{"id":6711,"date":"2004-03-01T00:00:00","date_gmt":"2004-02-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040301-01n"},"modified":"2004-03-01T00:00:00","modified_gmt":"2004-02-29T22:00:00","slug":"biodiesel-in-oekonomischer-not-probleme-bei-der-glycerinvermarktung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biodiesel-in-oekonomischer-not-probleme-bei-der-glycerinvermarktung\/","title":{"rendered":"Biodiesel in \u00f6konomischer Not &#8211; Probleme bei der Glycerinvermarktung"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2003 haben die deutschen Biodiesel-Produzenten ca. 800.000 t Rapsmethylester (RME) abgesetzt, 30% an Tankstellen und 70% direkt an Speditionen. Aufgrund der durch die Befreiung von der Mineral\u00f6lsteuer bedingten niedrigeren Preise gegen\u00fcber fossilem Diesel k\u00f6nnte die Nachfrage  weiter auf ca. 1,6 Mio. t pro Jahr anwachsen. Zudem mischen Shell, DEA, BP und Aral ihrem konventionellen Diesel seit dem 1. Januar 2004 bis zu 5% RME bei. Denn auch sie zahlen auf diese 5% keine Mineral\u00f6lsteuer.<\/p>\n<p>Eigentlich ist dies eine ausgezeichnete Situation f\u00fcr die Biodiesel-Produzenten. Andererseits geraten ihre \u00f6konomischen Kalkulationen zunehmend durcheinander. Angesichts hoher Rapspreise und guter Verdienstm\u00f6glichkeiten mit reinem Raps\u00f6l (z.B. im Lebensmittelbereich) steigen die Rohstoffkosten. Zus\u00e4tzlich ist den Herstellern ein St\u00fctzpfeiler ihrer Produktion weggebrochen: das Glycerin. Dieses Nebenprodukt der Veresterung l\u00e4sst sich &#8211; wegen der gro\u00dfen Mengen &#8211; l\u00e4ngst nicht mehr so gut absetzen wie urspr\u00fcnglich vermutet.<\/p>\n<p>Die Nevest AG, einer der gr\u00f6\u00dften deutschen Biodieselhersteller, hat wegen des Preisverfalls beim Glycerin inzwischen Insolvenz angemeldet. Statt des erwarteten Tonnenpreises von 1.000 EUR konnte Nevest das Glycerin gerade einmal f\u00fcr die H\u00e4lfte verkaufen. Als zudem technische Probleme in den zwei Gro\u00dfanlagen (jeweils 100.000 t\/Jahr) in Rostock und Schwarzheide auftraten, entschloss man sich, trotz F\u00f6rderung von Bund und L\u00e4ndern sowie blendender Marktaussichten, f\u00fcr den \u00d6kosprit nicht mehr zu investieren. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/insolvenz-umweltbank-schreibt-nevest-beteiligung-ab-keine-bestandsgefahr\/\" >2003-12-24<\/a>.)<\/p>\n<p>Aber mit sinkendem Glycerinabsatz schrumpfen auch die \u00f6kologischen Vorteile von RME. Denn nur, wenn das pflanzliche Glycerin, das bei der Veresterung als Nebenprodukt anf\u00e4llt, in gro\u00dfem Stil das Energie-aufw\u00e4ndige synthetische Glycerin ersetzt, spart RME gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichem Diesel eine nennenswerte Menge an Kohlendioxid.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die EU und Bundesregierung mit Biodiesel einen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten wollen, steht das Umweltbundesamt (UBA) dem Biodiesel wegen des hohen Fl\u00e4chen- und D\u00fcngemitteleinsatzes und dabei nur geringem Klimaschutzpotenzial \u00e4u\u00dferst kritisch gegen\u00fcber. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-diesel-der-ungeliebte-biokraftstoff\/\" >2003-10-27<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2003 haben die deutschen Biodiesel-Produzenten ca. 800.000 t Rapsmethylester (RME) abgesetzt, 30% an Tankstellen und 70% direkt an Speditionen. 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