{"id":6740,"date":"2004-02-18T00:00:00","date_gmt":"2004-02-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040218-01n"},"modified":"2004-02-18T00:00:00","modified_gmt":"2004-02-17T22:00:00","slug":"lehm-und-holz-als-wichtigste-baustoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/lehm-und-holz-als-wichtigste-baustoffe\/","title":{"rendered":"Lehm und Holz als wichtigste Baustoffe"},"content":{"rendered":"<p>Architekt Burkhardt Niepelt aus Untermembach in Mittelfranken berichtet auf dem <b>Lehmbau-Workshop am 13.3.2004 in Bayreuth<\/b> mit einem Lichtbildervortrag \u00fcber die Entstehungsgeschichte eines Holzst\u00e4nderhauses mit ganzheitlich baubiologischen Grunds\u00e4tzen. <\/p>\n<p>Nachstehend erfahren Sie die wichtigsten Daten des Bauvorhabens vorab. Anl\u00e4sslich des Lehmbau-Workshops lernen Sie weitere Details kennen und k\u00f6nnen ausf\u00fchrlich Fragen stellen: <\/p>\n<p>&#8220;Die Baustoffe sollten baubiologisch einwandfrei, der Erde unverf\u00e4lscht entnommen und sp\u00e4ter wieder r\u00fcckf\u00fchrbar sein. So fiel die Entscheidung auf Holz und Lehm als Grundbaustoffe. <\/p>\n<p><b>Das Holz wurde vielseitig verwendet<\/b> <br \/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040218-01\/lehmhaus2.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"lehmhaus\"\/>Das tragende Ger\u00fcst wurde aus massiven Kiefernst\u00e4mmen nach dem Mond im Winter geschlagen, ges\u00e4gt, luttfgetrocknet und mit Holz-Holzverbindungen zimmermannsm\u00e4ssig errichtet. Ausgefacht wurden die W\u00e4nde dann mit Holzhackschnitzel-Lehm, wobei die Au\u00dfenw\u00e4nde nach au\u00dfen hin um ca. 20 cm aufgedoppelt wurden, um die D\u00e4mmung der Au\u00dfenhaut zu gew\u00e4hrleisten. Mit einer Kantholzst\u00e4rke von 15 cm entstehen so ca. 35 cm starke Aussenw\u00e4nde. <\/p>\n<p>Grundgedanke der Holzverwendung war, die Kiefernst\u00e4mme aus heimischem Wald m\u00f6glichst ganzheitlich zu verwenden. So wurden s\u00e4mtliche Konstruktionen auf Aufbauten des Hauses danach ausgerichtet und berechnet:<\/p>\n<ul>\n<li>die Tragkonstruktion aus massiven St\u00e4mmen <\/li>\n<li>die Verschalungen aus s\u00e4gerauen, astigen Brettern f\u00fcr nichtsichtbare Bereiche bzw. aus gehobelten astfreien Brettern f\u00fcr sichtbare Bereiche aus den Seiten der B\u00e4ume <\/li>\n<li>Hobeldielen f\u00fcr den Boden aus dem Stammbereich mit wenig und kleinen \u00c4sten <\/li>\n<li>Lagerh\u00f6lzer und Latten f\u00fcr das Dach, den Fu\u00dfbodenaufbau, Au\u00dfenverschalungen und Terrasse <\/li>\n<li>Hackschnitzel f\u00fcr die W\u00e4nde aus den Abschnitten und Schwarten <\/li>\n<li>Hobel- und S\u00e4gesp\u00e4ne f\u00fcr die D\u00e4mmungen und <\/li>\n<li>Restholz aus dem Abbund f\u00fcr die W\u00e4rme aus dem Kachelgrundofen<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Lehm aus baunahem Aushub<\/b><br \/>Der Lehm stammte aus baunahem Aushub und wurde zu Baumaterial verarbeitet. Der eigene Aushub war zu sandig. Lehm, Sand und Hackschnitzel wurde bauseitig gelagert. Als Arbeitskr\u00e4fte konnten vier Studentinnen der FH N\u00fcrnberg gewonnen werden, die auf diese Weise einen Praktikumsplatz erhielten. <\/p>\n<p>Erste Mischungen des Hackschnitzellehms f\u00fchrten zu \u00fcberraschend