{"id":66106,"date":"2019-09-02T07:26:48","date_gmt":"2019-09-02T05:26:48","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=66106"},"modified":"2019-08-28T15:12:43","modified_gmt":"2019-08-28T13:12:43","slug":"kunststoff-aus-pflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoff-aus-pflanzen\/","title":{"rendered":"Kunststoff aus Pflanzen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_66109\" aria-describedby=\"caption-attachment-66109\" style=\"width: 196px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fileadmin\/news\/fnr\/2019\/PM_2019-24_Kunststoff_aus_Pflanzen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66109 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/csm_PM_2019-24_Kunststoff_aus_Pflanzen_6e2ace7ece.jpg\" alt=\"csm_PM_2019-24_Kunststoff_aus_Pflanzen_6e2ace7ece\" width=\"196\" height=\"166\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-66109\" class=\"wp-caption-text\">Anilin: k\u00fcnftig aus nachwachsenden Rohstoffen? Quelle: \u00a9Saimanfoto &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Anilin ist eine wichtige Grundchemikalie zur Herstellung u.a. von Farbstoffen und Pigmenten, von Medikamenten, aber auch von Synthesekautschuk. In erster Linie wird es jedoch in einem mehrstufigen Prozess zu Polyurethanen weiterverarbeitet. Diese Kunststoffklasse dient zum Beispiel der D\u00e4mmung von Geb\u00e4uden und K\u00fchlger\u00e4ten. Aktuell wird Anilin \u2013 noch \u2013 vollst\u00e4ndig aus petrochemischen Rohstoffen produziert.<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong> Das kann sich \u00e4ndern: Seit 2012 arbeitet der Werkstoffhersteller Covestro daran, Anilin auch aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Das Unternehmen z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Produzenten von Komponenten f\u00fcr Polyurethane und hat einen entsprechend hohen Bedarf an Anilin. Die Forschung und Entwicklung von biobasiertem Anilin wird mit finanzieller Unterst\u00fctzung des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) durchgef\u00fchrt.<\/strong><\/p>\n<p>Covestro mit Sitz in Leverkusen hat zusammen mit Partnern einen zweistufigen Prozess entwickelt, um Anilin aus pflanzlicher Biomasse zu gewinnen. Im ersten Schritt wird der eingesetzte nachwachsende Rohstoff (ein industrieller Zucker) fermentativ zu einer Anilin-Vorstufe umgesetzt. Daran schlie\u00dft sich im zweiten Schritt die chemo-katalytische Umwandlung zu biobasiertem Anilin an. Im Vorhaben Bio4PUR gelang die Herstellung der Anilin-Vorstufe im Laborma\u00dfstab mit einem Fermentationsvolumen von bis zu 100 l.<\/p>\n<p>Mit dem jetzt gestarteten Anschlussprojekt Bio4PURPro soll der Prozess nun in eine Mini-Plant-Anlage \u00fcberf\u00fchrt werden. Zun\u00e4chst ist vorgesehen, den eingesetzten mikrobiologischen Stamm zu optimieren, um Ausbeuten und Titer der Anilin-Vorstufe zu erh\u00f6hen. In diesem Zusammenhang wird untersucht, inwieweit sich neben industriellem Zucker andere, preisg\u00fcnstige nachwachsende Rohstoffe (St\u00e4rke, Lignocellulose, z. B. aus Stroh) als Ausgangsstoffe f\u00fcr den Prozess eignen. Im n\u00e4chsten Schritt muss dann die Eignung des biobasierten Anilins zur Polyurethan-Synthese nachgewiesen werden. Ganz entscheidend ist es f\u00fcr Covestro, auf Basis der Mini-Plant belastbare Daten f\u00fcr die Planung, den Bau und den Betrieb einer m\u00f6glichen industriellen Demonstrationsanlage zu generieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der dreij\u00e4hrigen F\u00f6rderphase arbeitet Covestro mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammen: Die Bayer AG, das Institut f\u00fcr Mikrobiologie (IMB) und die CellTuneTechnologies der Universit\u00e4t Stuttgart sowie das Institut f\u00fcr Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf sind Partner im Projekt. Dar\u00fcber hinaus leisten die Bayer AG und das CAT Catalytic Center an der RWTH Aachen Unterst\u00fctzung in der Prozessentwicklung.<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben Bio4PURPro ist ein weiterer Entwicklungsschritt auf dem Weg zu vollst\u00e4ndig biobasiertem Anilin und damit auch biobasiertem Polyurethan im industrierelevanten Ma\u00dfstab. Den hohen Innovationsgehalt der Forschungsarbeiten verdeutlicht auch die Pr\u00e4mierung im Wettbewerb \u201eAusgezeichnete Orte im Land der Ideen\u201c im Juni 2018. Dieser Innovationspreis wird j\u00e4hrlich von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft vergeben.<\/p>\n<p>Erste Analysen zeigen ein hohes \u00f6kologisches Potenzial der biobasierten Anilin-Produktion. Die Umstellung auf eine nachwachsende Rohstoff-Basis w\u00fcrde sowohl deutliche Einsparungen beim fossilen Ressourcenverbrauch als auch bei den CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bedeuten.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert. Informationen und Ansprechpartner stehen auf fnr.de unter dem F\u00f6rderkennzeichen 22019918 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Informationen zum Vorl\u00e4ufervorhaben sind auf fnr.de unter dem F\u00f6rderkennzeichen 22010215 zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anilin ist eine wichtige Grundchemikalie zur Herstellung u.a. von Farbstoffen und Pigmenten, von Medikamenten, aber auch von Synthesekautschuk. In erster Linie wird es jedoch in einem mehrstufigen Prozess zu Polyurethanen weiterverarbeitet. Diese Kunststoffklasse dient zum Beispiel der D\u00e4mmung von Geb\u00e4uden und K\u00fchlger\u00e4ten. Aktuell wird Anilin \u2013 noch \u2013 vollst\u00e4ndig aus petrochemischen Rohstoffen produziert. 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