{"id":67186,"date":"2019-10-09T07:32:03","date_gmt":"2019-10-09T05:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=67186"},"modified":"2021-09-09T21:26:48","modified_gmt":"2021-09-09T19:26:48","slug":"global-alliance-powerfuels-wirbt-fuer-mehr-alternative-kraftstoffe-im-luftverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/global-alliance-powerfuels-wirbt-fuer-mehr-alternative-kraftstoffe-im-luftverkehr\/","title":{"rendered":"Global Alliance Powerfuels wirbt f\u00fcr mehr alternative Kraftstoffe im Luftverkehr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Global Alliance Powerfuels \u2013 ein branchen\u00fcbergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Verb\u00e4nden \u2013 hat die Mitgliedstaaten der Zivilluftfahrtorganisation der Vereinten Nationen ICAO dazu aufgerufen, strombasierte, erneuerbare Kraftstoffe (Powerfuels) in den Fokus ihrer Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie zu r\u00fccken. F\u00fcr den Einstieg sollte das Ziel sein, eine weltweite Quote zur Beimischung von Powerfuels in H\u00f6he von mindestens 2 Prozent zu beschlie\u00dfen. Die Kosten daf\u00fcr w\u00e4ren schon heute gut vertretbar. Der Preis f\u00fcr ein Flugticket w\u00fcrde sich entsprechend der Beimischungsquote erh\u00f6hen: bei einer Beimischung von 2 Prozent um 2 Prozent, bei 10 Prozent um 10 Prozent, bei 50 Prozent um 50 Prozent. Das zeigt eine Analyse, die die Global Alliance zur <a href=\"https:\/\/www.icao.int\/Meetings\/a40\/Pages\/default.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">40. Versammlung der ICAO<\/a> im kanadischen Montreal ver\u00f6ffentlich hat.<\/strong><\/p>\n<p>Andreas Kuhlmann, Sprecher der Global Alliance Powerfuels und Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Deutschen Energie-Agentur (dena): \u201ePowerfuels sind der Schl\u00fcssel f\u00fcr den Klimaschutz im Luftverkehr. Die bisherigen Instrumente zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in diesem Sektor reichen bei weitem nicht aus. Die Finanzierung von Klimaschutzma\u00dfnahmen in anderen Sektoren ist nur ein Ausgleichsmechanismus und nachhaltige Biokraftstoffe sind f\u00fcr den Luftverkehr sehr begrenzt verf\u00fcgbar. Deshalb sollte die ICAO Powerfuels in ihre Nachhaltigkeitsstrategie aufnehmen und zeitnah Beimischungsquoten einf\u00fchren. Einzelne Staaten und Regionen sollten dar\u00fcber hinaus aktiv werden, um die Entwicklung zu beschleunigen, zum Beispiel durch eigene Quotenregelungen und Anreizprogramme f\u00fcr Fluglinien, Flugh\u00e4fen und Kraftstoffproduzenten. Die Bundesregierung sollte zum Beispiel die Gelegenheit nutzen, mit dem Klimaschutzprogramm 2030 die geplante Erh\u00f6hung der Luftverkehrssteuer f\u00fcr die F\u00f6rderung der Produktion von Powerfuels-Flugkraftstoffen einzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Kosten \u00fcberschaubar: 10 Prozent Beimischung bedeutet 10 Prozent h\u00f6here Flugpreise<br \/>\nDer Markt f\u00fcr Powerfuels steht noch am Anfang. Erste Projekte zum Aufbau der Powerfuels-Produktion f\u00fcr den Luftverkehr laufen zum Beispiel in den Niederlanden, in Norwegen und Deutschland. Wie die Analyse der Global Alliance zeigt, k\u00f6nnte der Markt durch eine regional oder sogar weltweit verpflichtende Beimischungsquote schnell wachsen. Der Preis pro Liter w\u00fcrde rasch abnehmen und k\u00f6nnte bis 2050 auf fast einen Euro sinken.<\/p>\n<p>Selbst bei Kosten von 2,40 Euro pro Liter Powerfuels-Kerosin, die nach Sch\u00e4tzungen schon in naher Zukunft erreichbar w\u00e4ren, lie\u00dfen sich die Emissionen sp\u00fcrbar senken, ohne dass Flugtickets erheblich teurer w\u00fcrden. Ein typischer Urlaubsflug von Berlin nach Mallorca kostet beispielsweise 145 Euro. Bei einer Beimischungsquote von 2 Prozent w\u00fcrde das Ticket 3 Euro teurer werden, bei einer Beimischungsquote von 10 Prozent 15 Euro. Ein Langstreckenflug von Berlin nach Peking f\u00fcr 525 Euro w\u00fcrde bei einem Powerfuels-Anteil von 2 Prozent 11 Euro teurer werden; bei einem Anteil von 10 Prozent 53 Euro.<\/p>\n<p>Das CO<sub>2<\/sub>-Reduktionspotenzial von Powerfuels-Kerosin h\u00e4ngt stark davon ab, welcher Strommix und welche CO<sub>2<\/sub>-Quellen bei der Produktion zum Einsatz kommen. Nach sehr konservativen Sch\u00e4tzungen k\u00f6nnte es im Vergleich zu fossilem Kerosin etwa 75 Prozent betragen. Bei einer weltweiten Beimischungsquote von 2 Prozent k\u00f6nnten somit rund 14 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> im Jahr eingespart werden; bei einer Beimischungsquote von 10 Prozent rund 68 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Das w\u00e4re mehr als der j\u00e4hrliche Treibhausgasaussto\u00df eines Landes wie Irland.