guten Ergebnissen. Der Mischer in Form eines Radladers, mit Zwangsmischer als Schaufel, wurde zur wichtigsten und wertvollsten Maschine auf der Baustelle. Die ersten Innenw\u00e4nde wurden mit Leisten versehen, mit Lehmschl\u00e4mme gestrichen und mit der Hackschnitzel-Lehmmischung gef\u00fcllt. <\/p>\n<p>Erforderlich hierf\u00fcr war eine Kletterschalung aus Brettern, die mit Schreinerzwingen an den Pfosten befestigt wurden. Das Holzfachwerk sollte ja sichtbar bleiben und sich auch nach Fertigstellung der W\u00e4nde noch in einem ansehnlichen Zustand befinden. Die Hackschnitzelmischung wurde so eingestellt dass sich f\u00fcr die Innenw\u00e4nde eine Rohdichte von ca. 900 bis 1000 kg\/m<sup>3<\/sup> ergab und f\u00fcr die Au\u00dfenw\u00e4nde von ca. 800 kg\/m<sup>3<\/sup>. <\/p>\n<p><b>Hobelsp\u00e4ne als W\u00e4rmed\u00e4mmung im Dachgeschoss<\/b> <br \/>Als W\u00e4rmed\u00e4mmung im Dach wurden Hobelsp\u00e4ne unter Zusatz von gel\u00f6schtem Kalk verwendet. Der Dachaufbau ist diffusionsoffen, die Kraftpapierbahn innen hat einen sd-Wert von 3,9, die Bahn unter den Ziegeln von 0,02. <\/p>\n<p><b>Abschirmung gegen Elektrosmog<\/b> <br \/>Da in ca. 800 m Entfernung ein Mobilfunksendemast mit mindestens acht Betriebern steht, entschieden wir uns, den gesamten Dachbereich sowie die geputzten Au\u00dfenw\u00e4nde im EG abzuschirmen. Realisiert wurde diese Abschirm-Ma\u00dfnahme im Dach und an der Fassade im Erdgeschoss mit einem Putzgewebe, das leitf\u00e4hig ist, und in das zur Abschirmung hochfrequenter Wellen Edelstahldr\u00e4hte eingewoben sind. Bei einem Preis von ca. 6 Euro\/m<sup>2<\/sup> ist dies relativ kosteng\u00fcnstig. <\/p>\n<p><b>Baudaten f\u00fcr die Bereiche Holz und Lehm<\/b> <br \/>Insgesamt wurden ca. 100 Festmeter Holz ganzheitlich verwertet und somit ca 77.000 kg Kohlendioxid gespeichert. 4.000 St\u00fcck 10-Liter-Baueimer Hackschnitzellehm wurden von durchschnittlich acht bis zehn H\u00e4nden frisch gemischt in die Schalung eingebracht und verdichtet. H\u00e4tte man das gleiche Geb\u00e4ude mit gebranntem Ton gebaut, k\u00f6nnte man das fertige Holz-Lehm-Haus ca. 6 Jahre lang heizen und h\u00e4tte dann genau so viel Energie verbraucht wie allein zur Herstellung der Ziegel notwendig gewesen w\u00e4re.&#8221; <\/p>\n<p>Die Anmeldung zum Lehmbau-Workshop erfolgt unter <a href=\"http:\/\/www.baubiologie-regional.de\/lehmbau-workshop.php\" >www.baubiologie-regional.de\/lehmbau-workshop.php<\/a> oder per Telefon unter <b>0921-7412744.<\/b> (Vgl. Veranstaltungshinweis vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2004-03-13<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Architekt Burkhardt Niepelt aus Untermembach in Mittelfranken berichtet auf dem <b>Lehmbau-Workshop am 13.3.2004 in Bayreuth<\/b> mit einem Lichtbildervortrag &uuml;ber die Entstehungsgeschichte eines Holzst&auml;nderhauses mit ganzheitlich<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-6740","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6740"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6740\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6740"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=6740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}