{"id":67285,"date":"2019-10-10T07:32:56","date_gmt":"2019-10-10T05:32:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=67285"},"modified":"2019-10-07T14:42:28","modified_gmt":"2019-10-07T12:42:28","slug":"farbe-in-den-biokunststoff-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/farbe-in-den-biokunststoff-bringen\/","title":{"rendered":"Farbe in den Biokunststoff bringen"},"content":{"rendered":"<p>Als hochkomplexe und technisch ausgereifte Materialien k\u00f6nnen Biokunststoffe dazu beitragen, Kunst-stoffprodukte nachhaltiger zu machen. Die alarmierenden Bilder, die in den Medien die Aufmerksamkeit auf die Plastikabf\u00e4lle in den Meeren lenken, und die Diskussion um Mikroplastik in der Umwelt, haben dazu gef\u00fchrt, dass Nachhaltigkeit in der gesamten Kunststoff-Wertsch\u00f6pfungskette eine entscheidende Rolle spielt.<\/p>\n<p>Unter dem Begriff Biokunststoffe wird eine Vielzahl von Materialien mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften und Anwendungen zusammengefasst. Dabei geht es sowohl um Materialien, die biobasiert hergestellt werden, als auch um solche, die biologisch abbaubar sind, oder beide Eigenschaften in sich vereinen.<\/p>\n<p>Definition Biokunststoffe<br \/>\nBiobasiert bedeutet, dass ein Material aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Ausgangstoffe sind in der Regel Zucker, St\u00e4rke oder Zellulose, aber auch Fette und \u00d6le, Proteine oder Lignin. Am Markt hat sich inzwischen eine Reihe von Materialien, die ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, etabliert. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Polylactid (PLA), Polybutylensuccinat (PBS), Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoff (Wood Plastics Composites, WPC), Thermoplastische St\u00e4rkepolymerblends (TPS), Bio-PE, Bio-PP und Bio-PET. Materialien, die durch Mikroorganismen abgebaut werden k\u00f6nnen, bezeichnet man als bioabbaubar. Dabei wird zwischen aerobem Abbau in Gegenwart von Luftsauerstoff (z.\u00a0B. Kompostierung) und anaerobem Abbau ohne Sauerstoff (z.B. in der Biogasanlage) unterschieden. Von den oben genannten biobasierten Polymeren lassen sich PLA, PBS und TPS biologisch abbauen.<\/p>\n<p>Einf\u00e4rben von Biokunststoffen<br \/>\nF\u00fcr die Einf\u00e4rbung von Biokunststoffen hat Finke die Fibaplast Masterbatch-Reihe erweitert und spezielle Bio-Masterbatche entwickelt. Zur Einf\u00e4rbung von PLA, PBS, WPC und TPS sowie Bio-PE, Bio-PP und Bio-PET stehen Bio-Masterbatche zur Verf\u00fcgung, die gemeinsam mit dem Kunden genau auf dessen Anwendung abgestimmt werden k\u00f6nnen. An die in den Bio-Masterbatchen verwendeten Rohstoffe, wie anorganische und organische Pigmente, Farbstoffe, F\u00fcllstoffe, Additive, Bindemittel und Tr\u00e4gerpolymere, ergeben sich daraus bestimmte Anforderungen. Sie alle werden basierend auf Empfehlungen und Zulassungen der Rohstoffproduzenten bei Finke auf ihre Eignung zur Herstellung von bioabbaubaren Masterbatches hin bewertet und f\u00fcr den Einsatz in Biokunststoffen \u00fcberpr\u00fcft. Die Kompostierung ist ein Sonderfall des biologischen Abbaus und vom nat\u00fcrlichen Abbau in der Umwelt, sei es im Wasser oder an Land, zu unterscheiden. Die Bedingungen einer industriellen Kompostierung sind andere, als die einer Gartenkompostierung. Allen gemeinsam ist, dass Mikroorganismen die zu kompostierende Substanz als Nahrung und Energiequelle nutzen und als Abbauprodukte Kohlendioxid, Wasser und mineralische Salze der dar\u00fcber hinaus in den Substanzen vorhandenen Elemente zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p>Die Norm EN 13432<\/p>\n<p>Die Fibaplast Masterbatche f\u00fcr Biokunststoffe von Finke erf\u00fcllen die Anforderungen der EN\u00a013432. \u201eVerpackung \u2013 Anforderungen an die Verwertung von Verpackungen durch Kompostierung und biologischen Abbau \u2013 Pr\u00fcfschema und Bewertungskriterien f\u00fcr die Einstufung von Verpackungen\u201c.