{"id":67824,"date":"2019-10-25T07:26:41","date_gmt":"2019-10-25T05:26:41","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=67824"},"modified":"2019-10-22T14:36:26","modified_gmt":"2019-10-22T12:36:26","slug":"innonet-bio-polymere-im-breiten-einsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innonet-bio-polymere-im-breiten-einsatz\/","title":{"rendered":"Innonet: Bio-Polymere im breiten Einsatz"},"content":{"rendered":"<p>Noch nie war die \u00f6ffentliche Auseinandersetzung zum Thema Umwelt- und Klimaschutz so greifbar wie in den vergangenen Tagen und Wochen. \u201eDie Bio\u00f6konomie hilft nicht nur dabei, die CO2-Bilanz unserer Gesellschaft deutlich zu senken, sondern bietet vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten f\u00fcr neue M\u00e4rkte und hochwertige Produkte\u201d, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Matthias Zscheile, Vorstandsvorsitzender des BioEconomy Cluster, im Rahmen der Internationalen Tagung f\u00fcr Bioplastics im September 2019 im Plastics InnoCentre in Horb am Neckar.<\/p>\n<p>Fast 100 Fachleute, darunter internationale Teilnehmer aus Finnland, Frankreich, Italien, Schweiz und Tschechien, wurden von Dr. Joachim Sch\u00e4tzle, Leiter Forschung &amp; Vorentwicklung der fischerwerke und Mitglied im Innonet-Steuerkreis, begr\u00fc\u00dft und haben sich im Plastics InnoCentre ausgetauscht. Eingeladen hatten neben dem <a href=\"http:\/\/www.innonet-kunststoff.de\" target=\"_blank\">Innonet Kunststoff<\/a> das BioEconomy Cluster und der Polykum e.V.<\/p>\n<p>Das Thema Nachhaltigkeit ist l\u00e4ngst in der Mitte der Gesellschaft angekommen \u2013 und bei den Produzenten von Kunststoffen schon lange ein hei\u00dfes Eisen. Durch die Entwicklung und den breiten Einsatz von biobasierten Produkten soll die Zukunft der Kunststoffbranche gew\u00e4hrleistet werden \u2013 und zwar nachhaltig. \u201eFridays for Future, Klimawandel und Dekarbonisierung sind Themen, mit denen sich die Menschen derzeit allerorts auseinandersetzen\u201c, sagte Prof. Zscheile. \u201eWir sind mittlerweile an einem Punkt, an dem diese Themen in einem breiten gesellschaftlichen Konsens angegangen werden\u201c. Gro\u00dfe Potenziale im Bereich der Bio\u00f6konomie sieht Zscheile nicht nur in den Bereichen Verpackung, Landwirtschaft und Herstellungsprozessen, sondern auch bei den biobasierten Kunststoffen. Durch verschiedene Verfahren werden nicht nur bestehende erd\u00f6lbasierte Kunststoffe ersetzt, sondern durch Verbesserungen sogar ganz neue Stoffklassen mit besseren Eigenschaften geschaffen.<\/p>\n<p>Als regionales Netzwerk 2012 mit 23 Mitgliedern gegr\u00fcndet kooperiert BioEconomy mittlerweile l\u00e4ngst mit internationalen Partnern. \u201eAber reicht reines Netzwerken heutzutage \u00fcberhaupt noch aus, um mit eigenen innovativen Ideen voranzukommen?\u201c, fragte Dr. Gerd Meier zu K\u00f6cker von der Clusteragentur Baden-W\u00fcrttemberg, deren Ziel es ist, die Clustermanagements so zu schulen, dass sie zuk\u00fcnftig ihren Mitgliedern noch bedarfsgerechtere Services anbieten k\u00f6nnen. \u201eMan muss die Verantwortlichen in Wirtschaft und Forschung gleicherma\u00dfen sensibilisieren und inspirieren, nur so k\u00f6nnen wir die notwendigen Innovationen \u00fcberhaupt entwickeln\u201c, meint Meier zu K\u00f6cker. \u201eWir brauchen die Bereitschaft und eine Kultur, um zu innovieren und etwas zu wagen\u201c.<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie sei erst am 29. Januar 2004 das erste Mal in einem offiziellen Dokument der OECD aufgetaucht, und zwar als Fu\u00dfnote, gab Dr. Dr. Christian Patermann, Direktor a.D. der EU-Kommission f\u00fcr Bio\u00f6konomie, zu bedenken: \u201e\u00dcber 50 Molek\u00fcle werden allm\u00e4hlich biobasiert ersetzt, vor allem innerhalb ausgew\u00e4hlter Polymergruppen. Au\u00dferdem gibt es Textilien, Verpackungs- oder Baumaterialien, deren Trend eindeutig zu biobasierten Verbundstoffen tendiert und sich kontinuierlich beschleunigt.\u201c Das ausgegebene Ziel der EU-Kommission: Bis 2030 soll alles Verpackungsmaterial auf dem Markt wiederverwendbar und rezyklierbar sein. Daher m\u00fcssen die Regulierer fachlich gecoacht werden. \u201eDie heutige Auseinandersetzung muss in einem bisher wenig beherrschten Mix aus \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Vordenken und Medienpr\u00e4senz in jeder Hinsicht gepr\u00e4gt werden\u201c, betonte Patermann.<\/p>\n<p>Mit Plattformchemikalien f\u00fcr Kunststoffe besch\u00e4ftigt sich Prof. Andrea Kruse von der Universit\u00e4t Hohenheim. Sie zeigte anschaulich auf, wie landwirtschaftliche Reststoffe als Erd\u00f6lersatz zum Einsatz kommen k\u00f6nnen. Ihr Ansatz: \u201eDas biobasierte Zielprodukt soll nicht nur ebenso gut sein wie die erd\u00f6lbasierte Variante, sondern besser.