{"id":66597,"date":"2019-09-18T07:20:17","date_gmt":"2019-09-18T05:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=66597"},"modified":"2019-09-14T08:30:23","modified_gmt":"2019-09-14T06:30:23","slug":"wie-aussichtsreich-sind-biobasierte-verpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-aussichtsreich-sind-biobasierte-verpackungen\/","title":{"rendered":"Wie aussichtsreich sind biobasierte Verpackungen?"},"content":{"rendered":"<p>Biokunststoffe k\u00f6nnen die Verpackungsindustrie unabh\u00e4ngiger von erd\u00f6lbasierten Produkten machen. Ihr Anteil am Markt ist aber noch sehr gering. Welche Chancen biobasierte Kunststoffe f\u00fcr die Wirtschaft bieten \u2013 und wo konventionelle Verpackungen noch immer die Nase vorn haben.<\/p>\n<p>Trends in der Verpackungsindustrie<br \/>\nDerzeit haben biobasierte Polymere eine Gesamtproduktionsmenge von 7,5 Millionen Tonnen und damit zwei Prozent der Produktionsmenge petrochemischer Polymere. Laut einer Studie des Nova-Instituts hat sich die Produktion von biobasierten Polymeren in den letzten Jahren dennoch deutlich professionalisiert und differenziert. Demnach gibt es mittlerweile f\u00fcr praktisch jede Anwendung eine biobasierte Alternative.<\/p>\n<p>Noch haben konventionelle Kunststoffe ihren biobasierten \u201eGeschwistern\u201c aber einiges voraus. Sie sind \u00fcber Jahrzehnte in die Prozesskette der Olefinverarbeitung eingebunden und damit Teil einer hocheffizienten Herstellung und Veredelung. Um sich erfolgreich etablieren zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen biobasierte Kunststoffe deshalb eine gesamte Prozesskette innerhalb einer Bio\u00f6konomie, die f\u00fcr die Produktion der chemischen Grundstoffe sorgt.<\/p>\n<p>Diese Bio\u00f6konomie setzt sowohl auf nachwachsende Rohstoffe als auch auf biobasierte Prozessl\u00f6sungen. Ihr Leitprinzip ist dem Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung zufolge der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, in der Rohstoffe bestm\u00f6glich verwertet und mehrfach genutzt werden.<\/p>\n<p>Reale Beispiele f\u00fcr biobasierte Verpackungen<br \/>\nBeim FNR Wissensforum w\u00e4hrend der Fachpack 2018 nannte Dr. Harald K\u00e4b vom Beratungsunternehmen Narocon die Lebensmittelhersteller Pepsi, Danone und Nestl\u00e9 als Beispiele aus der Praxis. Die Firmen wollen gemeinsam Flaschen aus 100 Prozent biobasiertem PET entwickeln. In den Super- und Discounterm\u00e4rkten f\u00e4nden sich au\u00dferdem bereits viele Verpackungen, die aus biobasierten Kunststoffen und Rezyklat hergestellt wurden \u2013 zum Beispiel Getr\u00e4nkeflaschen aus Bio-PET, Folien aus Bio-PE, biobasiertem HDPE und Zellulose oder Joghurtbecher aus biobasiertem PLA.<\/p>\n<p>Auch in der Verpackungslogistik ist man bestrebt, Kunststoffbeh\u00e4ltnisse aus biobasierten Materialien einzusetzen. So hat der Kunststoffhersteller Walther Faltsysteme eine biobasierte und wiederverwertbare RFID-Faltbox f\u00fcr automatisierte Intralogistik und Lieferantentransporte im Programm. Dem Unternehmen zufolge sind 100 Uml\u00e4ufe m\u00f6glich, die Boxen seien zwei- bis dreimal wiederverwertbar.<\/p>\n<p>Noch fehlen Standards<br \/>\nDennoch seien auch Biokunststoffe \u201enur\u201c Kunststoffe, betonte Nuse Lack-Ers\u00f6z von der Hochschule Hannover, Institut f\u00fcr Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB), w\u00e4hrend des FNR-Wissensforums 2018. Auch bei biobasierten Polymeren m\u00fcssen Additive eingesetzt werden, um ihre Funktionalit\u00e4t und Verarbeitbarkeit zu gew\u00e4hrleisten, best\u00e4tigt auch Dr. Frank Welle vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV. In der Regel seien dies die gleichen Additive wie bei erd\u00f6lbasierten Polymeren; spezielle Additive ausschlie\u00dflich f\u00fcr biobasierte Polymere seien nicht am Markt.<\/p>\n<p>Lack-Ers\u00f6z bem\u00e4ngelt zudem, dass es noch keine standardisierten Regelwerke gibt, um Biokunststoffe in ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten. Sie empfiehlt deshalb eine harmonisierte Vorgehensweise f\u00fcr konventionelle und Biokunststoffe in Europa, um eruieren zu k\u00f6nnen, wo Vor- und Nachteile liegen. Ihrer Auffassung nach sind Biokunststoffe ebenso zukunftstr\u00e4chtig und nachhaltig wie konventionelle Kunststoffe. Das Problem l\u00e4ge vielmehr im falschen Umgang mit dem Kunststoffabfall.<\/p>\n<p>Recycling von Biokunststoffen<br \/>\nHarald K\u00e4b sieht in diesem Zusammenhang gro\u00dfe Chancen, erd\u00f6lbasierte Verpackungskunststoffe durch solche zu ersetzen, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Rohrzucker, Algen oder den Schalen von Meerestieren erzeugt werden \u2013 gerade weil mit dem neuen Verpackungsgesetz nicht oder schlecht recycelbare Verpackungen teurer geworden sind. K\u00e4b sprach von einer New Plastics Economy, also dem \u00dcbergang von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen, und verglich dies mit dem Wandel der Energiewirtschaft und des Transportwesens.<\/p>\n<p>Ein Vorteil f\u00fcr die Wiederverwertung ist, dass Kunststoffe, die chemisch identisch zu Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen sind, sich beim Recycling wie ihre petrochemischen Pendants verhalten und gemeinsam mit ihnen verwertet werden k\u00f6nnen. W\u00e4re eine biobasierte recycelbare Verpackung, die anteilig aus Rezyklat hergestellt wurde, das wiederum biobasiert ist, dann das ultimative Ziel? Laut K\u00e4b ist das Verpackungsgesetz ein wichtiges Vehikel, um das umzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biokunststoffe k\u00f6nnen die Verpackungsindustrie unabh\u00e4ngiger von erd\u00f6lbasierten Produkten machen. Ihr Anteil am Markt ist aber noch sehr gering. Welche Chancen biobasierte Kunststoffe f\u00fcr die Wirtschaft bieten \u2013 und wo konventionelle Verpackungen noch immer die Nase vorn haben. Trends in der Verpackungsindustrie Derzeit haben biobasierte Polymere eine Gesamtproduktionsmenge von 7,5 Millionen Tonnen und damit zwei Prozent [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10763,10608,10453,12344],"supplier":[10798,187,2937,19232,938,3329,21310,4,1775,15605],"class_list":["post-66597","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biokunststoffe","tag-biooekonomie","tag-recycling","tag-verpackungen","supplier-biokunststoffe-nachhaltig-bina-ifbb","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-danone-dairies-uk","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-fraunhofer-institut-fuer-verfahrenstechnik-und-verpackung-ivv","supplier-narocon","supplier-nestle","supplier-nova-institut-gmbh","supplier-pepsico","supplier-walther-faltsysteme"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66597","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66597"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66597\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66597"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66597"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=66597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}