{"id":65747,"date":"2019-08-20T07:29:49","date_gmt":"2019-08-20T05:29:49","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=65747"},"modified":"2019-08-20T09:34:26","modified_gmt":"2019-08-20T07:34:26","slug":"naehrstoffgemeinschaften-fuer-zukunftsfaehige-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naehrstoffgemeinschaften-fuer-zukunftsfaehige-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"N\u00e4hrstoffgemeinschaften f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein neues Verbundprojekt \u201eRUN\u201c (Rural Urban Nutrient Partnership, N\u00e4hrstoffgemeinschaften f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft) hat die Arbeit aufgenommen. Unter der Projektkoordination des Instituts f\u00fcr Siedlungswasserbau, Wasserg\u00fcte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universit\u00e4t Stuttgart entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zusammen mit Praxispartnern Systeml\u00f6sungen mit dem Ziel, N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe zwischen Stadt und Land zu schlie\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Welt braucht den effizienten Umgang mit Ressourcen. Auch die Landwirtschaft ist angehalten, neue Wege einer ressourcenschonenden Nahrungsmittelproduktion zu gehen. Das betrifft nicht nur landwirtschaftliche Produktions- und Wirtschaftsweisen, sondern auch ein Wandel in der Konsumweise der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung sowie innovative Verwertungsverfahren f\u00fcr Bioabf\u00e4lle und h\u00e4usliche Abw\u00e4sser. In dem Projekt RUN erarbeiten Forscherinnen und Forscher mit zwei Industriepartnern und einem assoziierten Praxispartner ein Konzept f\u00fcr die Kreislaufschlie\u00dfung durch N\u00e4hrstoffgemeinschaften zwischen st\u00e4dtischen Bewohnerinnen und Bewohner und landwirtschaftlicher Erzeugung. RUN ist eines von acht Projekten des Forschungsvorhabens \u201eAgrarsysteme der Zukunft\u201c im Rahmen der \u201eNationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030\u201c. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) unterst\u00fctzt das zun\u00e4chst dreij\u00e4hrige Projekt mit gut 4,2 Millionen Euro.<\/p>\n<h3>Reallabor \u2013 Sozio-technisches Experiment unter Echtzeitbedingungen<\/h3>\n<p>Der Aufbau des Projekts gleicht einem Reallabor: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen am Standort Heidelberg eine Pilotanlage und einen Erfahrungsraum aufbauen. Dort k\u00f6nnen die neuen Technologien unter Echtzeitbedingungen und mit der Beteiligung von Akteuren erprobt werden.<\/p>\n<p>Projektkoordinator Prof. Martin Kranert vom Lehrstuhl f\u00fcr Abfallwirtschaft und Abluft des ISWA: \u201eRUN verkn\u00fcpft Technologien, Stoffstrom-Modelle, systemische Szenarioanalyse und sozialwissenschaftlich-partizipative Methoden miteinander\u201c.<\/p>\n<h3>Verwertungsprodukte und deren Umweltauswirkungen unter der Lupe<\/h3>\n<p>In einem Teilmodul werden Konzepte und Technologien erarbeitet, um N\u00e4hrstoffe aus Bioabfall und h\u00e4uslichem Abwasser zu einem sicheren und wirksamen Design-D\u00fcngemittel f\u00fcr die Landwirtschaft zu entwickeln. Geplant ist der Bau einer Pilotanlage in einem st\u00e4dtischen Wohnquartier in Heidelberg, um die Umsetzung der N\u00e4hrstoffr\u00fcckf\u00fchrung aus der Stadt in einem kurzen Kreislauf in die Landwirtschaft