{"id":65459,"date":"2019-08-07T06:41:57","date_gmt":"2019-08-07T04:41:57","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=65459"},"modified":"2021-09-09T21:27:38","modified_gmt":"2021-09-09T19:27:38","slug":"zementindustrie-als-rohstofflieferant-fuer-refuels-flughafen-stuttgart-moeglicher-abnehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zementindustrie-als-rohstofflieferant-fuer-refuels-flughafen-stuttgart-moeglicher-abnehmer\/","title":{"rendered":"Zementindustrie als Rohstofflieferant f\u00fcr reFuels \u2013 Flughafen Stuttgart m\u00f6glicher Abnehmer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Daf\u00fcr m\u00fcssen unter anderem auch Schifffahrt und Flugverkehr gr\u00f6\u00dfere Anstrengungen unternehmen. Deshalb hat das Verkehrsministerium Baden-W\u00fcrttemberg Pilotvorhaben mit der Zementindustrie im Land vereinbart und strebt eine Zusammenarbeit mit dem Landesflughafen Stuttgart f\u00fcr den Einsatz synthetischer Kraftstoffe an.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eNeben dem Verkehr tr\u00e4gt insbesondere die Zementindustrie im Land zu einem erheblichen Aussto\u00df von Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) bei\u201c, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann am Donnerstag in Stuttgart. Er f\u00fcgte hinzu: \u201eDieses CO<sub>2<\/sub> wollen wir nutzen, um damit und mit Hilfe erneuerbarer Energien sogenannte \u201ereFuels\u201c, also klimaneutrale synthetische Kraftstoffe herzustellen. Wie man synthetisches Kerosin im Flugverkehr einsetzen kann, wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Flughafen Stuttgart erproben. Denn der Luftverkehr tr\u00e4gt derzeit noch erheblich zum Klimawandel bei und muss dringend klimafreundlicher werden.\u201c<\/p>\n<p>Vertreter der baden-w\u00fcrttembergischen Zementindustrie, des Industrieverbandes Steine und Erden (ISTE) Baden-W\u00fcrttemberg und des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ) waren bereits vor einigen Wochen mit Experten des Verkehrsministeriums zusammengekommen. Dabei wurde \u00fcber die Gewinnung synthetischer Kraftstoffe aus dem CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df von Zementwerken mit Hilfe erneuerbarer Energie gesprochen.<\/p>\n<p>Die Landesregierung f\u00f6rdert bereits im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft (SDA) das Projekt \u201ereFuels \u2013 Kraftstoffe neu denken\u201c beim Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT). \u201eNun soll das know how aus diesem Projekt dazu beitragen, zu untersuchen wie die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei einem Zementwerk f\u00fcr die Herstellung synthetischer Kraftstoffe genutzt werden k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rten Minister Hermann und Vertreter der Zementindustrie, des ISTE sowie die Projektbeteiligten von KIT und dem Startup-Unternehmen INERATEC.<\/p>\n<p>\u201eWir haben sehr gro\u00dfes Interesse an diesem Thema\u201c, so ISTE-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Beisswenger. \u201eF\u00fcr die Zementindustrie stellen die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen einen unvermeidbaren Aspekt bei der Produktion von Klinker und Zement dar. Denn durch den eingesetzten Kalkstein und durch die notwendige W\u00e4rme in den \u00d6fen entsteht sehr viel CO<sub>2<\/sub>. Wenn es zuk\u00fcnftig gelingen w\u00fcrde, dieses unvermeidliche CO<sub>2<\/sub> in einen Kreislauf zu bringen oder f\u00fcr neue Produkte zu nutzen, w\u00e4re das von h\u00f6chstem Interesse. Unsere Mitgliedsfirmen werden sich daher gerne bei der Machbarkeitsstudie mit ihrem Wissen einbringen.