{"id":66824,"date":"2019-09-25T07:35:12","date_gmt":"2019-09-25T05:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=66824"},"modified":"2019-09-20T15:05:01","modified_gmt":"2019-09-20T13:05:01","slug":"baden-wuerttemberg-will-quotenregelung-fuer-gruenen-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/baden-wuerttemberg-will-quotenregelung-fuer-gruenen-wasserstoff\/","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberg will Quotenregelung f\u00fcr Gr\u00fcnen Wasserstoff"},"content":{"rendered":"<p>Die baden-w\u00fcrttembergische Landesregierung setzt sich f\u00fcr synthetische Kraftstoffe ein, die auf der Basis von Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellt werden. In einem Antrag des Landes f\u00fcr den Bundesrat, der dem Handelsblatt vorliegt, hei\u00dft es, der Marktanteil solcher Kraftstoffe sei \u201ein Deutschland noch verschwindend gering\u201c. Bisher existierten nur wenige Pilot-Anlagen zur Herstellung. Das soll sich \u00e4ndern.<\/p>\n<p>\u201eDer Bundesrat erkennt die Nutzung regenerativ und klimaneutral hergestellter Kraftstoffe, insbesondere f\u00fcr den Luft-, Schwerlast- und Schiffsverkehr, als zielf\u00fchrende Ma\u00dfnahme an\u201c, hei\u00dft es in dem Beschlussvorschlag des Landes f\u00fcr den Bundesrat. Die L\u00e4nderkammer soll sich daf\u00fcr aussprechen, Mindestanteile von klimaneutral hergestellten synthetischen Kraftstoffen im Flugverkehr festzulegen. Im Jahre 2022 soll die Beimischungsquote zu herk\u00f6mmlichem Kerosin 2,5 Prozent betragen, 2025 dann f\u00fcnf Prozent und 2030 bereits zehn Prozent.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der \u00dcberlegungen ist Wasserstoff. Er wird mittels Elektrolyse hergestellt. Wenn der f\u00fcr die Elektrolyse eingesetzte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, entsteht klimaneutraler Wasserstoff, auch \u201egr\u00fcner Wasserstoff\u201c genannt. Dieser kann dann direkt eingesetzt werden, etwa in der Chemie- oder der Stahlindustrie oder f\u00fcr den Betrieb von Brennstoffzellen.<\/p>\n<p>Er kann auch weiterverarbeitet werden zu Methan oder zu fl\u00fcssigen Brennstoffen, den sogenannten E-Fuels. Solche strombasierten Brennstoffe k\u00f6nnen wegen hoher Herstellungskosten preislich noch nicht mit fossilen Brennstoffen konkurrieren. Die Verfechter der Technik stellen aber erhebliche Kostendegressionen in Aussicht &#8211; wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die gesamte Verfahrenskette l\u00e4uft im Fachjargon unter der \u00dcberschrift \u201ePower to X\u201c.<\/p>\n<p>Der Nachteil der Technik: Die Umwandlungsverluste sind sehr hoch, ein gro\u00dfer Teil des eingesetzten Stroms geht ungenutzt verloren. Doch diesem Nachteil stehen unbestreitbare Vorteile gegen\u00fcber: Es entstehen klimaneutrale Brennstoffe, die leicht speicherbar sind und die auch dort eingesetzt werden k\u00f6nnen, wo eine direkte Stromanwendung ausscheidet, etwa im Flugverkehr.<\/p>\n<p>Wasserstoff-Branche begr\u00fc\u00dft die Entwicklung<br \/>\nDaher auch die Forderung der gr\u00fcn-schwarzen Landesregierung, die Quotenregelung im Flugverkehr einzuf\u00fchren. Der Einsatz der synthetischen Kraftstoffe sei \u201eauf solche Mobilit\u00e4tsbereiche zu beschr\u00e4nken, in denen eine Direktnutzung von Strom nicht zielf\u00fchrend ist\u201c, hei\u00dft es in dem Antrag der Baden-W\u00fcrttemberger f\u00fcr den Bundesrat.<\/p>\n<p>Gr\u00fcner Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe spielen auch in den \u00dcberlegungen der Bundesregierung eine wachsende Rolle. Erst k\u00fcrzlich war ein Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium publik geworden, das der Vorbereitung einer \u201eNationalen Strategie Wasserstoff\u201c (NSW) dient. Auch die Beimischung von synthetischen Kraftstoffen spielt darin eine Rolle.<\/p>\n<p>Die Branche begr\u00fc\u00dft die Entwicklung. Mit einer ambitionierten Beimischungsquote w\u00fcrde \u201enicht nur ein Beitrag zum Erreichen der Klimaziele im Verkehr geleistet werden k\u00f6nnen, sondern auch der Einstieg in den erforderlichen industriellen Hochlauf des daf\u00fcr erforderlichen Anlagenbaus m\u00f6glich\u201c, sagte Werner Diwald, Chef des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands (DWV).<\/p>\n<p>Der baden-w\u00fcrttembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Gr\u00fcne) bezeichnete die Initiative als \u201eWeckruf f\u00fcr den Bundesverkehrsminister\u201c. Andreas Scheuer (CSU) m\u00fcsse nun endlich N\u00e4gel mit K\u00f6pfen machen, sagte Hermann dem Handelsblatt. \u201eWer f\u00fcr Klimaschutz ist, muss auch eine L\u00f6sung f\u00fcr den Flugverkehr haben\u201c, sagte er. Die Antwort auf die Herausforderung sei eine hochlaufende Quote f\u00fcr Kerosin.<br \/>\nMehr: Japan macht seit Jahren vor, was Deutschland gerade entdeckt hat. Mit staatlicher F\u00f6rderung will das Land Wasserstoff als Klimaretter zum Durchbruch verhelfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die baden-w\u00fcrttembergische Landesregierung setzt sich f\u00fcr synthetische Kraftstoffe ein, die auf der Basis von Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellt werden. In einem Antrag des Landes f\u00fcr den Bundesrat, der dem Handelsblatt vorliegt, hei\u00dft es, der Marktanteil solcher Kraftstoffe sei \u201ein Deutschland noch verschwindend gering\u201c. Bisher existierten nur wenige Pilot-Anlagen zur Herstellung. Das soll sich \u00e4ndern. 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