<\/p>\n<h3>Rahmenbedingungen f\u00fcr Powerfuels schaffen<\/h3>\n<p>Die aktuellen Rahmenbedingungen in der internationalen Luftfahrt sind aus Sicht der Global Alliance nicht geeignet, effektive Anreize f\u00fcr den Einsatz von Powerfuels zu geben. Die ICAO hat den Reduktionsmechanismus CORSIA eingerichtet, der garantieren soll, dass die Emissionen im Luftverkehr ab 2020 nicht weiter steigen. Der Schwerpunkt liegt dabei aber auf der Finanzierung von Klimaschutzma\u00dfnahmen in anderen Sektoren. Dieses Instrument k\u00f6nnte so weiterentwickelt werden, dass auch Investitionen in Powerfuels attraktiv werden. Die n\u00e4chste ICAO-Konferenz zu alternativen Kraftstoffen im Luftverkehr sollte daf\u00fcr die Grundlagen schaffen. Vorreiternationen sollten jedoch schon vorher aktiv werden.<\/p>\n<p>Auf nationaler Ebene k\u00f6nnte ein Teil der Einnahmen aus Steuern und Abgaben im Luftverkehr f\u00fcr Powerfuels-Programme genutzt werden. Der europ\u00e4ische Emissionshandel bezieht zwar den Luftverkehr mit ein, aber bei einem Preis von unter 30 Euro pro Tonne CO<sub>2<\/sub> entstehen f\u00fcr die Luftverkehrswirtschaft noch keine Anreize, in Powerfuels zu investieren. Schweden und Norwegen sind dabei, Beimischungsquoten f\u00fcr Bio-Kraftstoffe im Flugbenzin einzuf\u00fchren. Solche Quotenregelugen sollten auf Powerfuels erweitert werden.<\/p>\n<p>Die deutsche Regierung hat in ihrem neuen Klimapaket angek\u00fcndigt, die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Produktion von strombasierten Kraftstoffen zu verbessern. Zur Diskussion steht auch, die Einf\u00fchrung einer Quote f\u00fcr Powerfuels-Kerosin zu untersuchen. Die parallel angek\u00fcndigte Anhebung der Luftverkehrssteuer sollte dann jedoch nicht ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Bahn, sondern auch f\u00fcr die F\u00f6rderung erster Powerfuels-Kerosin-Anlagen genutzt werden. Zusammen mit den Bundesl\u00e4ndern, der Industrie und den Gewerkschaften hat sich die Bundesregierung au\u00dferdem vorgenommen, eine industriepolitische Initiative f\u00fcr Powerfuels in der Europ\u00e4ischen Union auf den Weg zu bringen. So steht es im Leipziger Statement zur Zukunft der Luftfahrt, das die deutschen Stakeholder im August vorgelegt haben. Die Global Alliance unterst\u00fctzt dieses Vorhaben ausdr\u00fccklich.<\/p>\n<p>Die Analyse \u201ePowerfuels in Aviation\u201c (auf Englisch) sowie weitere Informationen zur Global Alliance Powerfuels sind online zu finden unter www.powerfuels.org (auf Englisch).<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u00dcber die Global Alliance Powerfuels<\/h3>\n<p>Powerfuels sind gasf\u00f6rmige oder fl\u00fcssige Kraft-, Brenn- und Grundstoffe, die mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarkraft erzeugt werden. Der Strom treibt einen Elektrolyseprozess an, mit dem aus Wasser Wasserstoff gewonnen wird. Der Wasserstoff kann entweder direkt genutzt oder zu Energietr\u00e4gern weiterverarbeitet werden, die je nach Bedarf Gas oder \u00d6l ersetzen, sei es als Kraftstoff im Verkehr, als Brennstoff zur Erzeugung von W\u00e4rme und Strom oder als Grundstoff in der chemischen Industrie. Bekannt sind die Umwandlungsverfahren unter Begriffen wie Power to Gas (Strom zu Gas) und Power to Liquid (Strom zu Fl\u00fcssigkeit).<\/p>\n<p>Die Global Alliance Powerfuels verfolgt das Ziel, einen globalen Markt f\u00fcr strombasierte Kraft- und Brennstoffe aus erneuerbaren Energien aufzubauen. Sie informiert \u00fcber die Potenziale, gibt Empfehlungen zur Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen und st\u00f6\u00dft Pilotprojekte an. Gegr\u00fcndet wurde sie Ende 2018 von international agierenden Unternehmen und Verb\u00e4nden aus den Branchen Energie und erneuerbare Energien, Fahrzeugwirtschaft und Luftfahrt, Chemie und Mineral\u00f6l sowie Maschinen- und Anlagenbau. Die dena koordiniert als Initiator die Aktivit\u00e4ten der Global Alliance.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Global Alliance Powerfuels \u2013 ein branchen\u00fcbergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Verb\u00e4nden \u2013 hat die Mitgliedstaaten der Zivilluftfahrtorganisation der Vereinten Nationen ICAO dazu aufgerufen, strombasierte, erneuerbare Kraftstoffe (Powerfuels) in den Fokus ihrer Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie zu r\u00fccken. 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