\u201c<\/p>\n<p>Geplant ist zun\u00e4chst eine Machbarkeitsstudie, die die lokalen Bedingungen bei den Zementwerken in Baden-W\u00fcrttemberg vergleichend untersucht, um einen oder mehrere geeignete Zementwerkstandorte in Baden-W\u00fcrttemberg zu finden, und einen Vorschlag f\u00fcr ein konkretes Projekt ausarbeitet. Ein Entscheidungskriterium ist auch die Verf\u00fcgbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien, der f\u00fcr reFuels erforderlich ist. Danach sollen in einem zweij\u00e4hrigen Projekt an einem Zementwerk die Herstellung synthetische Kraftstoffe erprobt werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Produktionsanlagen brauchen einen zeitlichen Vorlauf. Wenn wir 2030 einen nennenswerten Anteil an refuels haben wollen m\u00fcssen die Anlagen jetzt geplant und zeitnah gebaut werden\u201c, sagte Lahl. Daf\u00fcr m\u00fcsste zum einen der regulatorische Rahmen in Deutschland und in der Europ\u00e4ischen Union angepasst werden und zum anderen muss es F\u00f6rderprogramme geben, damit unter anderem auch in S\u00fcdeuropa oder in Nordafrika, wo die Erzeugungsbedingungen f\u00fcr erneuerbaren Strom ganzj\u00e4hrig g\u00fcnstiger sind, Anlagen entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Etwa 44 Prozent des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes der baden-w\u00fcrttembergischen Industrie geht auf die sieben Zementwerke im Land zur\u00fcck. Dieses CO<sub>2<\/sub> stammt sowohl aus dem Verbrennungsprozess als auch dem chemischen Prozess der Zementherstellung. Der Anteil des Verkehrssektors am CO<sub>2<\/sub>-Gesamtaussto\u00df in Baden-W\u00fcrttemberg betr\u00e4gt rund 30 Prozent.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Flughafen Stuttgart GmbH, Dr. Arina Freitag, erkl\u00e4rte: \u201eUm im Luftverkehr den entscheidenden Schritt in Richtung Klimaneutralit\u00e4t zu gehen, m\u00fcssen wir jetzt alle Kraft auf die Herstellung von synthetischen Treibstoffen verwenden. Fliegen muss so schnell wie m\u00f6glich klimaneutral werden. Die technischen L\u00f6sungen daf\u00fcr sind da. Jetzt sind alle Partner gefragt, diese an den Start zu bringen \u2013 wir als fairport wollen auch hier Vorreiter sein und diese Initiative aktiv begleiten.\u201c<\/p>\n<h3>Erg\u00e4nzende Information:<\/h3>\n<p>Nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie k\u00f6nnte in einem n\u00e4chsten Schritt ein (Pilot-)Projekt der Zementindustrie zur Nutzung der produktionsbedingten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen f\u00fcr die Herstellung f\u00fcr reFuels entstehen. In einem weiteren Schritt k\u00f6nnte das Verfahren auf andere Standorte \u00fcbertragen werden. Ziel ist es, einen sichtbaren Beitrag zur Industrialisierung von reFuels zu liefern und gleichzeitig die Emissionen von Zementwerken deutlich zu senken. Das Projekt baut auf einem laufenden Projekt des KIT auf.<\/p>\n<p>Beim G\u00fcter-, Schiffs- und Luftverkehr aber auch bei Industrieprozessen m\u00fcssen deutliche CO<sub>2<\/sub>-Reduzierungen erreicht werden. Mit dem im Januar 2019 beim Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) gestarteten Projekt \u201ereFuels \u2013 Kraftstoffe neu denken\u201c wollen die Landesregierung, KIT und Partner aus der Automobil-, Automobilzuliefer- und Mineral\u00f6lindustrie Herstellungs- und Anwendungsm\u00f6glichkeiten synthetischer Kraftstoffe, die mit Hilfe erneuerbaren Stroms erzeugt werden, ganzheitlich untersuchen, um sie als Alternativen zu fossilen Treibstoffen zu etablieren. INERATEC ist im Projekt reFuels f\u00fcr die Konzeption und die Bereitstellung der Anlagen verantwortlich (<a href=\"https:\/\/ineratec.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ineratec.de\/<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Daf\u00fcr m\u00fcssen unter anderem auch Schifffahrt und Flugverkehr gr\u00f6\u00dfere Anstrengungen unternehmen. 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