{"id":65004,"date":"2019-07-19T06:50:36","date_gmt":"2019-07-19T04:50:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=65004"},"modified":"2019-07-14T15:28:09","modified_gmt":"2019-07-14T13:28:09","slug":"paludikulturen-mit-schilf-und-rohrkolben-in-die-praxis-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/paludikulturen-mit-schilf-und-rohrkolben-in-die-praxis-bringen\/","title":{"rendered":"Paludikulturen mit Schilf und Rohrkolben in die Praxis bringen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Trockengelegte, landwirtschaftlich genutzte Moore sind f\u00fcr rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen des hiesigen Agrarsektors1\u00a0 verantwortlich. Deren Wiedervern\u00e4ssung w\u00fcrde die Emissionen stark verringern, daf\u00fcr bedarf es aus Sicht der Landwirte jedoch gleichwertiger Nutzungskonzepte f\u00fcr die nassen Fl\u00e4chen. Die Universit\u00e4t Greifswald und die Landesforschungsanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern wollen vor diesem Hintergrund die Gewinnung von Schilfrohr und Rohrkolben f\u00fcr Bau- und Brennstoffe auf wiedervern\u00e4sstem Niedermoorgr\u00fcnland optimieren. Die Forscher suchen nach geeigneten Arten bzw. Genotypen und ermitteln die optimale Bestandesf\u00fchrung f\u00fcr die verschiedenen Produktlinien. Unter anderem sind Anbau- und Ernteversuche auf einer acht Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che geplant, um die Machbarkeit in der Praxis zu \u00fcberpr\u00fcfen. Au\u00dferdem bewerten die Forscher die \u00d6konomie und entwickeln Vorschl\u00e4ge zur Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen.<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft f\u00f6rdert das Projekt \u201ePaludi-PRIMA\u201c \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).<\/p>\n<p>In Deutschland bestehen rund sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen aus entw\u00e4sserten Mooren. Dass diese Fl\u00e4chen hierzulande zu den gr\u00f6\u00dften Treibhausgasquellen der Landwirtschaft z\u00e4hlen, ist bislang wenig bekannt \u2013 rund ein Drittel der agrarischen Klimagas-Emissionen gehen auf ihr Konto (Siehe auch <a href=\"https:\/\/greifswaldmoor.de\/files\/dokumente\/Infopapiere_Briefings\/GMC_Stellungnahme%20KSP2050_Endf.pdf\" target=\"_blank\">https:\/\/greifswaldmoor.de\/files\/dokumente\/Infopapiere_Briefings\/GMC_Stellungnahme%20KSP2050_Endf.pdf<\/a>). Deren Wiedervern\u00e4ssung bietet die Chance, einen Gro\u00dfteil dieser Emissionen einzusparen und damit einen Beitrag zum Klimaschutzplan 2050 zu leisten. Insbesondere Landwirte stehen diesem Ansinnen jedoch oft ablehnend gegen\u00fcber, sofern sie dadurch produktive Fl\u00e4chen verlieren. Als L\u00f6sungsansatz wurde das Konzept der Paludikultur (\u201epalus\u201c \u2013 lat. \u201eSumpf, Morast\u201c) zur land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore entwickelt.<\/p>\n<p>Im Projekt Paludi-PRIMA wollen die Forscher nun die Paludikultur auf wiedervern\u00e4ssten Gr\u00fcnlandstandorten mit Schilf (Phragmites australis) und Rohrkolben (Typha angustifolia, Typha latifolia) praktisch umsetzen. Daf\u00fcr gilt es, geeignete Genotypen zu identifizieren, die sich f\u00fcr den Anbau in Deutschland eignen und die erforderliche Qualit\u00e4t f\u00fcr die Nutzung als Baustoff (u. a. Dach-Reet) mitbringen sowie deren Anbau und die Ernte zu optimieren. Aktuell wird der Rohstoff vor allem aus S\u00fcd- und Osteuropa und China importiert. F\u00fcr Feldversuche steht ihnen eine Demonstrationsfl\u00e4che von acht Hektar zur Verf\u00fcgung, die auch Landwirten zur Anschauung dient.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle kommt der \u00f6konomischen Analyse zu. Das Paludi-PRIMA-Team ermittelt Kosten und Erl\u00f6se, um Landwirten eine Entscheidungshilfe zu geben, aber auch, um die H\u00f6he einer eventuell ben\u00f6tigten F\u00f6rderung aufzuzeigen. Zudem wollen sie Fragen zur wasserrechtlichen Bewertung einer dauerhaften Vern\u00e4ssung von Gr\u00fcnland und m\u00f6gliche Einw\u00e4nde durch den Naturschutz bewerten. Auch das Agrarrecht, das momentan ein Umwandlungsverbot f\u00fcr Gr\u00fcnland vorsieht, wirft noch Fragen auf.<\/p>\n<p>Um f\u00fcr Landwirte attraktiv zu sein, muss nach Ansicht der Forscher auch die Beihilfef\u00e4higkeit der Fl\u00e4chen erhalten bleiben. Sie wollen Vorschl\u00e4ge erarbeiten, wie Paludikulturen sinnvoll in den Rechts- und F\u00f6rderrahmen intergiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Informationen zum Projekt stehen auf <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/\" target=\"_blank\">www.fnr.de<\/a> unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22026017\" target=\"_blank\">22026017<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22032718\" target=\"_blank\">22032718<\/a> sowie unter <a href=\"https:\/\/www.moorwissen.de\/de\/index.php\" target=\"_blank\">www.moorwissen.de<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trockengelegte, landwirtschaftlich genutzte Moore sind f\u00fcr rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen des hiesigen Agrarsektors1\u00a0 verantwortlich. Deren Wiedervern\u00e4ssung w\u00fcrde die Emissionen stark verringern, daf\u00fcr bedarf es aus Sicht der Landwirte jedoch gleichwertiger Nutzungskonzepte f\u00fcr die nassen Fl\u00e4chen. Die Universit\u00e4t Greifswald und die Landesforschungsanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern wollen vor diesem Hintergrund die Gewinnung von Schilfrohr [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[12018,15953],"supplier":[6286,19232,1021],"class_list":["post-65004","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-forschung","tag-treibhaus","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-universitaet-greifswald"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65004"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65004\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65004"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=65004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}