{"id":6507,"date":"2003-09-30T00:00:00","date_gmt":"2003-09-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20030930-77n"},"modified":"2003-09-30T00:00:00","modified_gmt":"2003-09-29T22:00:00","slug":"iacm-neues-bei-der-2-iacm-konferenz-zu-cannabinoiden-in-der-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/iacm-neues-bei-der-2-iacm-konferenz-zu-cannabinoiden-in-der-medizin\/","title":{"rendered":"IACM: Neues bei der 2. IACM-Konferenz zu Cannabinoiden in der Medizin"},"content":{"rendered":"<p>Etwa 120 Personen nahmen an der Konferenz vom 12. \u2013 13. September an den medizinischen Universit\u00e4tskliniken K\u00f6ln, die von der IACM in Kooperation mit der Klinik f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie und der Klinik f\u00fcr An\u00e4sthesiologie der Universit\u00e4t K\u00f6ln organisiert worden war, teil. Die Direktoren beider Kliniken, Dr. Joachim Klosterk\u00f6tter and Dr. Walter Buzello, nahmen als Vorsitzende bei den \u00dcbersichten von Dr. Mechoulam zu den nervensch\u00fctzenden Eigenschaften der Cannabinoide und von Dr. Di Marzo zur m\u00f6glichen Verwendung von Medikamenten auf Endocannabinoid-Basis gegen Tumorwachstum teil.<br \/>35 Referenten aus den USA, Israel, Spanien, Italien, Gro\u00dfbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland pr\u00e4sentierten ihre Forschungsergebnisse und Erfahrungen.<\/p>\n<p>Sie finden den vollst\u00e4ndigen Tagungsband mit den Vortrags- und Poster-Abstracts auf der <a href=\"http:\/\/www.cannabis-med.org\/\" >IACM-Webseite<\/a>.<\/p>\n<p>Einige Vortr\u00e4ge beim Kongress:<\/p>\n<p><b>Cannabis reduziert Schmerzen nach Operationen<\/b><br \/>Dr. Anita Holdcroft vom Imperial College in London untersuchte die Wirkungen eines kapsulierten Cannabisextraktes bei post-operativen Schmerzen von 57 Patienten mit Dosen von 5, 10 und 15 mg THC. Die St\u00e4rke der Schmerzlinderung und die Nebenwirkungen waren dosisabh\u00e4ngig. Dr. Holdcroft begann j\u00fcngst mit einer Multicenter-Studie mit 400 Patienten, um einen Cannabisextrakt mit 10 mg THC zu testen. (Vortrag von Anita Holdcroft)<\/p>\n<p><b>Cannabis lindert Beschwerden von Krebspatienten<\/b><br \/>In einer offenen Studie an der Lukas-Klinik in Arlesheim, Schweiz, wurden die Wirkungen eines kapsulierten Cannabisextraktes bei 40 palliativen Krebspatienten untersucht. Unter der Leitung von Dr. Silke Helwig sollte die Studie die maximal tolerierte Dosis (MTD) herausfinden, die in einer zuk\u00fcnftigen kontrollierten Studie verwendet werden sollte. Auf der Grundlage der Nebenwirkungen wurde die MTD mit 0,15 mg THC pro kg K\u00f6rpergewicht bestimmt. 24 Patienten registrierten eine Appetitzunahme, 20 eine Schmerzlinderung und 9 eine Abnahme der \u00dcbelkeit. (Vortrag von Martin Schnelle)<\/p>\n<p><b>Endocannabinoide reduzieren die Herzinfarkt-Ausdehnung<\/b><br \/>In einer tierexperimentellen Studie fanden Forscher der Universit\u00e4ten von Cardiff und Cambridge, Gro\u00dfbritannien, heraus, dass das Endocannabinoid Anandamid die Gr\u00f6\u00dfe eines Herzinfarktes reduziert. Ein m\u00f6glicher Mechanismus wird \u00fcber Cannabinoid-1- oder Cannabinoid-2-Rezeptoren vermittelt, jedoch k\u00f6nnten auch andere Mechanismen beteiligt sein. (Vortrag von Willam Ford)<\/p>\n<p><b>Cannabis verbessert die Nachtsicht<\/b><br \/>Angeregt durch Berichte von jamaikanischen und marokkanischen Fischer untersuchten Dr. Ethan Russo aus Missoula, USA, und seine Kollegen aus Spanien und Marokko die Wirkungen von THC (Dronabinol) und Cannabis auf die Nachtsicht. Die Studie untersuchte die Ergebnisse einer doppel-blinden Placebo kontrollierten Gabe von 2,5 bis 20 mg THC an einen Teilnehmer und bei drei Teilnehmern vor und nach dem Rauchen von Cannabis. In beiden Testsituationen wurden nach THC und Cannabis Verbesserungen der Nachtsicht gemessen. Es wird angenommen, dass diese Wirkung dosisabh\u00e4ngig ist und