{"id":65349,"date":"2019-08-05T07:45:24","date_gmt":"2019-08-05T05:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=65349"},"modified":"2019-07-31T17:29:46","modified_gmt":"2019-07-31T15:29:46","slug":"frankreich-verbannt-palmoel-aus-biokraftstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/frankreich-verbannt-palmoel-aus-biokraftstoffen\/","title":{"rendered":"Frankreich verbannt Palm\u00f6l aus Biokraftstoffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankreich versch\u00e4rft die Regelungen f\u00fcr den Einsatz von Palm\u00f6l als Rohstoff zur Biokraftstoffproduktion. Das gilt allerdings nur f\u00fcr die Anrechenbarkeit im Inland. Die in Frankreich produzierten Mengen dr\u00e4ngen damit auf den EU-Markt und versch\u00e4rfen den Angebots- und Preiswettbewerb.<\/strong><\/p>\n<p>In Frankreich endet mit der im vergangenen Monat ver\u00f6ffentlichten Verordnung Nr. 2019-570 die F\u00f6rderf\u00e4higkeit von Biokraftstoffen wie Palm\u00f6lmethylester (Biodiesel) und hydriertes Pflanzen\u00f6l aus Palm\u00f6l (HVO). Diese Regelung tritt ab dem 01.01.2020 mit dem dann geltenden neuen Steuersystem in Kraft. Die Regelung sieht zudem versch\u00e4rfend vor, dass ab dem 31.12.2019 Wirtschaftsbeteiligte nicht mehr die M\u00f6glichkeit haben Biokraftstoffe aus Palm\u00f6l in ihrem Massenbilanzsystem aufzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Betroffen ist besonders der Mineral\u00f6lkonzern Total. Das Unternehmen hatte erst im Juli 2019 die Raffinerie am Standort La M\u00e8de zur Herstellung von HVO in Betrieb genommen. Diese hat eine Kapazit\u00e4t von j\u00e4hrlich 500.000 t. Nach Angaben des Betreibers sollen nicht mehr als 300.000 t Palm\u00f6l und mindestens 50.000 t Raps\u00f6l aus franz\u00f6sischem Anbau pro Jahr verarbeitet werden. Die verbleibende Bedarfsmenge von 150.000 t soll mit gebrauchten \u00d6len und Fetten (UCO) gedeckt werden. Die franz\u00f6sische Regierung setzt damit die mit der \u201eEU-iLUC-Richtlinie\u201c (2015\/1513\/EU) eingef\u00fchrte und mit der Neufassung der Erneuerbaren Energien-Richtlinie (RED II) fortgesetzte Erm\u00e4chtigungsregelung um. Ein Mitgliedsland kann das Auslaufen von Palm\u00f6lkraftstoffen vorziehen, statt gem\u00e4\u00df der RED II Biokraftstoffe aus Palm\u00f6l auf Basis der Absatzmenge im Jahr 2019 ab 2024 sp\u00e4testens in 2030 auslaufen lassen m\u00fcssen. So gesehen erf\u00fcllt Frankreich diese Verpflichtung zehn Jahre fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Die Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) fordert deshalb die Bundesregierung auf nach franz\u00f6sischem Vorbild Palm\u00f6l baldm\u00f6glichst auszuschlie\u00dfen. Der restriktive Ausschluss im Massenbilanzunternehmen des Herstellers begr\u00fc\u00dft die UFOP grunds\u00e4tzlich, weil Biokraftstoffe dann nicht auf dem Papier die Rohstoffeigenschaft nachweisen m\u00fcssen, sondern physisch geliefert werden m\u00fcssen. Diese Mengen fallen ebenfalls unter die jeweilige nationale Kappungsgrenze f\u00fcr Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse, die f\u00fcr Deutschland 6,5% betr\u00e4gt. Die UFOP bef\u00fcrchtet daher Verschiebungseffekte zu Lasten der M\u00e4rkte in anderen Mitgliedsstaaten, sollte die in der Anlage von Total produzierte Menge HVO aus Palm\u00f6l f\u00fcr Anrechnungszwecke exportiert werden. Die internationalen Pflanzen\u00f6lm\u00e4rkte seien ohnehin bereits durch einen erheblichen Angebots- und folglich Preisdruck gekennzeichnet, bekr\u00e4ftigt der Verband seine Forderung. Die Bedeutung des europ\u00e4ischen Biodieselmarktes sei an den etwa 4 Mio. ha Rapsanbau und der bei der Raps\u00f6lgewinnung anfallenden gentechnikfreien Proteinfuttermenge abzulesen, betont die UFOP. Die Nachhaltigkeit des Sojaanbaus in Brasilien sei seit dem Regierungswechsel zu hinterfragen.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) habe der Rat der palm\u00f6lproduzierenden L\u00e4nder, CPOPC, dem Indonesien und Malaysia angeh\u00f6ren, angek\u00fcndigt bei der Welthandelsorganisation WTO Klage gegen diese Restriktion einreichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-65350\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/19-07-23-Preisentwicklung-Pflanzenoele-UFOP-1024x700.jpg\" alt=\"Druck\" width=\"498\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/19-07-23-Preisentwicklung-Pflanzenoele-UFOP-1024x700.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/19-07-23-Preisentwicklung-Pflanzenoele-UFOP-300x205.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/19-07-23-Preisentwicklung-Pflanzenoele-UFOP-600x410.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2019\/07\/19-07-23-Preisentwicklung-Pflanzenoele-UFOP.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich versch\u00e4rft die Regelungen f\u00fcr den Einsatz von Palm\u00f6l als Rohstoff zur Biokraftstoffproduktion. 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