{"id":66580,"date":"2019-09-17T07:26:32","date_gmt":"2019-09-17T05:26:32","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=66580"},"modified":"2021-09-09T21:27:09","modified_gmt":"2021-09-09T19:27:09","slug":"ptx-braucht-nachhaltigkeitsregeln-zusaetzlicher-erneuerbarer-strom-zentral-fuer-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ptx-braucht-nachhaltigkeitsregeln-zusaetzlicher-erneuerbarer-strom-zentral-fuer-klimaschutz\/","title":{"rendered":"PtX braucht Nachhaltigkeitsregeln: zus\u00e4tzlicher erneuerbarer Strom zentral f\u00fcr Klimaschutz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/oekoinstitut\/48346762761\/in\/album-72157709574720357\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-66581\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.25.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2019-09-12 um 14.07.25\" width=\"524\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.25.png 885w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.25-300x224.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.25-600x449.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 524px) 100vw, 524px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Energietr\u00e4ger, die aus Strom hergestellt werden, so genannte Power-to-X (PtX), sind nicht per se klimafreundlich und nachhaltig. Nur wenn sie mit zus\u00e4tzlichem erneuerbaren Strom und CO<sub>2<\/sub> aus der Luft oder der Biomassenutzung erzeugt werden, ist eine positive Wirkung f\u00fcr den Klimaschutz gegeben. F\u00fcr die PtX-Produktion sollten deshalb von Anfang an verbindliche und ambitionierte Nachhaltigkeitsregeln gelten. Das schafft zugleich langfristige Investitionssicherheit f\u00fcr PtX-Anlagen.<\/strong><\/p>\n<p>Welche Kriterien f\u00fcr die nachhaltige Herstellung von PtX gelten sollten, zeigt ein <a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/fileadmin\/oekodoc\/Impulspapier-soz-oek-Kriterien-e-fuels.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Impulspapier des \u00d6ko-Instituts<\/a> im Auftrag des Bunds f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).<\/p>\n<h3>1. Zus\u00e4tzliche erneuerbare Energien am wichtigsten f\u00fcr Klimaschutz<\/h3>\n<p>PtX tragen nur dann zum Klimaschutz bei, wenn sie aus zus\u00e4tzlich erzeugtem erneuerbaren Strom produziert werden. Andernfalls k\u00f6nnen sie eine schlechtere CO<sub>2<\/sub>-Bilanz als fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Diesel haben.<\/p>\n<p>Beim heutigen Strommix in Deutschland mit 474 Gramm CO<sub>2<\/sub> pro Kilowattstunde Strom (g CO<sub>2<\/sub>\/kWh) kommen PtX je nach Wirkungsgrad auf eine CO<sub>2<\/sub>-Bilanz von 700 bis 1.100 g CO<sub>2<\/sub>\/kWh. Zum Vergleich: Wird Erdgas direkt verbrannt, entstehen rund 240 g CO<sub>2<\/sub>\/kWh, bei fossilem Diesel sind es rund 300 g CO<sub>2<\/sub>\/kWh. Kommen nur zus\u00e4tzliche erneuerbare Energien zum Zuge, k\u00f6nnen die PtX ann\u00e4hernd vollst\u00e4ndig klimaneutral hergestellt werden.<\/p>\n<h3>2. Herkunft des CO<sub>2<\/sub> essentiell f\u00fcr Nachhaltigkeit<\/h3>\n<p>Das zweite Kriterium f\u00fcr die Klimaschutzwirkung von PtX: die CO<sub>2<\/sub>-Quelle. Um aus dem Wasserstoff, der \u00fcber den Strom hergestellt wurde, fl\u00fcssige oder gasf\u00f6rmige Energietr\u00e4ger (E-Fuels, E-Methan etc.) herzustellen, wird zus\u00e4tzlich CO<sub>2<\/sub> ben\u00f6tigt. Nur wenn das CO<sub>2<\/sub> aus der Luft oder aus Prozessen der Nutzung nachhaltiger Biomasse stammt, entstehen keine Treibhausgasemissionen. Nur so wird ein CO<sub>2<\/sub>-Kreislauf mit der Umgebungsluft m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wird stattdessen CO<sub>2<\/sub> aus Industrieprozessen f\u00fcr die Herstellung des PtX eingesetzt, besteht das Risiko die Emissionsminderung im Industriesektor zu verlangsamen. PtX-Anlagen laufen 20 Jahre und mehr. Und f\u00fcr diesen Zeitraum verliert die Industrieanlage, die das CO<sub>2<\/sub> liefert, den Anreiz zur CO<sub>2<\/sub>-Minderung. Zudem erhalten die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus Industrieprozessen so einen Wert als Rohstoff f\u00fcr die Herstellung der PtX \u2013 dies kann die Wirkung des EU-Emissionshandels (EU ETS) beeinflussen, der die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen von Anlagen zur Stromerzeugung und der Industrie langfristig reduzieren soll.