{"id":6807,"date":"2004-01-27T00:00:00","date_gmt":"2004-01-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040127-07n"},"modified":"2004-01-27T00:00:00","modified_gmt":"2004-01-26T22:00:00","slug":"vom-baum-zum-brennstoff-technische-loesungen-zur-brennholzbereitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vom-baum-zum-brennstoff-technische-loesungen-zur-brennholzbereitung\/","title":{"rendered":"Vom Baum zum Brennstoff &#8211; Technische L\u00f6sungen zur Brennholzbereitung"},"content":{"rendered":"<p><b>Hannover, 14.01.2004<\/b> &#8211; Mit stetig steigenden Energiepreisen werden Holzfeuerungen, besonders f\u00fcr Waldbesitzer, immer interessanter. Wichtige Voraussetzung f\u00fcr ein sauberes und umweltfreundliches Verbrennen von Holz ist trockener Brennstoff, der entsprechend der Feuerung aufbereitet wird. Mit einem Zerkleinern zu St\u00fcckholz oder Hackschnitzeln kann eine beschleunigte Trocknung des Brennstoffes erfolgen. <\/p>\n<p><b>Bereiten von Scheitholz<\/b> <br \/>F\u00fcr die Aufbereitung von Scheitholz werden neben Motor-, Kreis- und Bands\u00e4gen, Spalter und Schneidspalter in unterschiedlichen Bauweisen angeboten. So kann die fr\u00fcher anstrengende und zeitraubende Arbeit erheblich erleichtert werden. Die starke Nachfrage nach Spaltern hat dazu gef\u00fchrt, dass mittlerweile ein umfangreiches und vielf\u00e4ltiges Angebot vorhanden ist. <\/p>\n<p>Die meisten Spalter sind heute sogenannte Spaltkeilger\u00e4te, die waagerecht oder senkrecht arbeiten. Hier wird ein Spaltkeil hydraulisch \u00fcber einen Hubkolben ins Holz getrieben oder der Stamm gegen einen feststehenden Keil oder eine Klinge gedr\u00fcckt. <\/p>\n<p>Die Ger\u00e4te sind f\u00fcr maximale Holzl\u00e4ngen von bis zu 1,25 m und f\u00fcr Holzst\u00e4rken von bis zu 45 cm, in Einzelf\u00e4llen auch dar\u00fcber, geeignet. Der Antrieb erfolgt \u00fcber die Schlepperhydraulik, bei Spaltern mit eigenem \u00d6lkreislauf wird die Hydraulikpumpe auf den Zapfwellenstutzen des Schleppers gesteckt oder ist direkt am Ger\u00e4t angebaut und wird dann per Zapfwelle angetrieben. Bei Ger\u00e4ten, die ausschlie\u00dflich in Hofn\u00e4he arbeiten, kann der Antrieb \u00fcber E-Motor erfolgen. Eigene Verbrennungsmotoren werden selten eingesetzt. Der erzeugte Spaltdruck liegt zwischen 5 und 30 t. <\/p>\n<p>Soll vorwiegend Kurzholz gespalten werden, sind 6 &#8211; 7 t ausreichend, f\u00fcr l\u00e4nger Scheite sind Dr\u00fccke von \u00fcber 15 t vorteilhaft. Bei entsprechenden Voraussetzungen k\u00f6nnen etwa 3 bis 5 Raummeter je Stunde gespalten werden. Die erreichbare Leistung ist von der Bedienperson, der Art des Ger\u00e4tes, Art und Zustand des Holzes, der Spaltkraft sowie der Vor- und R\u00fccklaufgeschwindigkeit des Hubzylinders abh\u00e4ngig. Ein automatischer R\u00fccklauf des Spaltwerkzeugs in die Ausgangsstellung oder ein einstellbarer R\u00fccklauf, wo der Keil nur so weit wie n\u00f6tig zur\u00fcckl\u00e4uft, kann die Leistung erheblich erh\u00f6hen. Mittlerweile werden auch Ger\u00e4te mit zwei Spaltgeschwindigkeiten angeboten. <\/p>\n<p>Ob nun waagerechte oder senkrechte Arbeitsweise des Ger\u00e4tes vorteilhaft ist, kann nicht generell beantwortet werden, sondern muss individuell nach den Einsatzbedingungen entschieden werden. <\/p>\n<p>Waagerecht arbeitende Spalter verf\u00fcgen \u00fcber Spalttische, die sich entweder ca. 20 cm oder etwa 60 cm \u00fcber dem Boden befinden. Bei bodennahen Tischen muss das Holz kaum angehoben werden, allerdings erfolgt die Arbeit dann weit gehend in geb\u00fcckter Haltung. Zu spaltendes Holz wird von Hand, per Frontlader, mit Hilfe einer Winde oder einer hydraulischen