\u201c Die Projekte an der Universit\u00e4t Hohenheim haben den Laborstatus verlassen und werden auf der Versuchsstation \u201eUnterer Lindenhof\u201c in einem Bioraffinerie-Technikum umgesetzt: Die Plattformchemikalie Hydroxymethylfurfural (HMF) kann Getr\u00e4nkeflaschen (PEF), Lebensmittelverpackungen, Fasern f\u00fcr Autositze, Nylon f\u00fcr Str\u00fcmpfe, Sportbekleidung oder Autoteile ersetzen.<\/p>\n<p>Was alles aus Biomasse machbar ist, zeigte Dr. Okko Ringena von UPM Finnland unter der \u00dcberschrift \u201eZukunft ohne fossile Ressourcen\u201c. Das finnische Unternehmen setzt dabei auf den CO2-neutralen und nachhaltigen Rohstoff Holz. Daf\u00fcr pflanzt UPM beispielsweise jedes Jahr 50 Millionen neue B\u00e4ume. Die einzelnen Holzbestandteile werden neben klassischen Produkten wie Zellstoff oder Bauh\u00f6lzer auch f\u00fcr eine Reihe innovativer Anwendungen wie Biokraftstoffe und Biochemikalien verwendet. UPM arbeitet daher auch intensiv an der Entwicklung von Biokraftstoffen, Biokompositen sowie neuartigen Verpackungsmaterialien. Momentan pr\u00fcft das Unternehmen den Bau einer weltweit einmaligen Bioraffinerie in Deutschland, welche biobasierte Glykole f\u00fcr Kunststoffe und andere industrielle Anwendungen sowie nachhaltigen F\u00fcllstoffe f\u00fcr die Gummiindustrie zum Ziel hat. \u201eWir versuchen dabei m\u00f6glichst alle Holzbestandteile stofflich zu nutzen.\u201c, erkl\u00e4rte Ringena. Als m\u00f6gliche Standorte werden derzeit die Chemieparks Frankfurt-H\u00f6chst und Leuna gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>\u201eKunststoffe haben ihre beste Zeit noch vor sich\u201c, davon ist Michael Carus vom nova-Institut \u00fcberzeugt. \u201eKein anderes Material hat ein so breites Anwendungsspektrum, unvergleichbare Produkteigenschaften und praktisch grenzenlose Verf\u00fcgbarkeit.\u201c<\/p>\n<p>Allerdings m\u00fcsse sich der Trend weg von den traditionell erd\u00f6lbasierten Produkten und hin zu den CO2-neutralen Polymeren entwickeln. Hier besteht allerdings noch kein Konsens zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Dies best\u00e4tigt auch eine Umfrage seines Instituts, wonach \u201e80 Prozent der Deutschen keine Ahnung haben, woraus Kunststoff \u00fcberhaupt besteht\u201c. Erneuerbarer Kohlenstoff ist f\u00fcr Carus der Schl\u00fcssel f\u00fcr die Zukunft. Damit w\u00e4re vermieden, dass Kohlenstoff aus der Geosph\u00e4re in den Kreislauf kommt. Der erneuerbare Kohlenstoff k\u00f6nnte sich aus Atmosph\u00e4re (aktiver CO2 Entzug), Biosph\u00e4re (nachwachsende Biomasse) oder Technosph\u00e4re (Recycling von bestehendem Kunststoff und chemischen Produkten) generieren.<\/p>\n<p>Udo Eckloff, Fachreferent beim Innonet Kunststoff und Organisator der Veranstaltung fasst zusammen: \u201eWir haben das Thema bereits 2016 vorausschauend begonnen und sind heute ein wichtiger Partner im Bereich Biobased Plastics. In dem internationalen, EU gef\u00f6rderten Projekt AlpLinkBioEco tragen wir als aktiver Teilnehmer mit unseren engagierten Mitgliedsunternehmen dazu bei, eine internationale, biobasierte Kreislaufwirtschaft zu generieren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch nie war die \u00f6ffentliche Auseinandersetzung zum Thema Umwelt- und Klimaschutz so greifbar wie in den vergangenen Tagen und Wochen. \u201eDie Bio\u00f6konomie hilft nicht nur dabei, die CO2-Bilanz unserer Gesellschaft deutlich zu senken, sondern bietet vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten f\u00fcr neue M\u00e4rkte und hochwertige Produkte\u201d, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Matthias Zscheile, Vorstandsvorsitzender des BioEconomy Cluster, im Rahmen der [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608,12257,11860,12361],"supplier":[3125,1512,4,14854,282,12719,11726],"class_list":["post-67824","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","tag-biopolymere","tag-bioraffinerie","tag-chemikalien","supplier-bioeconomy-cluster","supplier-fischerwerke-artur-fischer-gmbh-co-kg","supplier-nova-institut-gmbh","supplier-polykum-e-v","supplier-universitaet-hohenheim","supplier-upm-biorefining","supplier-upm-corporation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67824","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67824"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67824\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67824"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67824"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67824"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=67824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}