{"id":66589,"date":"2019-09-17T07:32:43","date_gmt":"2019-09-17T05:32:43","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=66589"},"modified":"2019-09-12T15:22:18","modified_gmt":"2019-09-12T13:22:18","slug":"porsche-geht-mit-biobasierten-werkstoffen-in-kleinserie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/porsche-geht-mit-biobasierten-werkstoffen-in-kleinserie\/","title":{"rendered":"Porsche geht mit biobasierten Werkstoffen in Kleinserie"},"content":{"rendered":"<p>Der Automobilhersteller Porsche nutzt zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug die Vorteile biobasierter Werkstoffe in Herstellung und Anwendung. Der neue 718 Cayman GT4 Clubsport verf\u00fcgt \u00fcber Karosseriebauteile aus Biofaser-Verbundwerkstoffen.<\/p>\n<p>Neue Autos werden durch bessere Sicherheitsfunktionen und mehr Elektronik immer schwerer. Mit dem Gewicht steigt auch der Verbrauch, was dem generellen Ziel einer CO2-Reduzierung entgegensteht. Bei E-Autos spielt das Gewicht ebenfalls eine gro\u00dfe Rolle, denn um die\u00a0Reichweite von E-Autos zu erh\u00f6hen, braucht es gr\u00f6\u00dfere und damit schwerere Batterien. Wirkliche Effizienz gehe daher bei E-Autos nur mit neuen Entwicklungen im Leichtbau einher. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey m\u00fcsse der Anteil von Leichtbauteilen in Autos bis zum Jahr 2030 von 30 auf 70 Prozent steigen, um das h\u00f6here Fahrzeuggewicht durch E-Antrieb und Motortechnik zu kompensieren. Die L\u00f6sung daf\u00fcr sind bisher Leichtbaust\u00e4hle und mit Kohlenstofffasern verst\u00e4rkte Kunststoffe. Doch diese bringen auch Nachteile mit sich. Zum einen sind die technischen Herausforderungen bei Verarbeitung, Reparatur und Recycling sehr hoch. Zum anderen ist die Herstellung dieser Materialien sehr energieintensiv, was den positiven Umweltaspekt der Gewichtsersparnis wieder tr\u00fcbt.<\/p>\n<p>Gute Erg\u00e4nzung zu Carbonfasern<br \/>\nDas Fraunhofer-Institut f\u00fcr Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI suchte daher nach alternativen Faserstoffen und pr\u00fcfte verf\u00fcgbare \u00f6kologische Materialien auf ihre technischen Eigenschaften, ihre Verf\u00fcgbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Als L\u00f6sung pr\u00e4sentierte sich naturfaserverst\u00e4rkter Kunststoff. Pflanzenfasern als Bestandteile von Bioverbundwerkstoffen seien laut dem Fraunhofer-Institut eine nachhaltige Alternative f\u00fcr leichte Fahrzeugkarosserien. Durch den biogenen Anteil verbessern sie die \u00f6kologische Bilanz der industriellen Hochleistungsverbundwerkstoffe w\u00e4hrend der Herstellungs-, Gebrauchs- und Entsorgungsphase. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen vorteilhaft, denn Naturfasern aus Flachs, Hanf, Holz oder Jute sind g\u00fcnstiger als Carbonfasern und ben\u00f6tigen weniger Energie bei der Herstellung. Hinzu kommen noch Vorteile in der industriellen Verarbeitung und der Anwendung im Fahrzeug, denn durch ihre nat\u00fcrlich gewachsene Struktur bieten die Bioverbundwerkstoffe gute akustische D\u00e4mpfungseigenschaften und eine geringe Splitterneigung, was bei Unf\u00e4llen von Vorteil ist.<\/p>\n<p>Porsche geht in Serie<br \/>\nGemeinsam mit Porsche Motorsport erprobten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer WKI zun\u00e4chst bei einem Porsche Cayman GT4 Clubsport biobasierte Werkstoffe unter Extrembedingungen auf deren Serientauglichkeit.\u00a0Das &#8220;Bioconcept-Car&#8221; ist seit 2015 bereits in dritter Generation auf der Rennstrecke unterwegs. Die Erfahrungen flossen in die Materialentwicklung f\u00fcr die Bauteile des neuen 718 Cayman GT4 Clubsport ein \u2013 des ersten in Serie produzierten Autos, das \u00fcber Karosserieteile aus einem Biofaser-Verbundwerkstoff verf\u00fcgt. Fahrer- und Beifahrert\u00fcr sowie der Heckfl\u00fcgel sind aus einem Naturfasermix hergestellt. Mit 1320 Kilogramm ist der Cayman ein echtes Leichtgewicht. Hier kommt die im Vergleich mit Stahl hohe Gewichtseinsparung von bis zu 60 Prozent bei den T\u00fcren durch Bioverbundwerkstoffen zum Tragen. Der Verbundstoff besteht aus einem duroplastischen, polymeren Matrixsystem, das mit Naturfasern verst\u00e4rkt wird. Mit den exakt herstellbaren Abmessungen ist eine problemlose und qualit\u00e4tssichernde Verarbeitung auch in der Kombination mit anderen, herk\u00f6mmlich hergestellten Bauteilen m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Automobilhersteller Porsche nutzt zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug die Vorteile biobasierter Werkstoffe in Herstellung und Anwendung. Der neue 718 Cayman GT4 Clubsport verf\u00fcgt \u00fcber Karosseriebauteile aus Biofaser-Verbundwerkstoffen. Neue Autos werden durch bessere Sicherheitsfunktionen und mehr Elektronik immer schwerer. Mit dem Gewicht steigt auch der Verbrauch, was dem generellen Ziel einer CO2-Reduzierung entgegensteht. 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