Hubeinrichtung auf den Tisch gelegt. Der Spaltkeil befindet sich entweder auf dem Hubzylinder oder der Stamm wird vom Hubzylinder gegen eine feststehende Spaltklinge gedr\u00fcckt. W\u00e4hrend das gespaltene Holz bei ersterem auf dem Tisch liegen bleibt und bei Bedarf nochmals gespalten werden kann, wird es bei feststehender Klinge heruntergedr\u00fcckt und der Tisch ist wieder frei. <\/p>\n<p>Bei senkrecht arbeitenden Ger\u00e4ten wird der Stamm immer von oben gespalten. Der Spaltkeil befindet sich entweder direkt auf dem Hubkolben oder es wird ein Spaltmesser von einem seitlichen Kolben durch den Stamm gezogen. Kleinere Ger\u00e4te arbeiten mit festen, erh\u00f6hten Spalttischen, bei gr\u00f6\u00dferen steht der Stamm 5 \u2013 10 cm \u00fcber dem Boden oder es wird mit klapp- oder schwenkbaren Tischen gearbeitet. <\/p>\n<p>Schneidspalter schneiden und spalten Holz in zwei aufeinanderfolgenden Arbeitsg\u00e4ngen. Das Schneiden des Holzes erfolgt \u00fcber Kreis- oder Kettens\u00e4gen, gespalten wird mit hydraulischem Spaltkeil (6 \u2013 18t). Die Schnittl\u00e4ngen sind meistens von 20 \u2013 50 cm verstellbar. Kreiss\u00e4gen sind robuster, Kettens\u00e4gen empfindlich gegen Verschmutzungen, k\u00f6nnen aber h\u00e4ufig st\u00e4rkere St\u00e4mme schneiden. Das gespaltene Holz kann durch angebaute F\u00f6rderb\u00e4nder auf Fahrzeuge oder in Transportbeh\u00e4lter gef\u00f6rdert werden. <\/p>\n<p>Bei vollautomatischen Maschinen wird das Holz der S\u00e4ge selbstt\u00e4tig zugef\u00fchrt, der Spalter wird der entsprechenden Holzst\u00e4rke angepasst. Bei gr\u00f6\u00dferen &#8220;Pofimaschinen&#8221; sollten hydraulische Stammheber vorhanden sein, um auch gr\u00f6\u00dfere, schwere St\u00e4mme auf den Arbeitstisch heben zu k\u00f6nnen. Leistungen von bis zu 5 rm\/h sind auch mit kleineren Maschinen zu erreichen. Allerdings ist h\u00e4ufig eine zweite Person erforderlich, um einen reibungslosen Ablauf zu gew\u00e4hrleisten. <\/p>\n<p>Die Maschinen werden entweder als mobile Aggregate in der Dreipunkt-Aufh\u00e4ngung eines Schleppers, mit eigenem Fahrgestell oder auf Fahrzeuge aufgebaut eingesetzt. <br \/>Halbautomaten werden ab ca. 5.500 \u20ac angeboten und werden vorwiegend einzelbetrieblich f\u00fcr die Brennholzbereitung eingesetzt. Leistungsf\u00e4higere Maschinen, die \u00fcber 50.000 \u20ac kosten k\u00f6nnen, werden im Brennholzhandel oder von Lohnunternehmern meist \u00fcberbetrieblich genutzt. <\/p>\n<p>Der Antrieb von Schneidspaltern kann \u00fcber die Schlepperhydraulik (einfach- oder doppeltwirkende Anschl\u00fcsse), die Zapfwelle oder mit Aufsteck\u00f6lpumpe und\/oder E-Motor erfolgen. Eigene Verbrennungsmotoren sind auch m\u00f6glich, werden aber eher seltener eingesetzt. <\/p>\n<p>Beim Kauf entsprechender Maschinen sollte auf Pr\u00fcfzeichen wie &#8220;GS&#8221; \u2013 gepr\u00fcfte Sicherheit, FPA oder eine DLG- Anerkennung geachtet werden. <\/p>\n<p><b>Maschinen zur Bereitung von Waldhackschnitzeln<\/b> <br \/>Hackmaschinen bereiten Hackschnitzel in unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe und Qualit\u00e4t, wie sie f\u00fcr die jeweilige Feuerung ben\u00f6tigt werden. Die Maschinen werden in unterschiedlichen Techniken und Leistungen angeboten. Sie werden als Anbau- oder Anh\u00e4ngemodelle f\u00fcr den Schlepper meistens per Zapfwelle angetrieben. Gr\u00f6\u00dfere Maschinen arbeiten mit eigenem Aufbaumotor oder als selbstfahrende Arbeitsmaschinen. Feinhackschnitzel werden in Gr\u00f6\u00dfen von 5 bis 30 mm vorwiegend mit Trommel- und Scheibenhackern bereitet, die heute am h\u00e4ufigsten eingesetzt werden. <\/p>\n<p>Scheibenhacker arbeiten mit 2 &#8211; 4 