{"id":6563,"date":"2003-11-27T00:00:00","date_gmt":"2003-11-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20031127-13n"},"modified":"2003-11-27T00:00:00","modified_gmt":"2003-11-26T22:00:00","slug":"fachtagung-brandenburgs-schnste-buchenwlder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fachtagung-brandenburgs-schnste-buchenwlder\/","title":{"rendered":"Fachtagung: &#8220;Brandenburgs sch&ouml;nste Buchenw&auml;lder&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><b>Auf einer bundesweiten Fachtagung in Chorin bei Eberswalde werden heute und morgen Bewirtschaftungskonzeptionen und Waldbaurichtlinien f\u00fcr Brandenburgs wertvollste Buchenw\u00e4lder vorgestellt. Die Veranstaltung bildet den Abschluss des vom Bundesumweltministerium \u00fcber drei Jahre gef\u00f6rderten Projekts zur naturschutzgerechten Bewirtschaftung dieser W\u00e4lder. &#8220;Erarbeitet wurden Bewirtschaftungsstandards, die uns helfen, Deutschlands sch\u00f6nste Buchenw\u00e4lder zu nutzen und zu sch\u00fctzen.&#8221; <\/b><\/p>\n<p>Rund 200 G\u00e4ste und Experten aus ganz Deutschland nehmen an der Tagung teil, die die Landesanstalt f\u00fcr Gro\u00dfschutzgebiete (LAGS) als Projekttr\u00e4ger und das Agrar- und Umweltministerium Brandenburg gemeinsam ausrichten. <\/p>\n<p>&#8220;Buchenw\u00e4lder sind nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU besonders zu  sch\u00fctzen&#8221;, so Birthler bei der Er\u00f6ffnung der Tagung. &#8220;Aber die Buche hat auch als nachwachsender einheimischer Rohstoff in der holzverarbeitenden Industrie einen guten Ruf. Deshalb kommt es mir darauf an, dass f\u00fcr das Land und die privaten Waldbesitzer praxisnahe L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr die Holzernte bei gleichzeitiger Beachtung der Naturschutzbelange herauskommen.&#8221; Kooperationspartner sind au\u00dferhalb Brandenburgs das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz als Beh\u00f6rde des Bundesumweltministeriums sowie aus Mecklenburg-Vorpommern das Landesamt f\u00fcr Forsten und Gro\u00dfschutzgebiete. <\/p>\n<p><b>Waldbauliche Forderungen<\/b> <br \/>Im Rahmen des mit 400.000 \u20ac gef\u00f6rderten Forschungsvorhabens wurden zw\u00f6lf Wirtschaftsw\u00e4lder und acht aus der Nutzung entlassene Totalreservate (Referenzfl\u00e4chen) in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vergleichend untersucht. <\/p>\n<p>Es ist die umfassendste Studie, die bisher in Tiefland-Buchenw\u00e4ldern erarbeitet wurde. Biologen, Planer und F\u00f6rster stellten fest, worin genau sich Wirtschaftsw\u00e4lder von naturbelassenen Buchenw\u00e4ldern unterscheiden und welche Arten und Strukturen den Wirtschaftsw\u00e4ldern fehlen. Daraus wurden waldbauliche Forderungen und Regeln abgeleitet, mit deren Hilfe die den nat\u00fcrlichen W\u00e4ldern eigene Flora und Fauna auch im Wirtschaftswald dauerhaft \u00fcberleben kann. Dazu geh\u00f6ren Vorgaben f\u00fcr die Menge des im Wirtschaftswald zu belassenden Totholzes, den anzustrebenden Durchmesser der zu nutzenden B\u00e4ume sowie die Anzahl an B\u00e4umen, die dem nat\u00fcrlichen Altern \u00fcberlassen werden sollen. Die Landesforstverwaltung Brandenburg hat bereits wesentliche Ergebnisse des Forschungsprojekts in ihre neuen Waldbaurichtlinien einflie\u00dfen lassen. <\/p>\n<p><b>Einmalige Buchenw\u00e4lder<\/b> <br \/>Buchenw\u00e4lder sind aus globaler Sicht eine der gro\u00dfen Besonderheiten Deutschlands. Sie haben weltweit nur ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, das etwa von Nordfrankreich, S\u00fcdengland und S\u00fcdschweden \u00fcber Deutschland bis auf den Balkan reicht. Deutschland deckt etwa ein Viertel des Weltverbreitungsgebiets ab und ist damit das Kernland des Buchenwaldareals. Buchenw\u00e4lder kommen im Berg- und H\u00fcgelland sowie im Tiefland vor. Die bedeutendsten Naturw\u00e4lder im Tiefland sind die &#8220;Heiligen Hallen&#8221; bei Feldberg (Mecklenburg-Vorpommern) und der &#8220;Faule Ort&#8221; im Biosph\u00e4renreservat Schorfheide-Chorin. <\/p>\n<p>Durch Waldrodung und Umwandlung in Nadelholzforsten sind die Buchenw\u00e4lder in Deutschland auf nur noch 8 Prozent ihres urspr\u00fcnglichen Bestands zusammengeschrumpft. Davon ist nur ein kleiner Teil \u00e4lter als 160 Jahre. Buchen k\u00f6nnen im Tiefland 350 bis 400 Jahre alt werden. Weniger als ein Tausendstel der Buchenwaldfl\u00e4che ist als wirklich naturnah anzusehen und damit ohne Nutzung der nat\u00fcrlichen Entwicklung \u00fcberlassen. <\/p>\n<p><b>Seltene Tierarten<\/b> <br \/>In den heimischen Buchenw\u00e4ldern ist mit allein 750 holzbewohnenden K\u00e4ferarten und \u00fcber 300 holzbesiedelnden Pilzarten zu rechnen. <\/p>\n<p>Viele spezialisierte und hochgradig bedrohte Tierarten kamen urspr\u00fcnglich \u00fcberwiegend oder ausschlie\u00dflich in Buchenw\u00e4ldern vor und sind heute selten. Dazu z\u00e4hlt in Deutschland beispielsweise der Mittelspecht mit noch etwa 20 Prozent des Weltbestands oder der K\u00f6rnerbock, ein etwa 7 Zentimeter langer, in m\u00e4chtigen Buchen-Ruinen lebender Gro\u00dfk\u00e4fer, der in Norddeutschland nur noch in einem winzigen Reliktgebiet in der Schorfheide gefunden wurde. <\/p>\n<p>\u00a9 <a href=\"http:\/\/www.holz.de\/template\/index.cfm\/fuseaction\/directCall\/module\/content\/function\/fuseactionSLASHx_showContentSLASHx_uuidSLASHx_8382FD72-031B-4919-AEAD0C65DD9D91E2SLASHx_hideHeadlineSLASHx_0\/template\/14\/location\/6CAC96C5-18D2-48B0-86F8CE1CE2FCE51B\/sLang\/DE\/lastuuid\/CBDA4C29-6A0F-403D-87C9F60360F043A3\/WAF\/index.htm\" >www.holz.de<\/a> 2003<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Auf einer bundesweiten Fachtagung in Chorin bei Eberswalde werden heute und morgen Bewirtschaftungskonzeptionen und Waldbaurichtlinien f&uuml;r Brandenburgs wertvollste Buchenw&auml;lder vorgestellt. 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