{"id":6651,"date":"2004-01-13T00:00:00","date_gmt":"2004-01-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040113-01n"},"modified":"2004-01-13T00:00:00","modified_gmt":"2004-01-12T22:00:00","slug":"durchschriften-oekologisch-und-kostenguenstig-dank-biodiesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/durchschriften-oekologisch-und-kostenguenstig-dank-biodiesel\/","title":{"rendered":"Durchschriften &#8211; \u00f6kologisch und kosteng\u00fcnstig dank Biodiesel!"},"content":{"rendered":"<p>Biodiesel soll bei Selbstdurchschreibepapieren in Zukunft f\u00fcr die n\u00f6tige Farbreaktion sorgen. Die Papierfabrik <a href=\"http:\/\/www.koehler-ag.de\/\" >August Koehler AG<\/a> testete mit Erfolg erstmals den teilweisen Ersatz bislang fossiler \u00d6le durch Raps\u00f6lprodukte. Mit Unterst\u00fctzung der <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<\/a> werden die Ergebnisse der Laborversuche jetzt im Gro\u00dfversuch industriell umgesetzt. <\/p>\n<p>Ob \u00dcberweisung, Meldebogen oder im unerfreulichsten Fall Kn\u00f6llchen, mit Selbstdurchschreibepapieren hat wohl jeder immer wieder zu tun. Dabei ist es l\u00e4ngst nicht mehr das Kohlepapier von einst, das f\u00fcr den Abdruck des Originals auf einer oder mehreren Unterschichten sorgt. Der Durchschlag ist heute in der Regel das Resultat einer Reaktion zwischen unterschiedlichen Papierbeschichtungen. <\/p>\n<p>Eine entscheidende Rolle spielen dabei Mikrokapseln auf der Blattunterseite des Originals. Die 3 bis 6 Mikrometer gro\u00dfen K\u00fcgelchen sind in der Regel mit einem L\u00f6ser- und einem Verd\u00fcnner\u00f6l auf Mineral\u00f6lbasis gef\u00fcllt. Wird das Formular ausgef\u00fcllt, sorgt der Druck des Stifts daf\u00fcr, dass die Mikrokapseln zerplatzen. Im L\u00f6ser\u00f6l enthaltene farblose, schwarz, rot, orange, gr\u00fcn oder blau reagierende Farbbildner werden freigesetzt und von der \u00d6lmischung verteilt. Erst mit dem Farbentwickler auf dem Nehmerpapier k\u00f6nnen sie farbig reagieren und die Durchschrift kommt zustande.<\/p>\n<p>Die guten Eigenschaften von Pflanzen\u00f6len und ihr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringer Preis f\u00fchrten schon fr\u00fcher dazu, dass Papierhersteller damit experimentierten. Da die Durchschriften jedoch von erheblich schlechterer Qualit\u00e4t waren, finden die \u00d6le in der Praxis bislang kaum Verwendung. Dr. Nikolaus Grainer von der Papierfabrik August Koehler AG wollte sich damit nicht abfinden. Er schlug der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) vor, Versuche mit Biodiesel durchzuf\u00fchren und damit bessere Qualit\u00e4ten zu erzielen. Bei erfolgreichem Abschluss des Vorhabens k\u00f6nnten europaweit mehrere Tausend Tonnen Mineral\u00f6le durch Biodiesel ersetzt werden, rechnete Grainer der FNR vor &#8211; ein Potenzial, das eine Unterst\u00fctzung des Projekts mit Bundesmitteln rechtfertigte. <\/p>\n<p>Seit Mai 2003 arbeitet Grainer im Labor daran, die richtigen \u00d6lmischungen und technischen Einstellungen zu finden, um das Verfahren maschinell umsetzen zu k\u00f6nnen. Die Kapsel\u00f6le sollen dabei zu m\u00f6glichst gro\u00dfen Anteilen durch Biodiesel ersetzt werden. Kein einfaches Unterfangen bei der Vielzahl an Einflussfaktoren. <\/p>\n<p>Auch die Schriftfarbe beeinflusst die Biodieselmenge in der Kapsel: W\u00e4hrend bei blau schreibenden Papieren relativ hohe Biodieselkonzentrationen m\u00f6glich sind, kann bei schwarzen Durchschriften nur eine geringe Menge beigemischt werden. Da letztere jedoch am h\u00e4ufigsten ben\u00f6tigt werden und die Laborversuche gute Ergebnisse lieferten, ging Grainer im Dezember 2003 mit schwarzen Durchschreibepapieren an den Gro\u00dfversuch. In der Streichmaschine wurden dabei Kapseln mit der ermittelten Idealmischung auf das Papier aufgetragen. <\/p>\n<p>Rund 140 Tonnen Selbstdurchschreibepapiere wurden in zwei Werken der Papierfabrik August Koehler AG mit Biodiesel hergestellt. Einen Tag lang war ein leichter Frittengeruch zu erschnuppern, der bei der Produktion der Kapseln entsteht, am Produkt selbst jedoch nicht haften bleibt. Auch sonst lie\u00df sich kein Unterschied zu bisherigen Papieren feststellen. Die Versuchspapiere funktionierten wie geplant und wichen auch in verschiedenen Klimatests und dem entscheidenden Offset- Bedruckbarkeitstest nicht vom Standard ab.<\/p>\n<p>Die Papierfabrik August Koehler AG wird die Papiere jetzt in ausgew\u00e4hlten Druckereien in das normale Tagesgesch\u00e4ft einflie\u00dfen lassen und erh\u00e4lt so die R\u00fcckmeldung \u00fcber irgendwelche Besonderheiten im Praxiseinsatz. &#8220;Wenn alles gut l\u00e4uft und die Qualit\u00e4t stimmt, werden wir die Papiere in ein paar Monaten generell mit Biodiesel herstellen und ganz normal an die Druckereien weiterverkaufen&#8221;, plant Grainer. Dort erst werden die eigentlichen Formulare hergestellt, denen der Endkunde die \u00f6kologischen Qualit\u00e4ten nicht anmerken wird. Denn sie sind im Rahmen des Vorhabens f\u00fcr die Koehler AG nur ein Argument, geht das Unternehmen doch davon aus, dass sich die Beschichtungskosten durch das Pflanzen\u00f6lprodukt um etwa 10 Prozent reduzieren lassen.<\/p>\n<p><b>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<\/b><br \/>V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Sch\u00fctte<br \/>Hofplatz 1 <br \/>18276 G\u00fclzow <br \/>Tel.: 03843-69 30-0  <br \/>Fax: 03843-69 30-102 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@fnr.de\">info@fnr.de<\/a> <br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >http:\/\/www.fnr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biodiesel soll bei Selbstdurchschreibepapieren in Zukunft f&uuml;r die n&ouml;tige Farbreaktion sorgen. 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