<\/p>\n<p>Diese Norm legt die Eigenschaften fest, die ein Material haben muss, um als kompostierbar zu gelten, und bezieht sich ausschlie\u00dflich auf Verpackungen. Andere Kunststoffe, wie etwa Agrarfolien oder M\u00fcllt\u00fcten, werden durch die DIN EN 14995 \u201eKunststoffe \u2013 Bewertung der Kompostierbarkeit \u2013 Pr\u00fcfschema und Spezifikationen\u201c abgedeckt. Beide Normen sind technisch identisch, d.h. jedes Material, das der einen Norm entspricht, entspricht auch der anderen. In Europa ist die EN\u00a013432 die ma\u00dfgebliche Norm, innerhalb derer sich Lieferanten anhand entsprechender Pr\u00fcfungen bewegen m\u00fcssen. In den USA gilt beispielsweise die ASTM D6400, die nur minimal von der europ\u00e4ischen Norm abweicht. Entsprechend dieser Normen m\u00fcssen Kunststoffprodukte, die industriell kompostiert werden sollen, zertifiziert werden. Das geschieht durch unabh\u00e4ngige Zertifizierungsgesellschaften wie beispielsweise DIN CERTCO (Deutschland) oder Vin\u00e7otte (Belgien) in Europa oder das Biodegradable Products Institute (BPI) in den USA, die entsprechende registrierte Labels vergeben.<\/p>\n<p>Die EN 13432 f\u00fcr Verpackungen legt f\u00fcr Kunststoffe, die als industriell kompostierbar bezeichnet werden d\u00fcrfen, Grenzwerte f\u00fcr Schwermetalle und Fluor sowie den Anteil an inertem, nicht abbaubarem Material fest. Ferner m\u00fcssen mehr als 90\u00a0% der Materialien nach sechs Monaten biologisch in CO2, Wasser und Mineralien abgebaut sein. Nach zw\u00f6lf Wochen m\u00fcssen 90% des Materials in 2\u00d72\u00a0mm gro\u00dfe Teile zerfallen sein. Au\u00dferdem ist eine Untersuchung der Umwelttoxizit\u00e4t erforderlich, um sicherzustellen, dass die Qualit\u00e4t des Komposts durch die Zugabe von bioabbaubaren Polymeren nicht beeintr\u00e4chtigt wird, sich der Kompost also in der \u00fcblichen Weise nutzen l\u00e4sst. Die EN 13432 erlaubt f\u00fcr kompostierbare Produkte einen maximalen Anteil an nicht bioabbaubaren Substanzen von 5% (maximal 1% pro Komponente). Da die Dosierung des gesamten F\u00e4rbemittels meist bei unter 1% liegt, sind auch f\u00fcr die darin enthaltenen nicht bioabbaubaren mineralischen Anteile keine Schwierigkeiten zu erwarten.<\/p>\n<p>\u00d6konomisch und nachhaltig<br \/>\nDer Anbieter Finke verfolgt auch bei den Biokunststoffen den Ansatz, seinen Kunden ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen zur Einf\u00e4rbung zu bieten, die praxistauglich, erprobt, \u00f6konomisch sowie nachhaltig innovativ sind. Fibaplast Bio-Masterbatche gibt es f\u00fcr PLA, PBS, WPC und TPS sowie Bio-PE, Bio-PP und Bio-PET. Das Tr\u00e4germaterial orientiert sich am jeweils einzuf\u00e4rbenden Biokunststoff. Die Auswahl von Pigmenten und Farbstoffen richtet sich nach der Anwendung. Ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen m\u00f6glicher Lebensmittelkontakt, W\u00e4rmestabilit\u00e4t w\u00e4hrend der Verarbeitung, Vertr\u00e4glichkeit mit dem Compound, Migrationsverhalten, Extraktionsfestigkeit und die Best\u00e4ndigkeit w\u00e4hrend des Gebrauchs.<\/p>\n<p>In der Regel kommen industrielle Pigmente und Farbstoffe zum Einsatz, da Naturfarbstoffe und -pigmente den Verarbeitungsbedingungen der Kunststoffe in den seltensten F\u00e4llen standhalten. Bei der Auswahl der Komponenten achtet Finke genau auf die Zulassungen der Rohstoffproduzenten, damit die Farbmasterbatche den gew\u00fcnschten Anforderungen entsprechen. Inzwischen stehen auch f\u00fcr Biokunststoffe umfangreiche Daten zu Eigenschaften und Verarbeitung zur Verf\u00fcgung. Trotzdem besteht f\u00fcr diese Produktklasse weiterhin ein hoher Beratungsbedarf. Die genaue Abstimmung des F\u00e4rbemittels auf das zu f\u00e4rbende System sowie die intensive technische Beratung geh\u00f6ren seit jeher zu den Kernkompetenzen von Finke. Wie alle F\u00e4rbemittel passt Finke auch die Fibaplast Masterbatche f\u00fcr Biokunststoffe gemeinsam mit den Kunden an die jeweilige Anwendung an und erm\u00f6glicht so eine schnelle Marktreife nachhaltiger und umweltvertr\u00e4glicher Produkte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als hochkomplexe und technisch ausgereifte Materialien k\u00f6nnen Biokunststoffe dazu beitragen, Kunst-stoffprodukte nachhaltiger zu machen. Die alarmierenden Bilder, die in den Medien die Aufmerksamkeit auf die Plastikabf\u00e4lle in den Meeren lenken, und die Diskussion um Mikroplastik in der Umwelt, haben dazu gef\u00fchrt, dass Nachhaltigkeit in der gesamten Kunststoff-Wertsch\u00f6pfungskette eine entscheidende Rolle spielt. 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