{"id":65064,"date":"2019-07-31T06:41:53","date_gmt":"2019-07-31T04:41:53","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fagrar-forstwissenschaften%2Fwaelder-in-deutschland-sind-wichtige-kohlenstoffsenke.html"},"modified":"2019-07-28T12:21:21","modified_gmt":"2019-07-28T10:21:21","slug":"waelder-in-deutschland-sind-wichtige-kohlenstoffsenke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/waelder-in-deutschland-sind-wichtige-kohlenstoffsenke\/","title":{"rendered":"W\u00e4lder in Deutschland sind wichtige Kohlenstoffsenke"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die W\u00e4lder in Deutschland sind ein wichtiger Faktor im Klimageschehen, denn sie binden gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff, der urspr\u00fcnglich als CO<sub>2<\/sub> (Kohlendioxid) in der Atmosph\u00e4re war. Dass die Bedeutung der W\u00e4lder als Kohlenstoffsenke und damit Bremser des Klimawandels weiter ansteigt, belegt die Kohlenstoffinventur 2017, die jetzt ausgewertet ist. Danach sind in deutschen W\u00e4ldern rund 1,23 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in der lebenden Biomasse gespeichert, f\u00fcnf Prozent mehr als vor f\u00fcnf Jahren. Hinzu kommen 33,6 Millionen Tonnen Kohlenstoff im Totholz. Die Kohlenstoffvorr\u00e4te haben mit 113,7 Tonnen pro Hektar ein neues Rekordhoch erreicht. Diese und weitere Ergebnisse haben Wissenschaftler des Th\u00fcnen-Instituts f\u00fcr Wald\u00f6kosysteme jetzt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift <a href=\"https:\/\/www.forstpraxis.de\/zeitschrift\/afz-der-wald\/\" target=\"_blank\">AFZ-Der Wald<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p>Die Kohlenstoffinventur ist eine Art kleine Bestandsaufnahme zwischen den gro\u00dfen, alle zehn Jahre stattfindenden Bundeswaldinventuren. Sie wird vom Th\u00fcnen-Institut mit Unterst\u00fctzung der Bundesl\u00e4nder durchgef\u00fchrt und erfasst den Zustand des deutschen Waldes.<\/p>\n<p>Der Holzvorrat in deutschen W\u00e4ldern ist gegen\u00fcber der letzten Bundeswaldinventur 2012 um sechs Prozent gestiegen, weil deutlich mehr Holz nachgewachsen ist als genutzt wurde. Damit hat sich der Vorratsanstieg deutlich beschleunigt: In den letzten f\u00fcnf Jahren wurde genauso viel Vorrat aufgebaut (19 Vorratsfestmeter pro Hektar) wie in den zehn Jahren davor. Mit einem Holzvorrat von aktuell 3,9 Milliarden Kubikmetern ist Deutschland das holzreichste Land der Europ\u00e4ischen Union. Auch die Waldstruktur hat sich ver\u00e4ndert: Es gibt 12 Prozent mehr alte W\u00e4lder \u00fcber 120 Jahre \u2013 damit hat sich der Trend zu \u00e4lteren W\u00e4ldern mit dickeren B\u00e4umen fortgesetzt. Auch der Totholzvorrat ist um einen Kubikmeter pro Hektar gestiegen. Etwa 50 Prozent des Totholzes sind liegende St\u00fccke, 25 Prozent sind stehendes Holz und 25 Prozent Wurzelst\u00f6cke.<\/p>\n<p>Der h\u00f6here Holzvorrat und damit einhergehend die weiterhin hohe Kohlenstoffanreicherung macht die W\u00e4lder zu Klimasch\u00fctzern: Sie haben die Atmosph\u00e4re zuletzt j\u00e4hrlich um 62 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> entlastet. Das kommt in die Gr\u00f6\u00dfenordnung dessen, was die deutsche Industrie pro Jahr an Treibhausgasen ausst\u00f6\u00dft (2017: 64 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente). Der gestiegene Holzvorrat hat damit jedes Jahr rund sieben Prozent der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen kompensiert.<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Baumarten in den deutschen W\u00e4ldern sind Fichte (25 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbaumarten Buche (16 Prozent) und Eiche (10 Prozent). Der Fl\u00e4chenanteil der Laubb\u00e4ume ist um zwei Prozent gestiegen, die Dynamik hin zu mehr Laubb\u00e4umen hat sich damit allerdings verlangsamt. Das Fl\u00e4chenverh\u00e4ltnis von Laub- zu Nadelb\u00e4umen betr\u00e4gt 45 zu 55 Prozent.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Kohlenstoffinventur 2017 sind ebenso wie die der Bundeswaldinventur 2012 unter <a href=\"https:\/\/bwi.info\/\" target=\"_blank\">https:\/\/bwi.info<\/a> abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die W\u00e4lder in Deutschland sind ein wichtiger Faktor im Klimageschehen, denn sie binden gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff, der urspr\u00fcnglich als CO2 (Kohlendioxid) in der Atmosph\u00e4re war. Dass die Bedeutung der W\u00e4lder als Kohlenstoffsenke und damit Bremser des Klimawandels weiter ansteigt, belegt die Kohlenstoffinventur 2017, die jetzt ausgewertet ist. 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