{"id":66192,"date":"2019-09-03T06:43:34","date_gmt":"2019-09-03T04:43:34","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=66192"},"modified":"2021-09-09T21:27:17","modified_gmt":"2021-09-09T19:27:17","slug":"wie-funktioniert-power-to-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-funktioniert-power-to-x\/","title":{"rendered":"Wie funktioniert Power-to-X?"},"content":{"rendered":"<p>Power-to-X, P2X, P2Y, PtX, power-to-gas, \u2026 Die etwas kryptischen Bezeichnungen und Abk\u00fcrzungen stehen f\u00fcr technische Verfahren zur Speicherung von Energie, die gerade erst entwickelt werden. Im Idealfall werden sie dazu beitragen, Emissionen bei der Stromerzeugung zu reduzieren und Klimaziele einzuhalten. Ob das klappen wird, ist noch offen.<\/p>\n<p>Erneuerbare Energiequellen produzieren nicht immer gleich viel Strom. Scheint die Sonne, gibt es viel Solarenergie. Ist es windig, produzieren Windr\u00e4der \u00fcberdurchschnittlich viel Strom. Dieser Energie\u00fcberschuss soll aber nicht verloren gehen, sondern f\u00fcr flauere Zeiten gespeichert werden. Dadurch soll die Stromversorgung durch erneuerbare Energien stabilisiert werden.<\/p>\n<p>Was steckt dahinter?<\/p>\n<p>Hinter Power-to-X, das oft mit PtX oder P2X abgek\u00fcrzt wird, stecken verschiedenen Technologien, die eben diese tempor\u00e4ren Strom\u00fcbersch\u00fcsse aus erneuerbaren Quellen speichern k\u00f6nnen. Power, oder P, steht dabei f\u00fcr den Strom\u00fcberschuss. X ist ein Platzhalter f\u00fcr die Energieform, in die der elektrische \u00dcberschuss gewandelt wird, um ihn zu speichern. Das Y in P2Y meint einen m\u00f6glichen Verwendungszweck f\u00fcr den \u00dcberschuss.<\/p>\n<p>Aktuell erforschen Wissenschaftler Methoden, Strom\u00fcbersch\u00fcsse zur Speicherung in Gase, Fl\u00fcssigkeiten oder Hitze umzuwandeln. Diese Verfahren werden auch Power-to-Gas (mit PtG abgek\u00fcrzt), Power-to-Heat (PtH) oder Power-to-Liquid (PtL) genannt.<\/p>\n<p>Besonderes Potenzial rechnen Forscher und Politiker dem Verfahren zu, in dem \u00fcbersch\u00fcssiger Strom in Wasserstoff-Gas umgewandet wird. Traditionell wird Wasserstoff aus Erdgas gewonnen \u2013 ein fossiler Brennstoff, der viel CO2 freisetzt. Bei Power-to-Gas wird Wasserstoff hingegen aus Wasser gewonnen, indem es durch Elektrolyse in seine Bestandteile Wasser- und Sauerstoff aufgebrochen wird.<\/p>\n<p>Der somit k\u00fcnstlich gewonnene Wasserstoff k\u00f6nnte in der Zukunft die Gasindustrie umweltfreundlich machen. Er k\u00f6nnte aber auch zum Heizen oder zum Antrieb von Flugzeugen oder Schiffen gen\u00fctzt werden oder sogar in Kraftstoffe, wie synthetischen Diesel oder Benzin, weiterverarbeitet werden.<\/p>\n<p>Was ist das Problem?<\/p>\n<p>Um einen elektrischen \u00dcberschuss in ein Speichermedium, wie Wasserstoff, umwandeln zu k\u00f6nnen, ist viel Energie n\u00f6tig. Nur wenn die Energie f\u00fcr das Power-to-X-Verfahren ebenfalls aus erneuerbaren Quellen kommt, k\u00f6nnte das Verfahren tats\u00e4chlich die Energiewende voranbringen, sagen Umweltschutzorganisationen. Komme der Strom, auch nur teilweise, aus nicht-erneuerbaren Quellen, k\u00f6nnte die CO2-Bilanz von Power-to-X noch schlechter sein als bei fossilen Brennstoffen.<\/p>\n<p>Auch die Weiterverarbeitung von k\u00fcnstlich gewonnenem Wasserstoff in Kraftstoffe k\u00f6nne sich negativ auf die Umwelt auswirken, so Umweltsch\u00fctzer. Um das Gas in synthetisches Methan oder Benzin umzuwandeln, muss Kohlenstoffdioxid beigemengt werden. Das wird aktuell \u00fcberwiegend aus fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Erd\u00f6l oder Erdgas, gewonnen. Gr\u00fcne Alternativen g\u00e4be es keine, denn auch die CO2-Gewinnung aus Holz sei nicht ausreichend nachhaltig. Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu filtern, w\u00e4re denkbar, die Technik daf\u00fcr sei aber noch nicht weit genug.<\/p>\n<p>Umweltschutzorganisation fordern daher einen vorsichtigen Umgang mit den neuen Verfahren und klare Regeln von der Politik f\u00fcr die F\u00f6rderung der Forschung. Zus\u00e4tzlich m\u00fcsse kontrolliert werden, ob importierte PtX-Produkte nachhaltig gewonnen werden.<\/p>\n<p>\u201eWir sollten bei PtX nicht die selben Fehler machen wie bei den Biokraftstoffen. Nur wenn von Anfang an sichergestellt ist, dass PtX wirklich Treibhausgase reduziert, sollten sie gef\u00f6rdert werden\u201c, sagt Peter Kasten vom deutschen \u00d6ko-Institut. Biokraftstoffe wurden anfangs als L\u00f6sung des Abgasproblems gefeiert. Heute stehen sie in der Kritik, Rodungen und Nahrungsmittelunsicherheit zu f\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Power-to-X, P2X, P2Y, PtX, power-to-gas, \u2026 Die etwas kryptischen Bezeichnungen und Abk\u00fcrzungen stehen f\u00fcr technische Verfahren zur Speicherung von Energie, die gerade erst entwickelt werden. Im Idealfall werden sie dazu beitragen, Emissionen bei der Stromerzeugung zu reduzieren und Klimaziele einzuhalten. Ob das klappen wird, ist noch offen. Erneuerbare Energiequellen produzieren nicht immer gleich viel Strom. 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