von Cannabinoidrezeptoren in der Retina vermittelt wird. (Vortrag von Ethan Russo)<\/p>\n<p><b>Linderung neuropathischer Schmerzen durch CT-3<\/b><br \/>Dr. Udo Schneider und Kollegen von der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchten die Wirksamkeit von CT-3, ein synthetisches Cannabinoid, bei 12 Patienten mit neuropathischen Schmerzen. Die Schmerzen wurden ohne relevante Nebenwirkungen signifikant reduziert. (Vortrag von Udo Schneider)<\/p>\n<p><b>THC wirksam bei Spastik von Querschnittsgel\u00e4hmten<\/b><br \/>Am REHAB in Basel nahmen 15 Patienten mit Querschnittsl\u00e4hmung an einer doppelblinden placebokontrollierten Studie mit oralem und rektalen THC teil. Die mittlere t\u00e4gliche Dosis betrug 31 mg bei der oralen Dosis (Dronabinol-Kapseln). THC resultierte in einer signifikanten Reduzierung der Spastik nach einer Einzeldosis von 10 mg THC sowie im Verlaufe von 6 Wochen mit individueller Dosierung. (Vortrag von Ulrike Hagenbach)<\/p>\n<p><b>Gerauchtes Cannabis reduziert neuropathische Schmerzen bei HIV<\/b><br \/>Eine Pilotstudie mit 16 Teilnehmern mit anhaltender schmerzhafter HIV-assoziierter Neuropathie trotz Behandlung mit Opiaten wurde an der Universit\u00e4t von Kalifornien in San Francisco durchgef\u00fchrt. 10 der 16 Teilnehmer erlebten eine mehr als 30-prozentige Reduzierung der Schmerzen nach einer siebent\u00e4gigen Behandlung mit gerauchtem Cannabis. Eine placebokontrollierte Studie mit einer Zielgruppengr\u00f6\u00dfe von 50 wird zur Zeit durchgef\u00fchrt. (Vortrag von Donald Abrams)<\/p>\n<p><b>Abk\u00f6mmlinge von Cannabidiol (CBD) k\u00f6nnten wirksam bei entz\u00fcndlicher Darmerkrankung sein<\/b><br \/>Abk\u00f6mmlinge von CBD wurden an M\u00e4usen hinsichtlich ihrer m\u00f6glichen therapeutischen Wirkungen bei entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen untersucht. CBD selbst und verschiedene Analoge hemmten die Darmbeweglichkeit. Die Forscher folgerten, dass &#8220;CBD-Analoge ohne zentrale Wirkungen ein therapeutisches Potenzial als entz\u00fcndungshemmende Medikamente f\u00fcr das Magen-Darm-System, mit Anwendung bei Zust\u00e4nden wie entz\u00fcndliche Darmerkrankung und Morbus Crohn.&#8221; (Vortrag von Ester Fride)<\/p>\n<p><b>Cannabinoide beeinflussen die Knochenbildung<\/b><br \/>Nach Forschungsergebnissen an der hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t in Jerusalem sind Endocannabinoide bei der Knochenbildung beteiligt. Vorl\u00e4ufer von Knochen bildenden Zellen (Osteoblasten) zeigten eine kontinuierliche Zunahme der Dichte von CB2-Rezeptoren, jedoch nicht von CB1-Rezeptoren. Zudem zeigten M\u00e4use, die systematisch mit dem Endocannabinoid 2-AG oder dem spezifischen CB2-Agonisten behandelt worden waren, eine dosisabh\u00e4ngige Zunahme der Knochenbildung. Die Forscher nehmen an, dass &#8220;Endocannabinoide die Knochenbildung stimulieren.&#8221; (Vortrag von Raphael Mechoulam)<\/p>\n<p><b>Erfolgreiche Verwendung von Dronabinol bei Kindern mit schweren neurologischen Erkrankungen<\/b><br \/>Acht Fallberichte von Kindern im Alter zwischen 3 und 14 Jahren, die an schweren neurologischen St\u00f6rungen leiden, inklusive Spastik, Dystonie und Krampfanf\u00e4lle, wurden vorgestellt. Sie wurden erfolgreich in eine Kinderarztpraxis mit Dronabinol (THC) behandelt. (Vortrag von R\u00fcdiger Lorenz)<\/p>\n<p><b>F\u00fcr weitere Fragen:<\/b> <br \/>Dr. Franjo Grotenhermen (IACM)<br \/>Tel.: 0221-95 43 92-29<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@cannabis-med.org\">info@cannabis-med.org<\/a><\/p>\n<p>Weitere Informationen zur medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten im Internet unter: <a href=\"http:\/\/www.cannabis-med.org\/\" >www.cannabis-med.org<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 120 Personen nahmen an der Konferenz vom 12. &ndash; 13. 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