutschen Gesetzgeber mit Nachdruck die Wiederzulassung pflanzlicher Arzneimittel f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung und gleiche Bedingungen f\u00fcr rezeptpflichtige und rezeptfreie Arzneimittel. Sonst leiden nicht nur die Patienten, sondern droht auch ein nicht wieder gutzumachender Schaden f\u00fcr die phytotherapeutische Forschung und den Standort Deutschland.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aufwind-fuer-deutschlands-arzneipflanzen\/\" >2003-02-28<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>M&uuml;nchen, 26.03.2004<\/b> &#8211; Paradoxer k&ouml;nnte die Situation nicht sein: W&auml;hrend die Regierungen der USA und Gro&szlig;britanniens die Erforschung pflanzlicher Arzneimittel mit Millionenbetr&auml;gen f&ouml;rdern, betreibt der<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6810","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6810","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6810"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6810\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6810"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}