{"id":67613,"date":"2019-10-18T06:50:33","date_gmt":"2019-10-18T04:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=https%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F1163184%2Fneue-strategie-fuer-die-synthese-komplexer-naturstoffe.html%3FWT.mc_id%3Dca0065%26pk_campaign%3Dca0065"},"modified":"2019-10-14T20:39:27","modified_gmt":"2019-10-14T18:39:27","slug":"eine-neue-strategie-fuer-die-synthese-komplexer-naturstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eine-neue-strategie-fuer-die-synthese-komplexer-naturstoffe\/","title":{"rendered":"Eine neue Strategie f\u00fcr die Synthese komplexer Naturstoffe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ihre kurze Syntheseroute basiert im Schl\u00fcsselschritt auf der Methode der \u00abC-H-Aktivierung\u00bb. Auf diesem Weg konnten die beiden Naturstoffe Epicoccin G und Rostratin A in hohen Ausbeuten erzeugt werden, wie die Forschenden in der Fachzeitschrift \u00abJournal of the American Chemical Society\u00bb berichten.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_67616\" aria-describedby=\"caption-attachment-67616\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-67616\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Natursynthese_Baudoin_1000x500.jpg\" alt=\"Struktur von Rostratin A (Vordergrund) und der Pilz Exserohilum rostratum, aus dem die Verbindung isoliert wurde (Hintergrund). (Bild: Universit\u00e4t Basel, Olivier Baudoin mit Erlaubnis von G. Roberts)\" width=\"310\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/10\/Natursynthese_Baudoin_1000x500.jpg 1000w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/10\/Natursynthese_Baudoin_1000x500-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/10\/Natursynthese_Baudoin_1000x500-600x300.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-67616\" class=\"wp-caption-text\">Struktur von Rostratin A (Vordergrund) und der Pilz Exserohilum rostratum, aus dem die Verbindung isoliert wurde (Hintergrund). (Bild: Universit\u00e4t Basel, Olivier Baudoin mit Erlaubnis von G. Roberts)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bestimmte Mikroorganismen wie Pilze sind reiche Quellen von Sekund\u00e4rmetaboliten, die ein grosses Potenzial f\u00fcr medizinische Anwendungen besitzen. Von besonderem Interesse sind hierbei die Dithioketopiperazine (DTPs), die eine Vielzahl biologischer Aktivit\u00e4ten aufweisen und als Wirkstoffe gegen Malaria oder Krebs eingesetzt werden k\u00f6nnten. Trotz intensiver Bem\u00fchungen sind bislang jedoch nur relativ wenige Totalsynthesen von Molek\u00fclen dieser Art bekannt, sodass es schwierig bleibt, ausreichende Mengen dieser Verbindungen f\u00fcr weitergehende Untersuchungen zu gewinnen.<\/p>\n<p>Professor Dr. Olivier Baudoin und Erstautor Pierre Thesmar vom Departement Chemie der Universit\u00e4t Basel ist es nun gelungen, eine effiziente und skalierbare Syntheseroute f\u00fcr beide komplexen Naturstoffe zu entwickeln.<\/p>\n<h3>C-H-Aktivierung als neue Synthesestrategie<\/h3>\n<p>Bei der neuen Strategie zum Aufbau des Ringsystems der Zielverbindungen kam unter anderem die Methode der \u00abC-H-Aktivierung\u00bb zur Anwendung, welche sich in den letzten Jahren als wertvolles Synthesewerkzeug etabliert hat. Im Schl\u00fcsselschritt werden durch eine zweifache Reaktion, bei denen jeweils eine Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindung (C-H) aufgebrochen und eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung (C-C) neu gekn\u00fcpft wird, zwei Ringe simultan gebildet. Dieser Syntheseweg erm\u00f6glicht einen effizienten Zugang zu einem gemeinsamen Zwischenprodukt im Multigramm-Massstab, ausgehend von kosteng\u00fcnstigen und kommerziell verf\u00fcgbaren Ausgangsstoffen.<\/p>\n<p>In sieben weiteren Schritten wurde dieses Intermediat dann zum DTP-Naturstoff Epicoccin G umgesetzt. Im Vergleich zur einzigen anderen bislang ver\u00f6ffentlichten Synthese brauchten die Basler Forschenden nur 14 statt 17 einzelne Schritte bei einer Gesamtausbeute von 19,6% statt 1,5%.<\/p>\n<h3>Die n\u00e4chste Herausforderung: Rostratin A<\/h3>\n<p>Nach der erfolgreichen Synthese von Epicoccin G wagte sich das Basler Forscherteam an die erstmalige Synthese von Rostratin A. Dieser verwandte DTP-Naturstoff besitzt einige herausfordernde Strukturelemente, f\u00fcr die die Endphase der Synthese grunds\u00e4tzlich angepasst werden musste. Nach umfangreichen Vorversuchen und der Optimierung eines jeden einzelnen Syntheseschritts konnte Rostratin A in der aussergew\u00f6hnlichen Menge von mehr als 500 Milligramm hergestellt werden. Diese Totalsynthese gelang in 17 Syntheseschritten und in sehr hoher Gesamtausbeute von 12,7%.<\/p>\n<p>Die neue Synthesestrategie offenbart das grosse Potential der C-H-Aktivierung als effiziente Methode in der Naturstoff-Totalsynthese. In einem n\u00e4chsten Schritt m\u00f6chten die Forschenden weitere Naturstoffe und deren Analoga aus der Klasse der DTPs herstellen, um weitergehende Studien zur Untersuchung ihres medizinischen Potentials durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihre kurze Syntheseroute basiert im Schl\u00fcsselschritt auf der Methode der \u00abC-H-Aktivierung\u00bb. Auf diesem Weg konnten die beiden Naturstoffe Epicoccin G und Rostratin A in hohen Ausbeuten erzeugt werden, wie die Forschenden in der Fachzeitschrift \u00abJournal of the American Chemical Society\u00bb berichten. Bestimmte Mikroorganismen wie Pilze sind reiche Quellen von Sekund\u00e4rmetaboliten, die ein grosses Potenzial f\u00fcr [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[15961,15744,14681],"supplier":[2845],"class_list":["post-67613","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biologie","tag-renewablecarbon","tag-synthese","supplier-universitaet-basel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67613"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67613\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67613"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=67613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}