zu demonstrieren. Die k\u00fcnftigen Recyclingprodukte m\u00fcssen eine sichere Verwendung gew\u00e4hrleisten. Methoden der R\u00fcckgewinnung werden deshalb in Laborversuchen getestet, N\u00e4hrstoffbilanzen kalkuliert und Produkte wie D\u00fcngemittel, Biogas (zur Energiegewinnung), thermisch produzierte Pflanzenkohle und Biokunststoff hergestellt. Weiterhin werden die N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeiten der erzeugten D\u00fcnger f\u00fcr Pflanzen untersucht und die Verwertbarkeit in der Landwirtschaft beurteilt. Mit Hilfe von \u00d6kobilanzen beurteilen RUN-Partner parallel die Umweltauswirkungen der neuen Technologien. An der Entwicklung und Untersuchung der neuen Technologien sind die Siedlungswasser- und Abfallwirtschaftsexpertinnen und &#8211; experten der Universit\u00e4t Stuttgart (ISWA) beteiligt, die Abwasserfachleute der TU Kaiserslautern (TUK), Wissenschaftlerinnen und &#8211; Wissenschaftler f\u00fcr Kulturpflanzenwissenschaften der Universit\u00e4t Hohenheim (IPE), Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Th\u00fcnen-Instituts Braunschweig (TI-AT) sowie die Ingenieurb\u00fcros Bj\u00f6rnsen Beratende Ingenieure GmbH und iat-Ingenieurberatung f\u00fcr Abwassertechnik GmbH.<\/p>\n<h3>Nutzung von D\u00fcngemitteln an konkretem Standort modellieren<\/h3>\n<p>Die Aufgabe eines weiteren Teilmoduls ist eine systemische Analyse f\u00fcr den Einsatz neuer Technologien und Konzepte. Fachleute des Instituts f\u00fcr Landwirtschaftliche Betriebslehre (ILB) und des Instituts f\u00fcr Kulturpflanzenwissenschaften (IPE) der Universit\u00e4t Hohenheim sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Th\u00fcnen-Instituts (TI-AT) bewerten zun\u00e4chst die Rentabilit\u00e4t m\u00f6glicher Konzepte, erstellen \u00d6kobilanzen zur Identifikation von Zielkonflikten und modellieren das regionale N\u00e4hrstoffmanagement. \u00dcber Szenarienanalysen erstellen Besch\u00e4ftigte des Instituts f\u00fcr Landschaftsplanung und \u00d6kologie (ILP\u00d6) der Universit\u00e4t Stuttgart zusammen mit dem ISWA und dem Institut f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse (KIT-ITAS) au\u00dferdem Modelle, die Gunstr\u00e4ume aber auch die Auswirkungen auf die \u00f6rtliche Infrastruktur, Wirtschaft und Umwelt abbilden. M\u00fcnden werden die Szenarienanalysen in ein Systemmodell, das ganzheitlich die Art und Mengen der zu erwartenden Stofffl\u00fcsse aufzeigt. Mit Hilfe des Systemmodells beurteilen die Forschenden, ob es etwa Nutzungs- oder Zielkonflikte gibt. Auch \u00dcbertagungsm\u00f6glichkeiten auf andere Regionen werden somit \u00fcberpr\u00fcfbar.<\/p>\n<h3>Nutzerperspektiven f\u00fcr bestm\u00f6gliches Design von Kreisl\u00e4ufen nutzen<\/h3>\n<p>M\u00f6glichen Bed\u00fcrfnissen, Anforderungen, Erfahrungen oder Hemmnis\u00adsen gegen\u00fcber dem Recycling von Abfall und Abwasser in der Land\u00adwirtschaft aus Sicht der Nutzer widmet sich ein drittes Teilmodul. Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universit\u00e4t Heidel\u00adberg (Max-Weber-Institut f\u00fcr Soziologie) und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse (KIT-ITAS) recherchieren Denk- und Verhaltenstraditio\u00adnen sowie einschl\u00e4gige Vorerfahrungen mit \u00e4hnlichen Projekten an anderen Standorten, veranstalten Fokusgruppen, f\u00fchren Befragungen durch und leiten daraus Faktoren ab, die den psychosozialen Umgang mit der Erfassung, Behandlung und Verwertung von Abf\u00e4llen bei den zentralen Nutzergruppen \u201eLandwirte\u201c und \u201est\u00e4dtischen Bewohner\u201c beeinflussen. \u00dcber die empirischen Untersuchungen sollen m\u00f6gliche Vorbehalte der Stadtbewohner gegen\u00fcber ver\u00e4nderten Nutzerschnitt\u00adstellen (z.B. in Form von Vakuumtoiletten) erkannt und mehr \u00fcber die anderen Pr\u00e4ferenzen der Landwirtschaft f\u00fcr D\u00fcngemittel erfahren wer\u00adden. Wie Design-D\u00fcngemittel aus deren Sicht beschaffen sein m\u00fcssen oder unter welchen logistischen und betriebswirtschaftlichen Konditio\u00adnen sie Abnehmer finden, erarbeiten Soziologen aus Heidelberg ge\u00admeinsam mit Agrar\u00f6konomen aus Hohenheim (ILB). Die Erkenntnisse flie\u00dfen fr\u00fchzeitig in die Entwicklung der Konzepte, Raumszenarien und in das Design der Pilotanlage mit Erfahrungsraum ein. Der Erfahrungs\u00adraum soll von der N\u00e4hrstofferzeugung in Haushalten bis zur R\u00fcckf\u00fch\u00adrung in die landwirtschaftliche Erzeugung s\u00e4mtliche Schritte im N\u00e4hr\u00adstoffrecycling sichtbar machen.<\/p>\n<h3>Integration und Kommunikation der Ergebnisse garantieren<\/h3>\n<p>Im Kernmodul f\u00fchren die RUN-Partner unter Federf\u00fchrung des Instituts f\u00fcr Technikfolgenabsch\u00e4tzung und Systemanalyse (KIT-ITAS) die Ergeb\u00adnisse zusammen. Das KIT-ITAS entwickeln in enger Zusammenarbeit mit den Teilmodulen und gemeinsam mit Stakeholdern Nachhaltig\u00adkeitskriterien und bewerten die entwickelten L\u00f6sungen anhand der zu\u00advor ermittelten Daten. Ziel ist, die Nachhaltigkeit der N\u00e4hrstoffgemein\u00adschaften sicherzustellen. Das Forschungszentrum f\u00fcr Globale Ern\u00e4h\u00adrungssicherung und \u00d6kosysteme der Universit\u00e4t Hohenheim (GFE) un\u00adterst\u00fctzt beim Austausch der Ergebnisse innerhalb der Wissenschaft, verbessert die Informationslage und Urteilsbasis f\u00fcr f\u00fcr Entscheidung und sensibilisiert die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe zwischen Stadt und Land. Hierbei ist wichtig, dass sich zum Beispiel st\u00e4dtische Bewoh\u00adnerinnen und Bewohner nicht nur als Konsumenten, sondern auch als Produzenten wertvoller Sekund\u00e4rn\u00e4hrstoffe betrachten. Durch das Zu\u00adsammendenken aller Komponenten dient RUN als Leuchtturmprojekt. Damit k\u00f6nnen die Forschenden \u00fcberpr\u00fcfen, ob sich die Kreislauf- und Ver\u00adwertungskonzepte auch auf andere gr\u00f6\u00dfere Regionen wie z.B. die Met\u00adropolregion Rhein-Neckar \u00fcbertragen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uni-stuttgart.de\/universitaet\/organisation\/personen\/Geyer\/\" target=\"_blank\"> Dr. Hans-Herwig Geyer<\/a><br \/>\nLeitung Hoch\u00adschul\u00adkommu\u00adni\u00adka\u00adtion und Presse\u00adsprecher<br \/>\nTel.: +49 711 685-82555<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:hans-herwig.geyer@hkom.uni-stuttgart.de\" target=\"_blank\">hans-herwig.geyer@hkom.uni-stuttgart.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Verbundprojekt \u201eRUN\u201c (Rural Urban Nutrient Partnership, N\u00e4hrstoffgemeinschaften f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft) hat die Arbeit aufgenommen. 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