<\/p>\n<p>\u201eErh\u00e4lt das CO<sub>2<\/sub>, das eigentlich gemindert werden soll, nun einen Preis, setzt das die falschen Anreize und kann den Emissionshandel konterkarieren\u201c, sagt Peter Kasten, Experte f\u00fcr strombasierte Energietr\u00e4ger am \u00d6ko-Institut. Wenn CO<sub>2<\/sub> aus Industrieprozessen f\u00fcr die PtX-Herstellung genutzt werden soll, braucht es laut \u00d6ko-Institut daf\u00fcr eine Regulierung.<\/p>\n<p>Kasten erg\u00e4nzt: \u201eWir sollten bei PtX nicht dieselben Fehler machen wie bei den Biokraftstoffen. Nur wenn von Anfang an sichergestellt ist, dass PtX wirklich Treibhausgase reduzieren, sollten sie gef\u00f6rdert werden. Das sorgt auch daf\u00fcr, dass die Industrie wei\u00df, in welche Konzepte sie langfristig investieren muss.\u201c<\/p>\n<h3>3. Wasser und Fl\u00e4che: \u00d6kologische und soziale Hotspots monitoren<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Herstellung des Wasserstoffs wird neben CO<sub>2<\/sub> auch Wasser ben\u00f6tigt. Werden PtX in L\u00e4ndern hergestellt, wo schon heute Wassermangel herrscht, kann das negative Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit der Energietr\u00e4ger haben. Auch die Inanspruchnahme der Fl\u00e4chen, auf denen zus\u00e4tzliche erneuerbare Energien wie Solar- oder Windenenergieanlagen entstehen, m\u00fcssen unter \u00f6kologischen und sozialen Gesichtspunkten in die Gesamtbilanz einbezogen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/oekoinstitut\/48378513216\/in\/album-72157709574720357\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-66582\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.46.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2019-09-12 um 14.07.46\" width=\"535\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.46.png 886w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.46-300x223.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/09\/Bildschirmfoto-2019-09-12-um-14.07.46-600x447.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Welche sozialen und \u00f6kologischen Wirkungen auf lokaler Ebene durch die PtX-Herstellung entstehen, muss deshalb Bestandteil eines Nachhaltigkeitsmonitorings sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Kriterien f\u00fcr eine nachhaltige Nutzung von PtX eingehalten werden.<\/p>\n<p>Das Impulspapier wurde finanziert \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.kopernikus-projekte.de\/projekte\/power-to-x\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kopernikus-Projekt P2X<\/a>, welches durch das Bundesministerium f\u00fcr Forschung und Bildung gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Impulspapier \u201e<a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/fileadmin\/oekodoc\/Impulspapier-soz-oek-Kriterien-e-fuels.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kein Selbstl\u00e4ufer: Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch PtX<\/a>\u201c des \u00d6ko-Instituts<\/p>\n<p>Studie \u201e<a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/fileadmin\/oekodoc\/Stakeholder-Positionen-e-fuels.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Positionen zur Nutzung strombasierter Fl\u00fcssigkraftstoffe (efuels) im Verkehr<\/a>\u201c des \u00d6ko-Instituts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Energietr\u00e4ger, die aus Strom hergestellt werden, so genannte Power-to-X (PtX), sind nicht per se klimafreundlich und nachhaltig. 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