Hackmessern, die auf einer stabilen, schweren Schwungscheibe angeordnet sind. Die Scheibe hat je nach Gr\u00f6\u00dfe und Leistung der Maschine einen Durchmesser von 600 bis 1000 mm. Wurfschaufeln auf der R\u00fcckseite der Scheibe beschleunigen die Schnitzel und f\u00f6rdern sie in Richtung Auswurfrohr. Durch die gro\u00dfe Schwungmasse ist f\u00fcr Scheibenhacker gegen\u00fcber anderen Hackerarten ein geringerer Kraftbedarf erforderlich. <\/p>\n<p>Trommelhacker arbeiten mit 2 &#8211; 20 Hackmessern, die auf einer rotierenden Trommel mit einem Durchmesser von 450 &#8211; 600 mm angeordnet sind. Sie verf\u00fcgen gegen\u00fcber Scheibenhackern \u00fcber eine relativ geringe Schwungmasse, so dass eine entsprechend gr\u00f6\u00dfere Motorleistung erforderlich ist. Die Einzugs\u00f6ffnung der Maschine richtet sich nach der Gr\u00f6\u00dfe der Hacktrommel. Ein Wurfgebl\u00e4se hinter der Trommel f\u00f6rdert die Hackschnitzel Richtung Auswurf. Trommelhacker gibt es als Anbau-, Anh\u00e4nge- oder Aufbaumaschinen. Mittlerweile werden selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie z.B. Maish\u00e4cksler mit Hackaggregaten, meistens Trommelhacker, sowie Kran und Aufnahmetisch ausgestattet und zumindest w\u00e4hrend des Winterhalbjahres als Hacker eingesetzt. <\/p>\n<p>Hydraulischer Zwangseinzug ist bei Scheiben- wie auch bei Trommelhackern vorteilhaft. Bei gr\u00f6\u00dferen Maschinen sollte dies automatisch, abh\u00e4ngig von der Motordrehzahl erfolgen. Eine Reversiereinrichtung ist sinnvoll, um Verstopfungen schnell beheben zu k\u00f6nnen. Soll sperriges Buschholz verarbeitet werden, so m\u00fcssen die Einzugswalzen entsprechend aggressiv arbeiten, um die gew\u00fcnschte Arbeitsleistung zu erreichen. <br \/>Die Zuf\u00fchrung des zu hackenden Materials erfolgt entweder manuell oder durch einen aufgebauten Kran. Gr\u00f6\u00dfere Maschinen sind h\u00e4ufig mit einem Zuf\u00fchrtisch und zus\u00e4tzlichen Einzugsb\u00e4ndern oder -ketten ausgestattet. Zudem gibt es Entwicklungen, die abgelegtes Schwachholz selbstt\u00e4tig vom Boden aufnehmen. <\/p>\n<p>F\u00fcr Grobhackschnitzel mit 60 &#8211; 80 mm Gr\u00f6\u00dfe haben sich u. a. sogenannte Schneckenhacker bew\u00e4hrt. Sie sind einfacher gebaut und erfordern keinen Zwangseinzug, da eine Schnecke mit zunehmendem Querschnitt das Material selbstt\u00e4tig in die Maschine einzieht. <br \/>Der Leistungsbedarf f\u00fcr zapfwellengetriebene Hacker liegt zwischen 20 und 200 kW. Maschinen mit Aufbaumotor werden h\u00e4ufig mit noch gr\u00f6\u00dferen Leistungen bis \u00fcber 500 kW angeboten. <br \/>Der Energieaufwand f\u00fcr die Hackschnitzelbereitung liegt im Vergleich zu deren Energiegehalt, wenn Hackschnitzel als Brennstoff genutzt werden, bei 1 &#8211; 5 %. <\/p>\n<p>Das gesamte Programm der in Europa angebotenen Maschinen und Ger\u00e4te zur Brennholzbereitung wird u.a. w\u00e4hrend der 14. KWF- Tagung im Rahmen der FNS 2004, der gr\u00f6\u00dften Forstmesse Mitteleuropas, vom 16. bis 19. Juni 2004 im hessischen Gro\u00df Umstadt gezeigt. In der Sonderschau &#8220;Heizen mit Holz&#8221;, die von der Landwirtschaftskammer Hannover organisiert wird, wird das gesamte Thema rund um den heimischen und umweltfreundlichen Brennstoff behandelt. <\/p>\n<p><b>R\u00fcckfragen:<\/b><br \/>Carsten Br\u00fcggemann <br \/>E-mail: <a href=\"mailto:Brueggemann.Carsten@lawikhan.de\">Brueggemann.Carsten@lawikhan.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Hannover, 14.01.2004<\/b> &#8211; Mit stetig steigenden Energiepreisen werden Holzfeuerungen, besonders f&uuml;r Waldbesitzer, immer interessanter. 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